• Weltweit wird derzeit an einer Abnehmpille geforscht
  • Der Wirkstoff Semaglutid wird bereits für der Diabetestherapie erforscht
  • Neben Gewichtsverlust soll das Mittel auch eine Verbesserung der Blutwerte bewirken

Forscher aus mehreren Ländern entwickeln eine Abnehmpille. Das Team, an dem auch Forscher der TU Dresden beteiligt sind, hat den Wirkstoff Semaglutid an 900 Probanden getestet. Bei den Teilnehmern, die das Mittel einnahmen, konnten die Forscher bis zu 17 Prozent Gewichtsverlust feststellen im Vergleich zu der Placebogruppe.

Wöchentlich über den Verlauf eines Jahres wurde das Mittel verabreicht - der Body Mass Index (BMI) konnte so von 35 auf 29 gesenkt werden. Die Probanden hätten das Mittel größtenteils gut vertragen, so Professor Andreas Birkenfeld vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, der das Studienzentrum Metabolisch-vaskuläre Medizin in Dresden leitet.

Wie funktioniert die Abnehmpille?

Semaglutid signalisiert dem Gehirn, dass man satt ist - ähnlich einem Darmhormon, das ausgeschüttet wird, wenn man Kohlenhydrate zu sich nimmt. Dadurch wird man schneller satt und hat weniger Appetit. Weiterhin bewirkt Semaglutid, dass Nahrung länger in Magen und Darm bleibt. Dies kann bei manchen Patienten allerdings zu Übelkeit führen.

Auch die Blutwerte wurden im Verlauf der Therapie besser. Semaglutid könnte aber nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern auch Ursachen für Herzerkrankungen mindern. Zugelassen ist das Mittel noch nicht. Geplant ist, dass Semaglutid zunächst als Mittel gegen Diabetes auf den Markt kommt und dann 2019 oder 2020 als Abnehmmittel.

Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift "The Lancet"veröffentlicht worden.