• Totimpfstoff und Lebendimpfstoff: Das ist der Unterschied
  • Das sind die aktuell zugelassenen Impfstoffe gegen das Coronavirus
  • Welche Corona-Impfstoffe könnten in Zukunft folgen?
  • Was sind die Vorteile bei Totimpfstoffen?

Seit  vielen Monaten laufen die Corona-Impfungen bereits. Mittlerweile bekommen viele Menschen sogar schon ihre dritte Impfdosis - die sogenannte Booster-Impfung. Aber was viele nicht wissen: Impfstoff ist nicht gleich Impfstoff. Das zeigen schon die Angaben der Hersteller von den in Deutschland zugelassenen Vakzinen von Johnson & Johnson oder auch Biontech/Pfizer. Die Impfstoffe haben nicht nur unterschiedliche Wirkungsmechanismen, auch die angegebene Schutzwirkung vor schweren Krankheitsverläufen unterscheidet sich mit 85 Prozent und 95 Prozent recht deutlich.

Totimpfstoff und Lebendimpfstoff: Das sind die Unterschiede

Gerade bei Impfstoffen gibt es Unterschiede unter den Arten und Wirkungsweisen. Ein Beispiel: Der Unterschied von Totimpfstoffen zu Lebendimpfstoffen. Unter sogenannten Totimpfstoffen werden Impfstoffe verstanden, die entweder nur abgetötete Krankheitserreger oder aber Bestandteile der Krankheitserreger enthalten. Diese werden auch inaktivierte Impfstoffe genannt. Die Bezeichnung kommt daher, dass die im Impfstoff enthaltenen Krankheitserreger keine Möglichkeit mehr haben sich zu vermehren, geschweige denn eine Krankheit auszulösen.

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Trotzdem können die mit dem Totimpfstoff verabreichten Erreger das Immunsystem aktivieren, sodass es die gewünschten Antikörper produziert. Bekannte "Totimpfstoffe" sind beispielsweise Vakzine gegen Kinderlähmung, Hepatitis B oder Tetanus. Auch die Impfstoffe gegen Diphtherie oder Keuchhusten sind Totimpfstoffe. 

Diese Art der Impfstoffe ist so beliebt, weil sie weniger Nebenwirkungen mit sich bringen. Nicht umsonst sind die Totimpfstoffe die verbreitetste Art der Impfstoffe. Ihre Herstellung ist zwar alles andere als einfach, dafür lassen sich relativ schnell große Mengen produzieren. Doch es gibt einen entscheidenden Nachteil: Die Schutzwirkung der Totimpfstoffe lässt mit der Zeit nach. Deswegen ist es notwendig, die Schutzimpfung von Zeit zu Zeit wieder aufzufrischen. Die Zeitspanne reicht dabei von drei bis zehn Jahren.

Jede Impfung ist anders: Vor- und Nachteile der Impf-Varianten

Die Lebendimpfstoffe enthalten, wie der Name nahelegt, lebendige Krankheitserreger. Weil die Krankheitserreger noch leben, können sie sich auch noch im Körper vermehren. Allerdings sind sie so modifiziert worden, dass sie die Erkrankung nicht auslösen können. In Ausnahmefällen ist es möglich, dass eine Lebendimpfung zu einer leichten sogenannten "Impfkrankheit" führt. Bei der Masern-Impfung sind das die sogenannten "Impf-Masern". Dabei kann rund eine Woche nach dem Verabreichen des Vakzins ein leichter Ausschlag auftreten, der eine Ähnlichkeit mit Masern aufweist. Der ist allerdings nicht ansteckend, im Gegensatz zu richtigen Masern. 

Tot- und Lebendimpfstoffe sind jedoch nicht die einzigen Arten von Impfungen. Sie zählen zu den sogenannten Ganzvirus-Impfstoffen. Daneben gibt es noch genbasierte Impfstoffe wie mRNA- oder DNA-Impfstoffe, Vektor-Impfstoffe und Protein-basierte Impfstoffe.

Die proteinbasierten Impfstoffe zählen in Fachkreisen als Untergruppe der Totimpfstoffe. Sie enthalten ausschließlich ausgewählte Virusproteine. Die derzeit entwickelten Coronavirus-Impfstoffe erstrecken sich über die gesamte Bandbreite der Impfstoff-Arten. Allerdings ist noch nicht jeder Impfstoff in Europa zugelassen. Die bisher in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffe sind ausschließlich mRNA- und Vektor-Impfstoffe, das könnte sich aber noch ändern.

Diese Corona-Impfungen gibt es bisher

Als Impfstoffe der mRNA- und DNA-Kategorie sind aktuell die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Curevac vertreten. Der Curevac-Impfstoff befand sich bis Mitte Oktober im "Rolling-Review"-Verfahren. Das bedeutet, dass der Antrag auf Impfstoff-Zulassung bereits bearbeitet wird, bevor alle dafür notwendigen Unterlagen bei der Kommission vorliegen, schreibt das Paul-Ehrlich-Institut. Am 12.10.2021 hat Curevac jedoch den Antrag auf die Zulassung zurückgezogen, wodurch die Europäische Arzeimittelagentur das Rolling-Reviev-Verfahren beendet hat.

Die Impfstoffe von Astrazeneca, Johnson&Johnson und Sputnik V sind sogenannte Vektorimpfstoffe. In Deutschland zugelassen sind von den drei Vektor-Impfstoffen aber bislang nur Astrazeneca und Johnson&Johnson. Für Sputnik V läuft derzeit das Rolling-Review-Verfahren. 

Die bisher einzigen zugelassenen Totimpfstoffe gegen das Coronavirus stammen beide aus China. Sowohl Coronavac als auch BBIBP-CorV sind aber auch nur in diesem Land zugelassen. Derzeit gibt es keinen Zulassungsantrag für Europa oder die USA. Die französich-österreichische Firma Valneva arbeitet momentan mit ihrem Impfstoff "VLA2001" an einer Zulassung. Das Unternehmen befindet sich zu diesem Zeitpunkt in einer Phase-3-Studie mit mehr als 4000 Teilnehmenden.

Wird Novavax bald zugelassen?

Der einzige Corona-Impfstoff auf Protein-Basis ist derzeit Novavax aus den USA. Dieser Impfstoff ist derzeit jedoch noch in keinem Land zugelassen - abgesehen von Indonesien. Auch er befindet sich im Rolling-Review-Verfahren. Die EU sicherte sich aber bereits den Zugriff auf bis zu 200 Millionen Dosen des neuen möglichen Corona-Impfstoffs aus den USA. 

Über die neue Vereinbarung können Mitgliedstaaten zunächst 100 Millionen Dosen von Novavax kaufen. Zudem gibt eine Option für den Kauf von weiteren 100 Millionen, sobald das Vakzin von der EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) überprüft wurde.

Der Impfstoff NVX-CoV2373, der zweimal gespritzt werden muss, hat laut den jüngsten Studien eine Wirksamkeit von 90,4 Prozent, wie Novavax im Juni mitteilte. Das heißt, dass bei geimpften Probanden rund 90 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als bei nicht geimpften.  Das Vakzin enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen.

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