• Ernährung hat großen Einfluss auf das Schlaganfallrisiko
  • Es kommt auf die Art des Schlaganfalls an
  • Vor allem rotes Fleisch zeigte sich negativ in einer Studie
  • Man kann aber gegensteuern durch bestimmte Lebensmittel

Etwa 200.000 Fälle pro Jahr in Deutschland, Wiederholungsgefahr und eine hohe Sterblichkeitsrate: Schlaganfälle stellen ein hohes gesundheitliches Risiko dar.  Bestimmte Ernährungsweisen können nachweislich Krankheiten verhindern oder Symptome bei bestimmten Beschwerden lindern. So auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Verzehr von Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, Nüssen und Samen, Käse und weiteren Milchprodukten, kann das Risiko eines ischämischen Schlaganfall senken, wie die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft berichtet.

Das Ergebnis zeigte eine europäische Studie, die den Zusammenhang zwischen Essgewohnheiten und Schlaganfallrisiko untersucht hat. An dieser Studie nahmen aus neun Ländern rund 420.000 Menschen teil. Sie wurden in einem Zeitraum mehrerer Jahrzehnte beobachtet. Die festgestellten Effekte kommen, laut den Experten, über die Wirkung der entsprechenden Lebensmittel auf Blutfettwerte und Blutdruck zustande. Daraus ergab sich, dass der übermäßige Genuss von rotem oder verarbeitetem Fleisch das Risiko des ischämischen Schlaganfalls steigen lässt. 

Ernährungsbedingte Risikofaktoren bei beiden Schlaganfallarten

In Deutschland ist die Erkrankung laut Angaben des Robert Koch-Instituts die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für bleibende Behinderungen im Erwachsenenalter. Das Neue an der Studie war, dass die Forscher den Unterschied zwischen dem ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfall machten. Die Untersuchung ergab, dass sich die ernährungsbedingten Risikofaktoren zwischen den beiden Schlaganfallarten unterscheiden.

Vier von fünf Schlaganfällen sind ischämische Anfälle. Diese werden auch als sogenannter "Hirninfarkt" bezeichnet. Dabei verengt oder verschließt sich ein hirnversorgendes Blutgefäß und es kommt zu einer Minderversorgung eines Hirnareals mit Nähr- und Sauerstoffen. Neben dem "Hirninfarkt" gibt es noch eine weitere Schlaganfallart, die einen Anteil von 20 Prozent aller Schlaganfälle ausmacht. Bezeichnet wird sie als hämorrhagischer Anfall oder auch als Hirnblutung. Dabei führt das Platzen eines Blutgefäßes für die Unterversorgung des dahinter liegenden Hirngewebe mit Sauer- und Nährstoffen. Außerdem kann austretendes Blut Druck auf umliegende Hirnareale ausüben und es so zusätzlich schädigen. 

Doch egal welche Art Schlaganfall den Menschen ereilt, häufig sind neurologische Ausfälle die Folge. Professor Doktor Wolfgang-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft betonte", gerade, weil der Schlaganfall nach wie vor eine der Haupttodesursachen in Europa ist, hat die Prävention einen besonders hohen Stellenwert."

Unterschiedliche Wirkung von Lebensmitteln 

Die Wirkung von Lebensmitteln auf das Schlaganfallrisiko fiel bei den verschieden Arten unterschiedlich aus. Wie bereits oben erwähnt, hatten die Teilnehmer, die einen ischämischen Schlaganfall erlitten, mehr rotes und verarbeitetes Fleisch zu sich genommen. Der negative Effekt des Fleisches konnte beispielsweise durch eine vollkornreiche Kost ausgeglichen werden. Die positiven Effekte einer Ernährung mit Vollkornprodukten, viel Obst und Gemüse, Nüssen und Samen sowie Käse und andere Milchprodukte bewährte sich in allen Analysen. 

"Auf das Risiko für Hirnblutungen scheinen diese Ernährungsfaktoren hingegen keinen schützenden Einfluss zu haben", erklärte Professor Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Die vorliegenden Ergebnisse ließen nur einen Zusammenhang erkennen. Einzig der Konsum von Eiern erhöhte das Risiko eines hämorrhagischen Schlaganfalls nennenswert. 

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