• Die Geschichte der Fastenzeit
  • Lebensmittel-Fasten: Vorteile und Nachteile
  • Alternatives Fasten 2022: 14 Ideen für 40 Tage
  • Aktuelle Umfrage: Trend zum Fasten hält an

Die Fastenzeit 2022 hat begonnen - und damit für viele Menschen eine bewusste Phase des Verzichts. Wer schon einmal das wunderbare Gefühl nach einem Frühjahrsputz genossen hat oder sich nach langer Zeit dazu überwinden konnte, das Arbeitszimmer aufzuräumen, hat ungefähr eine Ahnung davon, wie gut man sich während und nach der Fastenzeit fühlt. Wenn Ordnung, Reinheit und innere Zufriedenheit wiederhergestellt sind, steigen Lebensmut und Energie. Schon der griechische Arzt Hippokrates soll auf das Fasten als Heilmittel geschworen haben.

Die Geschichte der Fastenzeit: Das musst du wissen

Das Fasten hat eine lange Tradition. Vor allem für die Christen hat diese Zeit eine besondere Bedeutung; aber auch, wenn du keiner oder einer anderen Glaubensrichtung angehörst, kann diese Zeit dazu genutzt werden, das eigene Ess- und Konsumverhalten zu reflektieren.

Die Fastenzeit wird auch Passionszeit genannt und ist eine sehr wichtige Zeit im Christentum. Dabei geht es darum, sich in den 40 Tagen vor Ostern aktiv Zeit für den Glauben zu nehmen. Der namensgebende Bestandteil dieser Zeit ist das Fasten: Es geht den Christen darum, sich von allen Zwängen und irrelevanten Dingen zu befreien, die sie im Alltag von ihrem Glauben abhalten oder sie in ihrer Zuwendung zu Gott einschränken. 

Traditionell beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch und endet an den Kartagen. An diesen wird besonders an den Kreuzestod Jesu Christi gedacht. Die Zahl 40 hat für das Christentum eine wichtige Bedeutung: Nach Exodus 16, 35 wanderte Moses mit dem Volk Israels für deren Befreiung 40 Tage durch die Wüste Sinai. Auch an vielen weiteren Stellen, wie dem Exodus 24, 18, kommt die Zahl symbolhaft in der Bibel vor: Moses wartete 40 Tage auf dem Berg Sinai, bevor Gott ihm die Zehn Gebote gab. Die wichtige, symbolische Bedeutung der Zahl legt nahe, dass auch die Fastenzeit auf 40 Tage angelegt ist.

Von einer Mahlzeit am Tag zur inneren Besinnung

Ein weiteres bedeutendes Symbol der Fastenzeit ist das Aschenkreuz, das den Gläubigen bei der Messe zu Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch von einem Priester auf die Stirn gezeichnet wird. Es gilt als Zeichen der Hoffnung, aber auch der Reinigung, Buße und Reue.

Ursprünglich wurde sich während der Fastenzeit an sehr strikte Regeln gehalten: Im Jahr 590 legte Papst Gregor I. fest, dass nur eine Mahlzeit am Tag erlaubt sei und sowohl auf den Verzehr von warmblütigen Tieren, als auch von Eiern, Milch, Butter, Käse und Alkohol verzichtet werden sollte. Erst Mitte des 16. Jahrhunderts lockerten sich diese Vorgaben. Fortan wurde während der Fastenzeit nur noch auf Fleisch verzichtet.

Auch heutzutage ist das Fasten noch mit dem Verzicht auf verschiedene Lebens- und Genussmittel, aber auch Konsumgüter verbunden. Modernere Konzepte vom Fasten legen vor allem Wert darauf, uns die Möglichkeit zu bieten, aus unserem festgefahrenem Alltag und den Gewohnheiten auszubrechen und auch langfristig etwas zu verändern. Die innere Besinnung und Ruhe, sowie die eigene Position in Bezug auf sich selbst, den Glauben und Gott zu reflektieren. Und auch, wenn der Glaube bei dir nicht so stark ausgeprägt ist, kannst du die Zeit dazu nutzen, um dich wieder auf das Wesentliche zurückzubesinnen.

Wann die Fastenzeit ist und wie gesund Fasten ist

Im Jahr 2022 beginnt die Fastenzeit am 2. März (Aschermittwoch). Von da an fasten gläubige Christen bis Ostern - Ostersonntag fällt in diesem Jahr auf den  17. April. Konkret dauert die Fastenzeit bis zum Abend des Karsamstags (Ostersamstag), also bis 16. April.

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Entscheidest du dich dafür, die Zeit zum Fasten zu nutzen, kann dies einerseits eine Auszeit für deinen Körper und deinen Geist bedeuten; es ist aber auch wichtig, einige Dinge diesbezüglich zu beachten. Wie ernst die Fastenzeit genommen wird, ist von Person zu Person unterschiedlich. Während die einen nur auf bestimmte Lebensmittel verzichten, lassen andere während des Fastens feste Nahrung gänzlich weg und nehmen nur Flüssigkeiten zu sich.

Das Abnehmen steht für die Christen während der Fastenzeit nicht im Vordergrund: Im Fokus steht der Einklang zwischen Körper und Seele. Es kann auch vorteilhaft sein, um sein eigenes Essverhalten zu reflektieren und sich danach womöglich für eine gesündere Ernährungsweise zu entscheiden.

Fasten zur Reinigung des Körpers

Heute dient das 40-tägige Fastenritual auch therapeutischen Zwecken, denn es tut nachweislich der Gesundheit gut. Zum Beispiel kann eine Detox-Zeit, also Entgiftung, den Organen helfen sich zu regenerieren. Dabei werden die Entgiftungsorgane mit passenden Lebensmitteln dabei unterstützt, ihre Arbeit zu verrichten, wie zum Beispiel mit grünem Tee oder Ingwer. Gerade im Verdauungstrakt kann das notwendig sein, wenn dieser durch falsche Ernährung übersäuert ist. Die Übersäuerung kann beim Fasten mit basischen Lebensmitteln wieder ausgeglichen werden. Auch die Haut, das größte all unsere Organe, ist ein Spiegel unserer Gesundheit. Sie wird nach der Kur glatter, straffer und reiner sein. Eine Fastenkur kann auch bei Neurodermitis und Schuppenflechte, Kopfschmerzen, Migräne, Mundgeruch, Zungenbelag, Gelenkschmerzen und Gliederschmerzen helfen.

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Doch worauf sollte man beim Fasten verzichten? Wer auf diese drei Lebensmittel verzichtet, schafft die Basis für eine erfolgreiche Fastenzeit:

  • Weißbrot - wer am Bauch abnehmen will, sollte auf Kohlenhydrate verzichten, denn sie machen weniger lang statt. Wer auf Brot nicht verzichten will, kann zur Vollkorn-Alternative greifen.
  • Salz - zwar ist es in Maßen wichtig für den Körper und man sollte nicht komplett drauf verzichten, aber die Salz-Zufuhr ein paar Tage auf ein Minimum herunterzufahren, hilft beim Abnehmen.
  • Alkohol - der Fasten-Klassiker ist auch für einen flachen Bauch super. Denn in Cocktails, Wein oder Bier verstecken sich jede Menge unnötiger Kalorien.

Ernährungsumstellung: Das solltest du beachten

Für den Körper ist eine plötzliche, radikale Ernährungsumstellung nicht immer einfach. Wie gut dein Körper eine stark verringerte Energiezufuhr verkraften kann, solltest du unbedingt vorher mit einem Arzt abklären. Nur dieser kann dich über das Gesundheitsrisiko informieren. Nimmst du regelmäßig Medikamente ein, leidest unter einer chronischen Krankheit, einer Allergie, Depressionen, Diabetes, einer Magersucht, bist untergewichtig, schwanger oder herzkrank, solltest du von dem strikten Fasten von Lebensmitteln absehen.

Nimmst du täglich viel zu wenig Energie zu dir und betätigst dich stark körperlich oder geistig, kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören beispielsweise Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder psychischer Stress. Um einem Nährstoffmangel und gesundheitlichen Problemen vorzubeugen, solltest du extreme Fastenformen nie ohne vorige ärztliche Beratung durchführen.

Verzichtest du nur auf einzelne Lebensmittel, achtest ansonsten aber weiterhin auf eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise, sollten keine Nebenwirkungen aufkommen: Der Körper wird dennoch mit allen wichtigen Vitaminen und Nährstoffen versorgt.

Alternatives Fasten: 14 Ideen, worauf du 2022 verzichten könntest

Es muss nicht zwangsläufig auf Speisen und Getränke verzichtet werden: Es gibt auch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten, auf die du verzichten kannst.

Folgende Dinge könntest du beispielsweise "fasten" oder während der 40 Tage in deinen Alltag integrieren:

  1. Auf Zucker und Weißmehl zu verzichten, wird deiner Gesundheit sicher guttun und dir helfen, dein Essverhalten zu reflektieren.
  2. Verpackungsmüll-Fasten: So tust du auch der Umwelt etwas Gutes. Es gibt viele Alternativen, auf die du dafür zurückgreifen kannst; vielleicht besuchst du ja auch mal einen Unverpackt-Laden?
  3. Limonaden und Säfte können ideal auch durch Wasser oder Tee ersetzt werden, welche wahre Gesundheits-Booster sind.
  4. Autofasten:  Das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen oder statt dem Aufzug die Treppe nutzen.
  5. Täglich 10.000 Schritte zu laufen oder ein Workout zu machen wird dir nicht nur ein Erfolgsgefühl geben, sondern auch deinen Körper stärken.
  6. Für mehr Achtsamkeit im Alltag: Jeden Tag eine Meditations- oder Yoga-Einheit einlegen.
  7. Versuche doch in der Zeit, vegetarisch oder vegan zu leben.
  8. Nur Bio- und Fair-Trade-Produkte kaufen: So tust du nicht nur dir, sondern auch der Umwelt etwas Gutes.
  9. Jeden Tag die empfohlenen 5 Portionen an Obst und Gemüse essen.
  10. Auf Netflix und Co. verzichten und stattdessen auf Bücher oder Musik zurückgreifen.
  11. Digitales Fasten: Auf Social Media verzichten und stattdessen mehr Leute persönlich treffen.
  12. Lügen-Fasten: Achte in den 40 Tagen besonders darauf, ehrlich zu dir selbst und deinem Umfeld zu sein.
  13. Schlechte-Laune-Fasten: Versuche, negative Denk- und Verhaltensmuster abzulegen.
  14. Eine letzte Idee ist das Konsum-Fasten: Versuche, in der Zeit so wenig wie möglich zu kaufen und nur das zu besorgen, was du wirklich benötigst.

Aktuelle Umfrage: Trend zum Fasten hält an

Der Trend zum Fasten ist trotz Corona-Pandemie ungebrochen: Wie im vergangenen Jahr 2021 haben knapp zwei Drittel der Deutschen mindestens einmal für begrenzte Zeit Verzicht geübt. Dies sei das Ergebnis einer aktuellen und repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit, wie die Krankenkasse DAK in einer Pressemitteilung erklärt. Zum Start der jährlichen Umfrage 2012 - also vor zehn Jahren - sei es nur etwa die Hälfte der Befragten gewesen.

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Laut der 2022er-Umfrage der DAK-Gesundheit zum Gesundheitsverhalten in der Fastenzeit wollen die mit Abstand meisten Menschen auf Alkohol, Süßigkeiten und Fleisch verzichten. Hier gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Für knapp ein Viertel der Befragten käme Fasten dagegen generell nicht in Frage. 

Mit 73 Prozent wird der Verzicht auf Alkohol wie in den Vorjahren am häufigsten genannt, gefolgt von Süßigkeiten mit 68 Prozent. Deutlich zugenommen hat die Bereitschaft, für eine Weile auf den Verzehr von Fleisch zu verzichten. Mit 56 Prozent ist hier ein neuer Höchststand erreicht. Weiter im Trend ist auch der zeitlich begrenzte Rückzug aus der Online-Welt, das sogenannte Digital Detox. 27 Prozent der Befragten geben an, sie würden in diesem Bereich am ehesten Verzicht üben wollen. Nach einem Rückgang im vergangenen Jahr ist das fast wieder der Wert, der vor der Pandemie ermittelt wurde. Verstetigt hat sich der Trend, für eine Weile aufs Autofahren verzichten zu wollen. Dies geben wie im Vorjahr 24 Prozent der Befragten an.

Pandemie ohne Einfluss auf Gesundheitsverhalten

Eine Mehrheit von 86 Prozent der Befragten meint, dass die Corona-Pandemie keinen Einfluss darauf hat, ob und in welchem Umfang sie in diesem Jahr fasten möchten. Auch rückblickend nimmt die Mehrheit wenig Veränderungen im persönlichen Gesundheitsverhalten wahr. Mehr als ein Viertel der Befragten gibt an, dass sie sich seit Beginn der Corona-Pandemie insgesamt weniger gesund verhalten haben als zuvor. 17 Prozent meinen, dass sie sich gesünder verhalten haben. Für 55 Prozent der Befragten hat sich im Großen und Ganzen nichts verändert.

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Hier gibt es jedoch große Unterschiede im Vergleich von Ost und West: Im Osten wird die persönliche Situation von 67 Prozent als unverändert wahrgenommen, im Westen nur von 53 Prozent. Unterschiedlich fällt die Beurteilung auch je nach Alter aus: Während unter den 18- bis 29-Jährigen etwas mehr als jede dritte befragte Person angibt, ihr Gesundheitsverhalten sei in der Pandemie im Wesentlichen gleichgeblieben, sagen das eine große Mehrheit von 72 Prozent der Befragten ab 60 Jahren.

Für die Bereitschaft, mehrere Wochen auf Internet, Computer, Smartphone oder Spielekonsolen zu verzichten, geben die Befragten unterschiedliche Gründe an. Jeweils 65 Prozent sagen, dass sie weniger Stress haben wollen beziehungsweise sich häufiger mit Freunden oder Verwandten treffen wollen. 63 Prozent wollen mehr Zeit für sich haben. Auch der Wunsch nach mehr Schlaf und danach, sich auf wichtige Aufgaben zu konzentrieren, sind Gründe für Digital Detox.

Weitere nützliche Informationen rund um die Fastenzeit und das Fasten: 

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