Berlin
Psychische Krankheit

Bei einer bestimmten Art von Depression wirken keine Medikamente - weitere Formen sind behandelbar

Forscher haben es geschafft, Depressionen erstmals im Detail zu untersuchen. Dabei haben sie drei unterschiedliche Formen der psychischen Störung definieren können. Zwei davon sind medikamentös behandelbar, eine nicht.
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Depressionen können unterschiedliche Ursachen haben.  Symbolfoto: pixabay.com
Depressionen können unterschiedliche Ursachen haben. Symbolfoto: pixabay.com

Als Depression wird eine psychische Störung behandelt, die mit negativen Gedanken, einer gedrückten Stimmung und einem gehemmten Antrieb einher geht. Dabei verlieren Betroffene für eine längere Zeit ihre Freude am Leben, das Selbstwertgefühl sowie die eigene Leistungsfähigkeit. Zur Behandlung werden meist nach Abklärung möglicher Ursachen Antidepressiva eingesetzt. Etwa vier Millionen Deutsche leiden an Depressionen, 300 Millionen sind es weltweit.

Was sind die Gründe für Depressionen?

Wieso ein Mensch an Depressionen leidet, kann unterschiedliche Ursachen haben. Ob Schicksalsschlag, körperliche Krankheit oder berufliches Scheitern - es gibt viele Ursachen, die die psychische Störung auslösen können. Zudem haben Forscher herausgefunden, dass bei depressiven Menschen der Stoffwechsel im Gehirn durcheinander geraten ist. Nervenzellen würden nicht mehr richtig miteinander kommunizieren können, weil Botenstoffe nicht in der idealen Konzentration vorliegen. Folglich können manche Impulse zwischen Gehirnzellen nicht richtig übertragen werden.

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Betroffene gehen häufig in Therapie oder nehmen Medikamente. Meistens sollen diese Antidepressiva dabei helfen, den Botenstoff Serotonin im Gehirn wiederherzustellen. Bei 70 Prozent der Patienten schlagen die Medikamente an, womit die Behandlung Erfolg hat und die Krankheit oft vollständig geheilt werden kann. Bei den übrigen 30 Prozent können Antidepressiva jedoch überhaupt nicht helfen. Den Grund dafür wollten nun japanische Forscher herausfinden: In ihrer wissenschaftlich fundierten Studie verglichen sie Gehirnaktivitäten von depressiven sowie gesunden Menschen miteinander.

Drei Typen von Depressionen

Basierend auf ihren Ergebnissen kamen die Forscher zu der Erkenntnis, dass sich die Krankheit in drei unterschiedlichen Formen äußert: Die Untertypen D1 und D2 weisen eine hohe neuronale Aktivität auf, wobei der Typ D1 zusätzlich meist traumatische Erfahrungen in der Kindheit erlebt hat. Der Untertyp D3 hingegen zeichnet sich durch eine geringe Gehirnaktivität aus.

Bei den Formen D2 und D3 lassen sich Despressionen oft mit genannten Medikamenten beheben. Die Forscher fanden jedoch heraus, dass sich der Subtyp D1, bei welchem betroffene Menschen unter einem Kindheitstrauma leiden, in den meisten Fällen nicht mit Hilfe von Antidepressiva heilen lässt.

Sowohl für die Wissenschaft als auch für die Medizin sind dies wichtige Erkenntnisse, um zukünftig bessere Behandlungsmöglichkeiten entwickeln zu können.

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