• Manche Lebensmittel versetzen uns sofort zurück in unsere Kindheit
  • Für dieses Phänomen gibt es eine wissenschaftliche Erklärung
  • Hier sind 10 Lebensmittel, die uns nostalgisch an früher denken lassen

Sei es der Geruch, der Geschmack oder nur das bloße Erscheinungsbild: Jeder von uns kennt wohl Lebensmittel, die ihn oder sie an die Kindheit denken lassen. Sei es nun die fetttriefende Portion Pommes im Freibad (mit Ketchup und Mayo), der Kuchen bei Oma oder ein bestimmtes Getränk. Dieses Phänomen ist der Wissenschaft schon lange bekannt. Wir erklären Ihnen, wieso unser Gedächtnis so stark mit Geschmäckern verbunden ist, und auch, welches die Lebensmittel sind, die viele von uns in Kindheitserinnerungen schwelgen lassen.

Nostalgie: So funktioniert das Lebensmittel-Gedächtnis

Dass manche Lebensmittel uns zurück in die Kindheit versetzen können ist für die Wissenschaft kein neues Phänomen. Doch was steckt dahinter? Ganz einfach gesagt liegt es daran, dass wir als Kleinkinder durch den Mund anfangen, die Welt zu erkunden. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, stecken wir uns in den Mund. Und das alles aus purer Neugier.

Auf biologischer Ebene funktioniert das als "Madeleine-Effekt" bekannte Phänomen dadurch, dass die Geschmackssinneszellen, die sich in den Geschmacksknospen auf unserer Zunge befinden, besonders intensive Geschmacks- und Geruchs-Erinnerungen an das Gehirn weiterleiten.

Ob eine Erinnerung abgespeichert wird, liegt dann aber auch an den Gefühlen, die die Mahlzeit auslöst - das können sowohl positive als auch negative sein. Solche "Erinnerungsspuren" versuchte schon Sigmund Freud zu analysieren.

10 Lebensmittel, die uns an unsere Kindheit erinnern

1. Schleckmuscheln

Die Hartbonbons in Muschelform, beziehungsweise in einer Kunststoff-Muschelschale waren bis in die 1990er eine bei Kindern sehr beliebte Süßigkeit. Die Herzmuschel-förmigen Bonbons, die damals in kaum einer gemischten Tüte fehlten, bestehen im Prinzip nur aus Zucker, Glukosesirup, Aromen und Lebensmittelfarbe. Gesund geht anders, lecker war es trotzdem. Die Form der Schleckmuscheln war Fluch und Segen zu gleich: Ohne sie wäre sie vermutlich nie so beliebt geworden, allerdings waren nach dem Verzehr nicht nur der Mund, sondern auch die Hände ziemlich klebrig.

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2. Toast Hawaii

Nichts schreit so sehr nach Bildern in Sepia und Tapeten, die nach abgestandenen Zigaretten riechen, wie der Hawaii-Toast. Die Kreation, die uns schon seit den 50ern begleitet, war bis in die frühen 2000er ein beliebter Snack bei Groß und Klein. Heute ist er zwar nicht verschwunden, steht aber im Schatten seines umstrittenen Verwandten, der Hawaii-Pizza. Vielleicht starten auch heute noch 13-Jährige ihre ersten "Koch-Erfahrungen" mit dem Hawaii-Toast? Wer weiß das schon so genau.

3. Katzenzungen

Die Katzenzungen sind das Süßigkeiten-Relikt schlechthin. Schon in der Generation unserer Eltern war die Schokolade in kleinen löffelähnlichen Formen, die stark an die Zunge einer Katze erinnern, etwas für "alte Leute". Auch ihr semi-modernes Design, häufig in Beige-Tönen und mit Kätzchenbildern auf der Packung, konnte daran nicht viel ändern. Die Katzenzungen* sind bis heute nicht aus den Supermarkt-Regalen verschwunden. Meist findet man sie dennoch ganz unten. Katzenzungen versetzen uns in die Zeit zurück, als wir von unseren Eltern zu einer Großtante vierten Grades mitgenommen wurden. Die Katzenzungen waren dort wohl die einzige Süßigkeit ohne Alkohol.

4. Hubba Bubba

Hubba-Bubba-Kaugummi ist auch heute noch ein Klassiker. Das Kaugummi der US-amerikanischen Marke Wrigley gibt es seit 1979 in Deutschland, und es hat sich innerhalb kürzester Zeit Kultstatus verschafft. Hubba Bubba gibt es in verschiedensten Geschmacksrichtungen. Wer es früher kaute, weiß, dass dies gar nicht so leicht war. Hatte man es geschafft, konnte man fast schon akrobatisch anmutende Blasen damit zustande bringen. Das hat auch darüber hinweggetröstet, dass das Kaugummi schon nach wenigen Minuten seinen Geschmack nahezu gänzlich verloren hatte.

5. TRi TOP Getränkesirup

Der Getränkesirup TRi TOP hatte, ähnlich wie Hubba Bubba-Kaugummi, einen Kultstatus inne. Beliebt war der Zuckersirup vor allem in den 60ern und 70ern, wurde in den 80er-Jahren aber mehr und mehr durch Limonade ersetzt und schließlich aus dem Handel verdrängt. Dennoch schlagen einige Herzen bei den Gedanken an TRi TOP höher. Es gibt auch Grund zur Freude: Seit 2003 ist er wieder in Deutschland erhältlich. Für alle TRi-TOP-Liebhaber kann es also wieder heißen: Mehrere Plastik-Sirup-Flaschen mit einer verklebten Staubschicht so lange rumstehen lassen, bis man nicht mehr einschätzen kann, ob der Sirup noch gut oder schon schlecht ist.

6. Dosen-Ravioli

Auch die Dosen-Ravioli haben sich einen Platz in unserer Liste verdient. Gibt es doch wohl kein anderes Lebensmittel, das uns früher so sehr das Gefühl von Erwachsensein vermittelt hat, wie eine selbst aufgewärmte Dose Fertig-Ravioli, wenn die Eltern mal nicht zu Hause waren. Oder damals beim Zelten, als wir die Dose einfach im Lagerfeuer erhitzten ... das war sicher mega-gesund. Dosen-Ravioli gibt es heute natürlich immer noch in Hülle und Fülle. Und wenn wir ehrlich sind, dann geht es und heute nicht unähnlich, wenn wir keine Lust zum Kochen haben und uns eine Dose aufwärmen. Diesmal natürlich, ganz Erwachsen, im Topf und nicht der Mikrowelle.

7. Freibad-Pommes

Welches Gefühl kann schöner sein als an einem heißen Nachmittag im Freibad barfuß ganz genüsslich in eine Pommes rot-weiß zu treten? Zugegeben, sie zu essen macht sogar wesentlich mehr Spaß. Dennoch sind die beiden Erfahrungen wohl kaum voneinander zu trennen. Aber jeder von uns wird das Gefühl kennen, ausgelaugt und hungrig vom Plantschen auf seine Kiosk-Pommes zu warten. Das Gefühl der ersten Pommes: unbeschreiblich gut! An dieser Stelle darf natürlich auch das Schnitzelsandwich nicht unter den Tischfallen, das eine der wenigen Spezialitäten in unserem Freibad war. Und danach gab es das herrlich bunte Wassereis im Plastiktütchen, das man immer mit den Zähnen aufbeißen musste. Ach, da werden Erinnerungen wach ...

8. Schaumkuss-Semmel im Freibad

Unser Platz Acht ist ebenfalls eine Freibad-Erinnerung. Wenn die Kräfte nachlassen und die Augen brennen, einem der Sinn aber eher nach Süßem als Herzhaftem steht, dann führt an der Schaumkuss-Semmel kein Weg vorbei. Süß, babbig und knusprig zu gleich - eine bessere Kombination gibt es kaum.

9. Mirácoli Klassik

Wenn ein Gericht den Dosen-Ravioli Konkurrenz machen kann, dann die klassische Nudelmischung von Mirácoli. Bis heute kommt kaum eine Tomatensoße an die Mirácoli-Soße mit der geheimen "Kräutermischung" heran. Wer seine ersten Mirácoli-Erfahrungen gemacht hat, konnte nun "richtig kochen". Am Ende noch die kleine Tüte "Parmesan" über den Nudeln entleert, und fertig war das Dolce Vita. Auch heute stehen die halbfertigen Nudelgerichte von Mirácoli* noch in den Regalen. Auch, wenn der "Parmesan" heute nicht mehr in der Klassik-Version enthalten ist.

10. Eiskonfekt

Eiskonfekt, der kuriose Klassiker: Eiskonfekt hat das Eis zwar im Namen, hat mit Eis aber gar nichts zu tun. Es handelt sich hierbei um Schokopralinen, die ihren Namen tragen, weil sie einerseits auf der Zunge schmelzen und andererseits, selbst bei Raumtemperatur kalt wirken. Dieser mythische Umstand hat sehr zum Kultstatus des Eiskonfekts beigetragen. Der Kühlungs-Effekt liegt an der niedrigen Schmelz-Temperatur des Eiskonfekts. Diese ist so niedrig, weil Eiskonfekt knapp zur Hälfte aus Kokosfett besteht. Beim Schmelzen wird dem Mund Wärme entzogen und ab einer Temperatur von unter 24 Grad als Kälte wahrgenommen. Auch Eiskonfekt ist heute immer noch in den Supermarkt-Regalen zu finden.

 

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