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Corona-Infektion

Ungewöhnliche Omikron-Symptome: So unangenehm verläuft die Infektion

Die Omikron-Variante verbreitet sich noch immer rasend schnell - aber wie erkenne ich eine Infektion eigentlich? Im Vergleich zur Delta-Variante des Coronavirus kann sich die Erkrankung mit einigen recht ungewöhnlichen Symptomen bemerkbar machen.
Pseudokrupp ist eines von vielen ungewöhnlichen Omikron-Symptomen
Omikron-Symptome können ungewöhnlich sein - vor allem im Vergleich zu einer Delta-Infektion. Foto: mohamed_hassan/pixabay.com
  • Besondere Omikron-Symptome: Sie unterscheiden sich von Delta
  • So lässt sich eine Omikron-Infektion erkennen
  • Bei Kindern und Erwachsenen treten unterschiedliche Symptome auf 
  • Magen-Darm-Probleme können bei Kindern wichtiges Anzeichen sein
  • Neues Omikron-Symptom entdeckt: Darunter leiden besonders viele Infizierte

Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich noch immer weltweit aus, auch unter Geimpften.  Eine Entwicklung, die sowohl in der Wissenschaft als auch der Politik mit Sorge betrachtet wird. Das Tückische an der Omikron-Variante ist, dass die Symptome andere sind, als die bisher bekannten. Tipp: Unser Autor ist an der Omikron-Variante erkrankt - lies hier seinen Kommentar und warum er die Selbsttests jetzt für gefährlich hält.

Besondere Symptome bei Omikron-Infektion: Bei diesen Anzeichen solltest du reagieren

Mittlerweile wissen wir, dass sich Omikron deutlich schneller ausbreitet als vorherige Virus-Varianten. Ebenso beobachten Ärzte neuartige Symptome bei Menschen, die sich damit infizieren, insbesondere bei Kindern. Der Verlauf einer Omikron-Infektion unterscheidet sich demnach mitunter deutlich von der Delta-Variante. 

Doch woran genau lässt sich eine Infektion mit der Omikron-Variante also erkennen? 

Während frühere Varianten des Coronavirus, wie die Delta-Variante, oft im Zusammenhang mit typischen Grippesymptomen auftraten (Geschmacks- und Geruchsverlust, Husten und Fieber), macht sich eine Omikron-Infektion anders bemerkbar.

Fünf neue Symptome, die bei einer Infektion mit der Omikron-Variante auftreten können: 

  • nächtliche Schweißausbrüche
  • Delirium bei älteren und gebrechlichen Patienten
  • in einzelnen Fällen Hautausschläge
  • ein trockener, wunder Hals und starke Schmerzen beim Schlucken
  • Appetitlosigkeit: Das geht aus neuen Ergebnissen der britischen "ZOE Covid-Studie" hervor. 

Im Vergleich zu Delta-Infizierten traten diese Symptome bisher nicht auf und sind ein Hinweis auf eine Omikron-Infektion.  Auch interessant: Corona-Selbsttests speziell für Omikron.

Die britischen Forscher*innen haben in ihrer "ZOE Covid-Studie" zudem beobachtet, dass mittlerweile nur noch rund 50 Prozent der Covid-Infizierten "klassische" Anzeichen wie Husten, Fieber oder einen Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns zeigen. Vor allem bei asymptomatischen Patienten könnte Appetitlosigkeit also auf eine Infektion hinweisen, wenn die Person unter keinen weiteren Beschwerden leidet.

Omikron und Delta: So unterscheiden sich die Symptome bei den Corona-Varianten

Studienleiter und Epidemiologe Tim Spector weist aber darauf hin, dass sich die Symptome der Omikron- und Delta-Variante nicht allzu stark voneinander unterscheiden würden. Eine Infektion mit einer bestimmten Variante also allein an einzelnen Symptomen festzumachen, sei daher schwierig.

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Bereits Ende November hatte die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbandes (SAMA), Angélique Coetzee, erstmals von ungewöhnlichen Symptomen bei Omikron-Infizierten berichtet. Die Betroffenen klagten über extreme Erschöpfung und Müdigkeit, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.

Der Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns kam dagegen nicht vor. Mediziner*innen aus Norwegen, Südafrika und dem Vereinigten Königreich haben außerdem festgestellt, dass eine große Vielzahl an Patient*innen über einen extrem wunden Hals mit starken Schmerzen beim Schlucken klagen. Diese Entwicklung sei laut Expert*innen deshalb so wichtig, weil sie möglicherweise eine Veränderung des Ortes widerspiegle, an dem der Virus die Atemwege infiziert.

Omikron-Symptome variieren - je nach Alter der Infizierten

Doch wie bei bisherigen Corona-Varianten variieren die Symptome je nach Alter der Erkrankten. Coetzee gab zu bedenken, dass die genannten Symptome nur bei jüngeren Menschen auftraten, bei älteren nicht. Zudem ist die Bevölkerung in Südafrika im Durchschnitt jünger als beispielsweise in Deutschland. Die Beobachtungen des Ärzteverbands lassen sich also nicht unmittelbar auf andere Länder übertragen.

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Ein Arzt aus Großbritannien hat inzwischen noch einen weiteren Unterschied bemerkt: Bei Kindern unterscheiden sich die Symptome der Omikron-Variante abermals. David Lloyd, Hausarzt in London, hat bei Sky News berichtet, dass bei etwa 15 Prozent der infizierten Kinder ein Hautausschlag aufgetreten sei.

Zwar gab es schon immer eine kleine Gruppe Covid-Patienten, die einen "seltsamen Ausschlag" bekamen, jedoch nicht in dieser Häufigkeit. Zudem litten die Kinder unter Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Omikron bei Erwachsenen: Extremer Nachtschweiß als Symptom

Lloyds Beobachtungen sind jedoch subjektiv und noch nicht durch Studienergebnisse bestätigt. Auch bei den bislang bekannten Corona-Varianten hatten sich nach einer gewissen Zeit unterschiedliche Symptome bei Kindern und Erwachsenen gezeigt.

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Laut Robert-Koch-Institut sind die typischen Symptome bei Erwachsenen, die sich mit der herkömmlichen Corona-Varianten infiziert haben, Husten, Fieber, Schnupfen und Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns. Ein weiteres Symptom, das sich bei Omikron-Infizierten mehr und mehr bemerkbar macht, soll extrem starker Nachtschweiß sein. Mehrere Betroffene haben darüber geklagt."

Es handelt sich dabei um diese nächtlichen heftigen Schweißausbrüche, nach denen man sich umziehen muss", wie Dr. Amir Khan gegenüber dem britischen Fernsehsender ITV sagt. Kahn ist der Auffassung, dass dieses Symptom auf die offizielle Liste des britischen Gesundheitsdienstes NHS mit aufgenommen werden soll.

Neues Omikron-Symptom entdeckt: Vermehrt Delirium bei älteren Personen

"Dies ist die erste Studie, die vermehrt Delirium als Covid-19-Symptom bei älteren gebrechlichen Erwachsenen im Vergleich zu anderen älteren Erwachsenen zeigt", sagen die Forschenden um Maria Beatrice Zazzara, Rose S. Penfold und Amy L. Roberts vom Department of Twin Research and Genetic Epidemiology am King’s College London. In ihrer Studie hatte das Forscherteam untersucht, wie sich Corona bei älteren, geschwächten Menschen zeigen kann. Auffällig war hier laut dem Forschungsteam eine deutlich erhöhte Rate an Delirium genannt. Dabei handelt es sich um eine akute Bewusstseinsstörung, die unter anderem mit Desorientiertheit, Verwirrtheit und Halluzinationen einhergehen kann.

Es wurden Daten von 322 Krankenhauspatienten im Alter ab 65 Jahren analysiert. Stationär behandelt wurden diese im Zeitraum zwischen 1. März 2020 und 5. Mai 2020. Verglichen wurden die Daten mit 535 über-65-jährigen Teilnehmer*innen an der britischen Covid-19-Symptomstudie. 

Ärzte und Angehörige sollten deshalb bei geschwächten Menschen auf Änderungen des Geisteszustands achten und Delir-Symptome wie Verwirrtheit, Schlafstörungen, psychomotorische Unruhe mit starkem Bewegungsdrang und Bettflucht sowie übertriebene Heiterkeit und unbegründete Angst immer ernst nehmen. 

Überblick: Das sind die Omikron-Symptome bei Kindern und Erwachsenen 

Erwachsene:

  • Kopfschmerzen
  • Kratzen im Hals
  • Fieber
  • Generell mildere Symptome
  • Kein Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns
  • möglicher extrem starker Nachtschweiß
  • Appetitlosigkeit
  • Extrem wunder, rauer Hals mit starken Schmerzen beim Schlucken
  • Delirium bei älteren und gebrechlichen Patienten

Kinder:

  • Hautausschlag
  • Pseudokrupp
  • Gliederschmerzen
  • Extreme Müdigkeit und Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Probleme
  • Kein Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns

Ist mein Kind mit Omikron infiziert? Auf diese Symptome solltest du achten

Kinder reagieren etwas anders auf die Infektion mit der Omikron-Variante. Zum einen sind die Symptome oftmals milder, zum anderen beobachteten Ärzte bei ihnen vermehrt Magen-Darm-Probleme - auch ohne jegliche Symptome wie Kurzatmigkeit, die auf eine Lungenerkrankung hinweisen würden. Ein Symptom, das bei Kindern mehrfach beobachtet wurde, ist der sogenannte "Pseudokrupp". Bei Pseudokrupp ("Laryngotracheitis") handelt es sich um eine Virusinfektion, die bislang vor allem bei Atemwegsinfektionen auftrat. Corona-Patient*innen litten bislang selten darunter, die Omikron-Variante scheint das jedoch zu ändern. Mehr dazu, kannst du hier nachlesen. 

Genauere Studien zu den Symptomen der Omikron-Variante sind noch abzuwarten. Die ersten Beobachtungen von Ärzten wie Lloyd und Coetzee sind dennoch wertvoll, um mögliche Infektionen leichter zu erkennen. Eltern sollten also die Besonderheiten der Erkrankung bei Kindern im Hinterkopf behalten und im Fall der Fälle mit den Kleinen zum Arzt gehen.

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