• Virologe Alexander Kekulé befürchtet Katastrophe
  • Horror-Weihnachtsprognose: Immenser Anstieg von Infektionen 
  • Virologe schlägt Corona-Meldesystem vor

Der Virologe Alexander Kekulé blickt wenig optimistisch auf Weihnachten. "Wenn wir jetzt an Weihnachten die Infektionen über die Familie an die ältere Generation weitergeben, könnte das eine Katastrophe geben", sagte der Professor der Universität Halle-Wittenberg der "Abendzeitung" (Donnerstag).

Enger Kontakt zwischen Familienmitgliedern kann zu "hohen Todeszahlen" führen

Familienfeiern im großen Kreis mit mehreren Generationen sieht der Virologe mit Sorge. "Während das in Deutschland eher selten der Fall ist, hatten wir in Ländern, in denen der Kontakt zwischen den Generationen kontinuierlich sehr eng ist, speziell in Italien, ganz fürchterliche Ausbrüche mit hohen Todeszahlen."

Nun hat der Virologe ein privates Corona-Meldesystem für Veranstaltungen ab 20 Personen vorgeschlagen. "Alle Veranstalter, auch die privaten, sollten in die Pflicht genommen werden, die Teilnehmer zu registrieren", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Sei ein Teilnehmer positiv, könne der Veranstalter alle anderen warnen. "Dadurch könnte man ein paralleles Meldesystem einziehen, das auf privater Ebene viel, viel schneller ist und das eine höhere Bereitschaft zur Mitwirkung hätte", sagte Kekulé.

Mit Blick auf Weihnachten sagte Kekulé, es gebe "die ernstzunehmende besondere Gefahr, dass sich viele Menschen infizieren, die über 70 Jahre alt sind. Und diese haben, wenn sie sich infizieren, ein Sterberisiko von fast zehn Prozent." Aber dieses Risiko sei zu steuern.

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Die in der vergangenen Woche von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen beinhalteten die Möglichkeit, dass bis Weihnachten die Infektionszahlen deutlich gesunken seien. "Die Politik wettet hier auf fallende Zahlen. Wenn es sehr viel anders kommt, haben die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin ein Kommunikationsproblem."

Optimistischer Ausblick: "Im Sommer könnte Corona verschwinden"

Mit einer Impfung der gesunden Allgemeinbevölkerung rechnet Kekulé nach eigener Aussage im Zeitraum April bis Juni. "Im Sommer könnte die Seuche dann verschwinden und im Herbst hoffentlich nicht wiederkommen. Das ist mein optimistisches Szenario."

Vom 23. Dezember bis längstens 1. Januar sollen nach den Beschlüssen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten Treffen "im engsten Familien- oder Freundeskreis" mit höchstens zehn Personen stattfinden dürfen, ob drinnen oder draußen. Kinder bis 14 Jahren zählen nicht mit.

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