• Covid-Infektion wirkt sich auf kognitive Fähigkeiten aus
  • Corona-Patienten klagen über Gedächtnisprobleme
  • Studie belegt Unterschiede zwischen stationär und ambulant Behandelten

Eine neue Studie zu Covid-Landzeitfolgen warnt davor, dass eine Corona-Infektion auch Auswirkungen auf das Gedächtnis und Sprachvermögen haben kann. Die Forscher fanden heraus, wie stark sich kognitive Fähigkeiten nach einer Erkrankung mit dem Coronavirus verschlechtern.

Kognitive Defizite nach Ansteckung

Verlief die Infektion besonders schwer, fallen auch die Langzeitfolgen drastischer aus: Die Neurologen Jacqueline Becker, Jenny Lin und Molly Doernberg kamen zum Ergebnis, dass Patienten, die stationär in einer Klinik behandelt werden mussten, häufiger von den Auswirkungen betroffen sind als ambulante Patienten. Ihre Erkenntnisse haben sie kürzlich in der Fachzeitschrift „Jama“ veröffentlicht.

Auf den Zusammenhang kamen die Forscher, da sich Personen nach einer Covid-Infektion vermehrt über eine Verschlechterung ihrer kognitiven Fähigkeiten beklagt hatten und ihr Gedächtnis als „vernebelt“ beschrieben. Von April 2020 bis Mai 2021 wurden insgesamt 740 Patienten zwischen 38 und 59 Jahren bezüglich ihrer kognitiven Defizite befragt, 63 Prozent waren weiblich.

Dabei kam heraus, dass vor allem die Geschwindigkeit, mit der neue Informationen im Gehirn verarbeitet und eingeordnet werden und eine Reaktion darauf erfolgt, beeinträchtigt ist. 35 Prozent der stationär Behandelten gaben außerdem an, länger für die richtige Wortwahl zu brauchen und sich schlechter an Dinge erinnern zu können. Dies war aber nur bei 13 Prozent der ambulanten Patienten der Fall. Stationäre Patienten zeigten zudem eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne als ambulante Patienten: Hier gaben 15 Prozent an, nach einem stationären Klinikaufenthalt weniger aufmerksam zu sein als vor der Erkrankung, bei den ambulanten Patienten waren es nur fünf Prozent.

Gedächtnisprobleme auch bei jüngeren Menschen

Normalerweise sind vor allem ältere Patienten nach einer schweren Erkrankung dafür anfällig, unter solchen kognitiven Defiziten zu leiden. Das Durchschnittsalter der Befragten zeige aber, dass eine Covid-Infektion diese Symptome auch bei jüngeren Menschen hervorrufen kann und dies auch noch mehrere Monate nachdem sich die Patienten bereits von der Infektion erholt hatten. In Folgestudien soll untersucht werden, welche langfristigen Auswirkungen eine Infektion auf die Gesundheit der Patienten hat und wie diese behandelt werden können.

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