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Berlin
Fleischersatz

Trendstudie zum "Fleisch der Zukunft": Das können pflanzenbasierte Ersatzprodukte, essbare Insekten und In-vitro-Fleisch

Auf der Suche nach Alternativen zum Fleischkonsum hat das Umweltbundesamt (UBA) eine Studie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis der Untersuchung: In den Ersatzprodukten steckt viel Potenzial, auch wegen der besseren Ökobilanz. Doch gesundheitliche Risiken bei manchen Varianten müssten noch erforscht werden.
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Studie Fleischersatz
Vegane und vegetarische Fleischersatzprodukte auf einem Teller: Aus Sicht des Umweltbundesamtes bieten Fleischersatzprodukte eine echte Alternative zu Fleisch. Foto: Andreas Arnold/dpa

Wie ernährt sich die Menschheit künftig? Dieser Frage sind das Institut für Innovation und Technik gemeinsam mit adelphi consult und dem Ecologic Institut nachgegangen. Die Studie „Die Zukunft im Blick: Fleisch der Zukunft“ für das Umweltbundesamt (UBA) hat untersucht, welche Auswirkungen die drei aufkommenden Fleischalternativen pflanzlicher Fleischersatz, essbare Insekten und In-vitro-Fleisch auf Umwelt und Gesundheit haben. 

Die Untersuchung will darstellen, inwieweit diese zu einem Wandel des Ernährungssystems beitragen können. Dies berichtet der "Informationsdienst Wissenschaft" (idw).

Fleischersatz-Studie: Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

  • Pflanzlicher Fleischersatz schneidet laut der Studie aus Umweltsicht am besten ab. Im Vergleich zu Rindfleisch entstehen bei der Produktion bis zu einem Zehntel weniger Treibhausgase, Wasser- und Flächenverbrauch.
  • Etwas schlechter schneidet Fleischersatz auf Insektenbasis ab.
  • Die Umwelt- und Gesundheitswirkungen von In-Vitro-Fleisch sind bislang schwer abzuschätzen. Hier ist weitere Forschung nötig, um wirklich ein "clean meat" für den Massenmarkt produzieren zu können.

Tobias Jetzke vom Institut für Innovation und Technik erläutert: „Wir konnten zeigen, dass bereits heute Fleischalternativen erfolgreich am Markt angeboten werden. Diese sind überwiegend aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt und erreichen einen immer höheren Imitationsgrad gegenüber Fleischprodukten."

Über die pflanzlichen Alternativen hinaus würden auch Fleischersatzprodukte aus essbaren Insekten Potenziale aufweisen, so Jetztke. Aussagen zur zukünftigen Entwicklung von In-vitro-Fleisch seien aufgrund von gegenwärtigen Entwicklungshemmnissen mit größeren Unsicherheiten behaftet.

Vorbehalte beim Verzehr pflanzenbasierter Ersatzprodukte weitgehend überwunden 

Während Vorbehalte und Bedenken beim Verzehr pflanzenbasierter Ersatzprodukte als weitgehend überwunden gelten könnten, zeigten repräsentative Untersuchungen, dass dies für Insekten und In-vitro-Fleisch noch längst nicht der Fall sei. Die Substitution von Fleisch durch essbare Insekten sei "ohne Abbau dieser Bedenken nicht vorstellbar". Da In-vitro-Fleisch noch nicht auf dem Markt sei, seien Aussagen zur Akzeptanz allenfalls hypothetisch. Trotzdem seien auch hier Vorbehalte erkennbar, etwa hinsichtlich gesundheitlicher Risiken.

Aus Sicht des Umweltbundesamtes bieten Fleischersatzprodukte eine echte Alternative zu Fleisch. Im Vergleich zu herkömmlichem Fleisch werden bei der Produktion von pflanzen- wie auch insekten-basierten Ersatzprodukten weniger Treibhausgase emittiert und auch der Wasser- und Flächenverbrauch fällt geringer aus.

Für In-vitro-Fleisch gebe es bisher noch zu viele Unsicherheiten, um Umwelt- und Gesundheitswirkungen abschließend zu bewerten. Hier ist weitere Forschung nötig.

Als Fazit meint Stephan Richter vom Institut für Innovation und Technik: „Fleischersatzprodukte aus Pflanzen, Insekten und In-vitro-Fleisch können eine wichtige Brückenfunktion zur Reduktion des Fleischkonsums darstellen und die Umstellung kulturell gewachsener Ernährungsgewohnheiten erleichtern."

Fleischersatzprodukte seien damit ein mögliches Element auf dem Weg in eine fleischärmere Ernährung, auch wenn sie kein zwingend notwendiger Bestandteil einer umweltbewussten und gesunden Ernährungsweise seien.