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Spargel essen: Warum stinkt der Urin so?

Spargel ist lecker und dank wertvoller Inhaltsstoffe auch gesund. Doch kaum verzehrt, wird aus dem leckeren Gericht ein beißender Geruch auf dem Klo. Warum ist das so?
 
Warum stinkt der Urin nach dem Verzehr von Spargel?
Warum stinkt der Urin nach dem Verzehr von Spargel? Foto: Marijan Murat/dpa
  • Spargel: Für viele Menschen ist das Stangengemüse eine Delikatesse.
  • Der Verzehr kann aber auch negative Folgen haben: Spargelurin kann stinken - muss aber nicht
  • Der üble Geruch ist harmlos und entsteht durch den Abbau von Asparagusinsäure
  • Reichliches Trinken hilft, die Abbauprodukte schnell aus dem Körper zu spülen

Spargel besteht zu 95% aus Wasser und macht ihn daher zum perfekten Begleiter fürs Abnehmen, so spargel.net: Kaum Fett, kaum Kohlenhydrate, aber dafür ein leckeres Gericht oder eine Gemüsebeilage. Außerdem soll Spargel harntreibend und potenzsteigernd wirken. Kaum ein Grund also, dass Gemüse nicht zu lieben - oder?

Das Problem: Urin riecht nach dem Spargelessen streng

Wäre da nur nicht dieser unangenehm beißende Geruch beim Gang aufs Klo, kurz nach dem Spargelessen. Hiervon sind allerdings weniger Menschen betroffen, als man annehmen mag.

Laut spargel.net tritt lediglich bei jedem Zweiten das Phänomen des Spargel-Urins auf. Die Gründe können ganz unterschiedlich sein. "Methanthiol, Dimethylsulfid und Dimethyldisulfid wetteifern im Spargelurin um die unangenehmste Note", heißt es in einem Beitrag im Magazin Chemie in unserer Zeit.

Unserer Nase sei das übelriechende Substanz-Trio durchaus vertraut: Es verleiht auch menschlichen Biogasen wie Blähungen, Mund- und Fußpilzgeruch unangenehme Noten.

Warum riecht Urin nach dem Spargelessen?

Spargel, egal ob weiß oder grün, enthält Asparagusinsäure, die zunächst einmal geruchsneutral ist. Wird diese aber abgebaut, entsteht eine schwefelhaltige Verbindung, die über den Urin ausgeschieden wird - mit entsprechendem Geruch.

Dieses Abbauprodukt entsteht aber nur, wenn man ein bestimmtes Enzym besitzt - und das tut nicht jeder. Wer dieses Enzym hat und wer nicht, entscheiden die Gene. Nur etwa 40 Prozent der Menschen verfügen über so ein Gen, das in der Lage ist, das Enzym herzustellen.

Wieder andere können den Geruch gar nicht erst wahrnehmen. Die Apotheken Umschau schreibt dazu, dass bei den Betroffenen dann wohl eine Mutation in einem Geruchsrezeptor-Gen vorliegt. Doch keine Sorge: Das ist weder schlimm, noch gefährlich.

Spargelurin ähnelt Stinktier-Sekret

"Der Geruch ist harmlos und kein Anzeichen für eine Krankheit oder eine Vergiftung", berichtet Stefan Lorkowski, Professor für Biochemie der Ernährung von der Universität Jena, der Apotheken-Umschau. Unangenehm sei das Müffeln beim Toilettengang dennoch. Kein Wunder, ähnele die Substanz doch den chemischen Verbindungen im gefürchteten Stinktier-Sekret.

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Nur 15 Minuten nach dem Genuss einer Spargel-Mahlzeit beginnt es zu riechen. Dagegen tun lässt sich nichts. Allerdings hilft reichliches Trinken, die Abbauprodukte schnell aus dem Körper zu spülen.

Das Problem, dass Pipi nach dem Spargelessen einen komischen Duft verströmt, ist übrigens nicht neu: Berichte über stinkenden Spargelurin gebe es erst übrigens bereits seit Mitte des 17. Jahrhunderts - einer Zeit, in der erstmals gezielt Schwefel und Sulfate als Düngemittel eingesetzt worden seien, schreiben Sabine Streller und Klaus Roth von der Freien Universität Berlin. 

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