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Gesundheitsrisiko

Fast Food: Diese Nervenzellen machen Lust auf fettiges Essen

Forscher haben in einer Studie untersucht welchen Einfluss bestimmte Neuronen im Gehirn auf das Sattheitsgefühl und die Lust auf fettiges Essen machen.
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"Adipositas" und Übergewicht sind eine Ursache für die Entwicklung chronischer Krankheiten. Symbolfoto: unsplash.com

Seit Jahrzehnten steigt die Zahl der Übergewichtigen in Deutschland. Wie folgenreich "Adipositas" sein kann, bestätigen Experten: "Übergewicht und Adipositas sind Mitursache für viele Beschwerden und können die Entwicklung chronischer Krankheiten begünstigen", heißt es vom "Robert-Koch-Institut (RKI)"

Doch warum "überessen" sich so viele Menschen und werden fettleibig? Wissenschaftler des "Max-Planck-Institutes (MPG)" haben diese Frage aus der Perspektive der Stoffwechselforschung untersucht. In einer Studie ging es darum, welche Nervenzellen das Essen von "hochkalorischer Nahrung" steuern. 

Fast Food: Spezielle Neuronen steuern Sattheitsgefühl

Die Forscher experimentierten an Mäusen. Beispielsweise wurden den Tieren teilweise "Nozizeptin-Neuronen" aus dem "Hypothalamus", einer Hirnregion, entfernt: "Als Folge 'überfraßen' sich diese Mäuse nicht mehr an der Hochfettdiät", erklären die Wissenschaftler. 

Neben diesem Versuch untersuchte das Forscherteam auch den Einfluss von Licht auf die Einnahme fettreicher Nahrung. Dabei wurden ebenfalls die "Nozizeptin-Neuronen" von Mäusen getestet. "Die Aktivierung dieser Gehirnzellen führte zu einer übermäßigen Nahrungsaufnahme bei den Tieren", erklärt Alexander Jais, einer der Studienautoren. Durch die Aktivierung der Neuronen werden andere Neurone, die das Sattheitsgefühl regulieren, gehemmt, so Jais. Schließlich nähmen die Tiere "dadurch mehr Nahrung zu sich."

Fazit zur Studie: Laut Angaben der Wissenschaftler könnte die "individuelle Aktivität von Nozizeptin-Neuronen" entscheidende Erkenntnisse zur Fragestellung, warum einige Menschen es schaffen, tatsächlich nur so viel zu essen, wie ihr Körper braucht, liefern. Darin ist sich die Forschung derzeit uneins. Logischerweise wurden die Tests der "MPG"-Forscher an Mäusen durchgeführt und sind nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar.

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Zum Thema "energiereiche Nahrung" stellt Alexander Jais allerdings fest: "Wir sind permanent von fett- und kohlenhydratreichen Lebensmitteln umgeben, und unser Gehirn ist so verdrahtet, dass wir genau diese hochkalorischen Nahrungsmittel besonders gerne essen." 

Adipositas und andere Stoffwechselkrankheiten gelten zudem als Risikofaktoren im Kontext einer Coronavirus-Infektion. "Auch deshalb müssen wir besser verstehen, wie das Nervensystem den Verzehr hochkalorischer, fett- und kohlenhydratreicher Nahrungsmittel steuert", so das Forscherteam. 

tu