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Aspirin, Vitamin D, Mundspülung: Sechs Mittel, die angeblich gegen das Coronavirus helfen

Schützen Aspirin oder eine Mundspülung vor einer Infektion mit dem Corona-Virus oder zumindest vor einem schweren Verlauf? Wir stellen Ihnen diese und weitere Mittel vor, die angeblich vor dem Virus schützen und decken auf, was wirklich dran ist.
 
Knoblauch gegen Corona? Erste Studien weisen auf positive Effekte auf die Virenbelastung hin - ein effektiver Schutz vor Corona ist allerdings nicht gewährleistet. Foto: congerdesign/pixabay.com.
Knoblauch gegen Corona? Erste Studien weisen auf positive Effekte auf die Virenbelastung hin - ein effektiver Schutz vor Corona ist allerdings nicht gewährleistet. Foto: congerdesign/pixabay.com.

Im Internet kursieren zahlreiche Mythen, welche Mittel scheinbar vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus oder einem schweren Krankheitsverlauf schützen. Die meisten sind wenig plausibel und zum Teil gesundheitsgefährdend. Einige hingegen haben durchaus einen wahren Kern und wurden bereits in wissenschaftlichen Studien untersucht.

Aspirin, Mundspülung oder gar Vitamin D-Präparate: Wir stellen Ihnen sechs dieser angeblichen Wundermittel zum Schutz gegen Corona vor und erklären Ihnen, was wirklich dran ist. 

Diese Mittel helfen angeblich gegen Corona

Es kursieren zahlreiche Gerüchte, welche Mittel vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 schützen oder den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen sollen, darunter die Einnahme von Aspirin oder der Konsum von hochprozentigem Alkohol. Wir stellen Ihnen sechs Mittel vor, die angeblich vor einer Corona-Infektion schützen und erklären, was wirklich dran ist. 

#1 Aspirin mildert den Verlauf - hilft aber nicht präventiv

Eine Studie der University of Maryland School of Medicine in Baltimore überrascht mit diesem Ergebnis, über das wir bereits berichteten: Die Einnahme von Aspirin fördert nachweislich einen milden Krankheitsverlauf von Covid-19. An der Studie nahmen 400 Patienten im Durchschnittsalter von 55 Jahren teil, die an Corona erkrankt waren und in einer Klinik behandelt wurden. Ein Viertel der Probanden nahm ab dem Zeitpunkt der Einweisung ins Krankenhaus täglich eine Dosis von 81 Milligramm Aspirin ein. 

Das Ergebnis ist absolut überraschend: Die Patienten, die Aspirin* einnahmen, hatten ein um 44 Prozent geringeres Risiko, künstlich beatmet werden zu müssen. Außerdem gab es 43 Prozent weniger Einweisungen auf die Intensivstation und auch das Sterberisiko war um 47 Prozent niedriger. Es ist also davon auszugehen, dass Aspirin einen Einfluss auf einen milden Verlauf von Covid-19 hat. Endgültig ist das Ergebnis jedoch nicht, da weitere Studien notwendig sind, um einen eindeutigen Effekt festzustellen. Es ist davon abzuraten, Aspirin vorsorglich einzunehmen, um sich vor einer Corona-Infektion zu schützen - die Nebenwirkungen können erheblich sein, beispielsweise drohen bei einer Überdosierung innere Blutungen und Erbrechen. 

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#2 Mundspülungen verringern die Viruslast im Mund-Rachen-Raum

Auch zu der Wirkung von Mundwasser auf eine Covid-19-Infektion gibt es bereits erste Studien: Mundspülung ist demnach imstande, die Viruslast im Mund-Rachen-Raum nachweislich zu verringern. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum erforschten in Zusammenarbeit mit Forschern der Universitätskliniken Ulm, Duisburg-Essen und Nürnberg, sowie weiteren privaten Forschungseinrichtungen, die Wirkung diverser im Handel erhältlicher Mundspülungen auf das Virus Sars-CoV-2. Auch darüber berichteten wir bereits. Bei Corona-Patienten ist die Viruslast im Mund-Rachen-Raum besonders hoch - das bedeutet, dass sich hier am meisten Viren tummeln. 

Die Forscher fanden heraus, dass das Spülen des Mundes für 30 Sekunden mit einer Mundspülung* die Viren kurzzeitig abtöten kann. So kann das Risiko einer Corona-Übertragung zumindest kurz gesenkt werden. Präventiv oder als Heilung ist Mundspülung allerdings unbrauchbar - denn bei Covid-19 handelt sich um eine Lungenkrankheit, auf die sich die Mundspülung nicht auswirkt. Es ist festzuhalten: Gegen das Coronavirus bzw. eine Infektion mit Covid-19 schützt eine Mundspülung nicht - sie verringert lediglich die Viruslast in Mund und Rachen, was gerade im Hinblick auf Zahnarztbesuche eine wertvolle Erkenntnis ist. Angebote für Mundspülung finden Sie bei Amazon.* 

#3 Vitamin D-Mangel erhöht das Sterberisiko

Wie eine aktuelle Studie zeigt, über die wir berichteten, ist die Sterblichkeit an Covid-19 bei Patienten, die unter Vitamin D-Mangel leiden, stark erhöht. Die Studie aus Indonesien verfolgte sowohl Krankheitsverlauf, als auch Vitamin D-Status von 780 Corona-Patienten. Bei den Menschen, die unter einem Vitamin-D-Mangel litten, war die Mortalitätsrate stark erhöht - um das 19-fache. Die Daten wurden bereinigt und Faktoren wie Alter, Geschlecht und Vorerkrankung wurden entfernt - doch immer noch war das Sterberisiko um das 10-fache erhöht. Vor einer Infektion mit Covid-19 kann Vitamin D jedoch nicht schützen: Wie die Verbraucherzentrale auf ihrer Website hinweist, fördert Vitamin D* lediglich die intakte Funktion des Immunsystems.

Das selbe gilt auch für Vitamin C, Vitamin B6 und B12, sowie Vitamin A. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) widerlegt den Schutz durch hochdosiertes Vitamin D vor dem Corona-Virus in einem Schreiben. Außerdem warnt das Institut vor Präparaten, die explizit mit diesem Schutz werben - denn solche Nahrungsergänzungsmittel können die Infektion weder heilen, noch präventiv dagegen vorgehen. In dem Schreiben wird auch deutlich darauf hingewiesen, dass Vitamin-Präparate nicht als Arzneimittel gehandhabt werden sollten, sondern lediglich als Ergänzung, sollten Sie unter einem Mangel leiden. Es ist außerdem zu beachten, dass zu hohe Dosen an Vitamin-Präparaten auch unschöne Nebenwirkungen zur Folge haben können - das BfR empfiehlt eine tägliche Menge von 20 Mikrogramm Vitamin D. Vitamin D-Präparate finden Sie beispielsweise bei Amazon.*

#4 Zwiebel und Knoblauch essen soll vor einer Ansteckung schützen?

Dass Zwiebeln oder Knoblauch vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 schützen, gehört ebenfalls ins Reich der Mythen. Fakt ist laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dass sowohl Knoblauch als auch Zwiebeln über eine antibakterielle und antivirale Wirkung verfügen, die auch bereits wissenschaftlich erforscht wurde. Eine Studie aus Vietnam weist auf die positiven Effekte von Knoblauch und anderen Heilpflanzen bei einer Covid-19-Infektion hin. Das Bundesministerium kritisiert diese Studie allerdings, da sie unter Laborbedingungen durchgeführt wurde und sich deshalb noch keine tatsächliche Wirksamkeit ableiten lässt.

Generell ist zum Verzehr von Zwiebeln und Knoblauch zu raten, da sie sich insgesamt als positiv für die Gesundheit erweisen. Als Schutz vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 dienen sie allerdings nicht. 

#5 Ungesund und wenig wirksam: Konsum von hochprozentigem Alkohol

Hochprozentiger Alkohol wird zur Desinfektion genutzt, wieso also nicht versuchen, dem Virus auf den Leib zu rücken, indem man sich hin und wieder ein Gläschen Schnaps gönnt? Die Weltgesundheitsorganisation hat sich mit dieser Thematik beschäftigt und weist eindringlich darauf hin, dass der Konsum von Alkohol nicht vor dem Coronavirus schützt oder sich heilsam auswirkt. Der Konsum schadet der Gesundheit viel mehr und macht so anfällig für Infekte und Erkrankungen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung merkt an, dass hochprozentiger Alkohol (60%) zwar gut desinfiziert, sich aber ebenfalls stark schädigend auf Zellen und Gewebe auswirkt.

Auch die Helios-Kliniken raten auf ihrer Website davon ab: Der Alkohol gelangt über den Mund und die Speiseröhre in den Magen und hat dort auf Sars-CoV-2-Viren überhaupt keine Wirkung - diese treiben ihr Unwesen in der Lunge und den Atemwegen und sind unter anderem im Mund-Rachen-Raum zu finden. In Mund und Rachen wirkt der hochprozentige Alkohol zwar kurz, die Wirkung lässt aber zügig wieder nach. Den Körper mit Alkohol einzureiben ist ebenfalls nutzlos - eher noch schadet der Alkohol der Haut. Die Desinfektion der Hände ist davon ausgenommen.

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#6 Vorsicht vor zu heißen Bädern

Heiß Baden und Saunieren gegen Corona? Wirkt auf den ersten Blick plausibel, da die Corona-Viren hitzeempfindlich sind, auf den zweiten Blick sollten Sie das aber besser unterlassen. Laut Healthcare in  Europe fanden Forscher der Technischen Hochschule Ulm  in einer Studie heraus, dass Coronaviren bereits bei einer relativ geringen Temperatur abgetötet werden. Die Wissenschaftler ermittelten, dass die Viren bei einer Temperatur von 60° Celsius eine halbe Stunde überleben, bei einer Temperatur von 100° Celsius wird ihnen bereits nach einer halben Minute der Garaus gemacht. 

Das Problem ist offensichtlich: Wir riskieren bei einer Badewasser-Temperatur von 60° Celsius schwere Verbrühungen unserer Haut - bei einer geringeren Temperatur werden die  Viren nicht vernichtet. Zudem bleibt die Temperatur in unserem Körper - dort wo sich die Viren aufhalten -  bei unter 40° Celsius. Das selbe gilt für die Sauna: In Bereichen, die beispielsweise bis auf 90 oder 100° Celsius erhitzt werden, mögen die Viren auf Flächen abgetötet werden - die Viren, die allerdings in unserem Körper stecken, sind davon nicht betroffen. 

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Fazit: Weder Aspirin noch Mundspülung schützen wirksam vor einer Corona-Infektion

Ein heißes Bad, Vitamin D oder Aspirin: Es kursieren viele Gerüchte, welche Mittel vor Corona schützen, doch tatsächlich vor dem Coronavirus schützen wird erst ein Impfstoff. Bis dahin sollten die geltenden Empfehlungen für einen Schutz vor einer Infektion befolgt werden - beispielsweise Maske tragen, Abstand halten und Kontakte einschränken. 

 

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