Heidelberg (Neckar)
Krebsvorsorge

Erforscht: Wer sich an 5 Regeln hält, senkt sein Darmkrebs-Risiko erheblich

Das Risiko für Darmkrebs ist nicht nur genetisch bedingt, das haben Wissenschaftler erforscht. Mit fünf einfachen Regeln können Menschen ihr Risiko senken, an Darmkrebs zu erkranken.
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Trotz Prävention und Früherkennung  gehört Darmkrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland. Symbolbild: pixabay.com
Trotz Prävention und Früherkennung gehört Darmkrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland. Symbolbild: pixabay.com

Trotz Vorsorge gehört Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Das Risiko einer Erkrankung lässt sich verringern - unabhängig vom genetischen Darmkrebs-Risiko. Wer folgende fünf Regeln beachtet, kann sein Risiko erheblich senken.

Darmkrebs: Forschung liefert neue Erkenntnisse

Das Deutsche Krebsforschungszentrum führte diesbezüglich eine Untersuchung mit mehr als 4000 Darmkrebspatienten und 3000 gesunden Kontrollpersonen durch. "Unter anderem sind dafür die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten verantwortlich", erklärt Michael Hoffmeister vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Bezug auf das Darmkrebsrisiko. "Aber jeder kann sein Darmkrebsrisiko senken, indem er auf einen gesunden Lebensstil achtet." Im Zuge der Untersuchung wurden die Auswirkungen von fünf beeinflussbaren Lebensgewohnheiten analysiert: Alkoholkonsum, Rauchen, eine gesunde oder ungesunde Ernährung, Körpergewicht und das Ausmaß körperlicher Aktivität.

Die fünf Faktoren zur Senkung des Darmkrebsrisikos im Überblick

  • niedriger Alkoholkonsum
  • Nicht rauchen
  • Gesunde Ernährung
  • Körperliche Aktivität
  • Normalgewicht

Gesunde Varianten führen zu kleinerem Risiko

Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass Teilnehmer, die nicht rauchten, körperlich aktiv waren und sich gesund ernährten, bereits von einem geringeren Erkrankungsrisiko betroffen waren, als Teilnehmer, die bei keinem der fünf untersuchten Faktoren, die gesündere Variante wählten. "Je mehr der gesunden Lebensstilfaktoren die Studienteilnehmer auf sich vereinten, desto niedriger war ihr Risiko, an Darmkrebs zu erkranken", berichtet Hoffmeister. Das niedrigste Risiko ergebe sich folglich für die Personen, die in allen fünf Bereichen und somit allgemein einen gesunden Lebensstil pflegten.

Was man für den Darm tun kann

Forscher empfehlen auf Faktoren zu achten

Auf jeden einzelnen der fünf Faktoren läge dabei kein unterschiedliches Gewicht. "Es spielte eine untergeordnete Rolle, ob es das Nichtrauchen, die gesunde Ernährung oder die körperliche Aktivität war, die beherzigt wurden. Mit allen Varianten reduzierten die Studienteilnehmer ihr Darmkrebsrisiko", ergänzt Prudence Carr, die Erstautorin dieser Studie. Doch nicht nur um das Risiko für Darmkrebs zu verringern, empfehlen die Forscher auf eine gesunde Lebensweise, gerade in Hinblick auf die beschriebenen Bereiche zu achten. Auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weitere Krankheiten reduziere sich das Risiko.

Auch die Gene spielen eine Rolle

Allerdings ist eine gesunde Lebensführung nicht allein ausschlaggebend dafür, wie hoch das Risiko für eine Erkrankung an Darmkrebs ist. Auch die genetische Ausstattung spielt eine Rolle. Mehr als 50 Genvarianten wurden in den letzten Jahren entdeckt, die das Darmkrebsrisiko leicht erhöhen. "Es gibt Menschen, die aufgrund ihres genetischen Profils ein etwas höheres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken als andere. Doch unsere Studie zeigt, dass sie ihr Darmkrebsrisiko durch einen gesunden Lebensstil ebenso senken können wie diejenigen, die ein geringeres genetisches Risiko haben", betont Carr.

Weitere Studien sollen folgen

Die Wissenschaftler des DKFZ möchten nun in weitergehenden Studien herausfinden, wie weit das Darmkrebsrisiko durch einen gesunden Lebensstil gesenkt werden kann, wenn das Risiko genetisch leicht erhöht ist. Auch die Durchführungen von Vorsorgeuntersuchungen soll in die Studien mit ein bezogen werden.



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