Shitstorm für Edeka - wegen Holzbesteck in Plastikverpackung: Eine Edeka-Filiale im rheinlandpfälzischen Jockgrim (Landkreis Germersheim) hat mich einer misslungenen PR-Aktion für einen Shitstorm gesorgt. Der Edeka-Markt aus der Südpfalz veröffentlichte zuletzt einen Facebook-Post, der neues Besteck an der Salatbar ankündigte. Der Haken daran: Das Holzbesteck war in Plastik eingepackt. "Ein weiterer, kleiner Schritt zum Thema Nachhaltigkeit im Edeka Johansen" hieß es im Facebook-Teaser des Posts. Zahlreiche User, darunter wohl auch Kunden des Edekas entzürnte das in den sozialen Medien.

Edeka in Jochgrim: Holzbesteck im Plastikmantel sorgt für Diskussionen

Der Post im Wortlaut: "Ab heute bei uns in der Obstabteilung für unsere Salatmanufaktur: Endlich ist es da, unser Holzbesteck Ein weiterer, kleiner Schritt zum Thema Nachhaltigkeit im Edeka Johansen"

Ein weiterer Twitter-Nutzer echauffierte sich ebenfalls: "Wenn ihr HOLZbesteck anbietet, dann verpackt es nicht noch einmal zusätzlich in fucking PLASTIK. Jungs, was stimmt mit euch nicht. Rauchen die beim Edeka ihren Bio-Kaffee?" schrieb "SeelenZorn".

Mittlerweile hat die Edeka-Filiale den Post gelöscht, Hunderte Kommentare hatten sich darunter angehäuft.

Plastik-Gesetz seit Januar aktiv: Was bedeutet das für Supermärkte?

Die Geschichte hat allerdings auch einen politischen Hintergrund: Seit Jahresbeginn gilt in Deutschland das neue Verpackungsgesetz, das sogenannte "VerpackG". Dieses Gesetz regelt den neuen Umgang mit Verpackungen, sie sollen gesammelt und recycelt werden.

Deutschland ist mit 220,5 Kilo Plastikmüll, pro Kopf im Jahr, Spitzenreiter weltweit. Das Umweltbundesamt gab erst kürzlich die Zahlen für das Jahr 2016 bekannt: Insgesamt 18,16 Millionen Tonnen Plastikmüll produzierten die Deutschen. Maria Krautzberger, Chefin des Umweltbundesamtes sieht insbesondere die Hersteller in der Pflicht: "Unnötige Verpackungen müssen vermieden werden, wo es geht oder durch wiederverwendbare Mehrwegverpackungen ersetzt werden", so Kreutzberger gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur.

Zahlreiche Supermärkte und Discounter tun bereits etwas gegen die Plastikberge: Aldi und Netto schaffen in den kommenden beiden Jahren Besteck und Geschirr aus Plastik ab. Dies teilten die Unternehmen vergangene Woche mit. Somit soll der geplanten EU-Reform, die 2021 aktiv werden soll, vorgegriffen werden. Auch Aldi schwimmt mit dem Trend und sträubt sich gegen "überflüssige Einweg-Plastikartikel", wie Trinkhalme, Geschirr sowie Einwegbecher aus Plastik.

tu

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