Bis zum Jahr 2040 soll die Zahl der an Diabetes erkrankten Menschen laut dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung weltweit um mehr als 50 Prozent steigen. Mit aktuell bereits 415 Millionen Erkrankten würde das bedeuten, dass in 21 Jahren bereits über 642 Millionen Menschen betroffen wären.

Kleinere Menschen erkranken häufiger an Diabetes - warum?

Doch scheinbar hat es die Volkskrankheit ganz besonders auf eine bestimmte Fraktion Mensch abgesehen: Personen mit kleinerer Statur erkranken häufiger als große Menschen.

2662 deutsche Teilnehmer bei EPIC-Studie untersucht

Zwischen 1994 und 1998 wurden für die so genannte EPIC-Studie ganze 2662 deutsche Teilnehmer rekrutiert. Die Daten der Probanden wurden analysiert und es zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Körpergröße und der Wahrscheinlichkeit, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Laut Studie sinkt bei Männern das Risiko zu erkranken pro zehn Zentimeter mehr Körpergröße um 41 Prozent, bei Frauen um etwas niedrigere 33 Prozent. Andere wichtige Einflussfaktoren wie Lebensstil und Alter wurden von den Wissenschaftlern im Voraus herausgerechnet.

Biologische Werte beeinflussen das Ergebnis

Um genauer herauszufinden, was es mit dem Zusammenhang zwischen Diabetes und der Körpergröße auf sich hat, untersuchten die beteiligten Forscher eine Reihe wichtiger biologischer Werte. Dazu gehörten die Blutfettwerte, der Fettanteil der Leber und die Konzentration bestimmter Peptidhormone (Hormone, die fettunlöslich sind und eine Eiweißstruktur besitzen).

Laut den Forschern könne man davon ausgehen, dass sich die Körpergröße eher indirekt als direkt auf das Diabetes-Risiko auswirkt. Im Schnitt besitzen größere Menschen weniger Leberfett und haben insgesamt ein gesünderes Stoffwechselprofil.

Durch die Studie wurde deutlich, dass die geringere Körpergröße vielleicht nicht die eigentliche Ursache für das erhöhte Diabetes-Risiko ist, sie kann aber als Faktor genutzt werden, um risikobehaftete Menschen besser identifizieren zu können. Laut Clemes Wittenberger vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung bietet es sich zum Beispiel an, kleinere Menschen regelmäßiger auf ihre Leberfettwerte zu untersuchen.

Natürlich kann man noch mehr tun, um das Typ-2-Diabetes-Risiko zu senken. Laut einer anderen Studie sollen unter anderem Vollkornprodukte dabei helfen, das Diabetes Risiko zu mindern.