• Die Fischproblematik
  • Fischratgeber: Wie man den Fischkauf bewertet

Für viele gehört Fisch regelmäßig auf den Speiseplan; immerhin gilt er allgemein als sehr gesund. Doch möchte man Fisch auch nachhaltig konsumieren, fällt die Entscheidung gar nicht so leicht: Es müssen viele Aspekte bei der Bewertung einer Fischsorte beleuchtet werden.

Das Problem mit dem Fisch: Das solltest du wissen

Fisch gilt in unserer Gesellschaft allgemein als gesund. Grund für diese Beurteilung sind enthaltenes hochwertiges Eiweiß, lebensnotwendige und gesundheitsfördernde Fettsäuren (wie Omega-3-Fettsäuren), wertvolle Vitamine sowie zahlreiche Mineralstoffe. Doch nicht nur der gesundheitliche Aspekt ist beim Konsum von Fisch zu beachten: Auch die Nachhaltigkeit darf nicht aus dem Blickwinkel geraten.

Mit dem Begriff "Fischfang" gehen auch Begriffe wie "Tierleid", "Umweltzerstörung" und "Überfischung" einher. Um zu entscheiden, ob der Kauf eines Fisches mit dem Konzept der Nachhaltigkeit vereinbar ist, müssen die Fanggebiete, die Fangmethoden sowie die Zertifikate untersucht werden. Nur, wer auch bewusst Fisch konsumiert, kann einen Schritt gegen die Problematiken beim Fischfang gehen und der Umwelt somit etwas Gutes tun.

Aquakulturen hatten lange den Ruf, Fischbestände zu schonen; dies sei jedoch laut Verbraucherzentrale auch nur bedingt der Fall. Oft erfolgt die Aufzucht in weit entfernten Ländern und das Futtermittel gilt als eher bedenklich. Als empfehlenswerte Fischsorten aus Aquakulturen nannte die Verbraucherzentrale Hamburg Forellen mit Biosiegel. Ebenso empfohlen wird atlantischer Lachs aus den Teilfanggebieten Barentssee, norwegische See, Spitzbergen und Bäreninsel sowie Island-Gründe. Hat der Lachs ein EU-Bio-Siegel oder ein Naturlandsiegel, kann auch ein Lachs aus Netzkäfiganlagen empfehlenswert sein.  Stammt er aus Europa, dann empfiehlt der Ratgeber auch Lachs aus Netzkäfiganlagen mit EU-Bio- beziehungsweise Naturlandsiegel. Im Vergleich dazu: Die Verbraucherzentralen rät von dem Kauf eines Lachses aus Aquakulturen in Chile dringlichst ab.

Fisch-Ratgeber: So bewertest du deinen Fischkauf

Möchtest du nicht auf Fisch verzichten, kannst du dich auf verschiedenen Seiten bezüglich der Nachhaltigkeit spezieller Fischsorten informieren. Einen Anhaltspunkt bietet dir hier beispielsweise die Verbraucherzentrale Hamburg: Gemeinsam mit der EcoAid, einer Nachhaltigkeitsberatung, hat sie einen Ratgeber herausgebracht. Die Übersicht ist online verfügbar, sodass du sie auch ausdrucken kannst; alternativ kannst du eine gedruckte Version bestellen. Der Fischratgeber teilt die Fischsorten in "zu empfehlender Wildfang", "bedingt zu empfehlender Wildfang" und "nicht zu empfehlender Wildfang" ein; er bietet dir also eine gute Orientierungsmöglichkeit.

Der Ratgeber wurde auf wissenschaftlich fundierten Bewertungen begründet. Berücksichtigt wurden unter anderem die Bewertungen des WWF, der ebenfalls einen sehr transparenten Fischratgeber für Nutzer*innen herausgegeben hat. Er liefert dir ebenfalls Informationen zu der Biologie der Fischsorte, dem Wildfang, der Zucht und dem Bestand.

Andere Informationsquellen sind das Monterey Bay Aquarium, Marine Conservation Society sowie Fishsource. Alle Bewertungen werden regelmäßig aktualisiert, berücksichtigen, je nach Institution unterschiedlich intensiv ausgeprägt, die Auswirkungen auf die Meeresumwelt, das Tierwohl und den Grad der Überfischung. Alle Ratgeber zeigen jedoch auf, wie wichtig es ist, seinen Fischkonsum zu überdenken: Viele Fischbestände sind bereits überfischt, andere werden bis an die Grenzen befischt. Die Lebensräume der Meerestiere werden durch Schleppnetze und andere Fangarten zerstört, die Gewässer verschmutzt und viele Fischarten sind bereits bedroht. Die komplexe Lage macht es erforderlich, nicht nur auf Siegel zu achten. Wichtiger ist es, sich an den Bewertungen der Experten*innen zu orientieren.