• Die Grippe-Impfung verhindert einen schweren Corona-Verlauf
  • Ungeimpfte Personen landen bei einer Infektion mit dem Coronavirus häufiger auf der Intensivstation, als Personen, die gegen die Grippe geimpft sind. 
  • Man kann den Grippe-Impfstoff jedoch nicht durch den Corona-Impfstoff ersetzen

Die Grippe-Impfung verhindert teilweise einen schweren Corona-Verlauf. Das haben Forscher*innen aus Miami in einer Studie herausgefunden. Dabei haben sie die Gesundheitsdaten von 73.000 Patient*innen verglichen, die alle mit dem Coronavirus infiziert waren. Sie griffen dabei auf die TriNetX Datenbank zurück. Die Hälfte davon war gegen das Grippevirus geimpft, die andere Hälfte war nicht geimpft. Diejenigen, die gegen das Grippevirus geimpft waren und an Corona erkrankt sind, mussten seltener im Krankenhaus und in der Intensivstation behandelt werden. 

Grippe-Impfung könnte schweren Corona-Verlauf verhindern

Dennoch muss betont werden: Die Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 sind der einzige verlässliche Schutz vor Covid-19.  Denn sie bringen unser Immunsystem dazu, Antikörper und spezifische Abwehrzellen gegen das Virus zu bilden und wappnen es so gegen die Infektion. Schon länger gibt es jedoch auch Hinweise darauf, dass auch Grippe-Impfungen zumindest den Verlauf einer Corona-Erkrankung abmildern können

Bei der Studie aus Miami zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit, einen schweren Verlauf von Covid-19 und Komplikationen wie Thrombosen, Schlaganfälle oder eine Sepsis zu erleiden, bei den Teilnehmer*innen geringer war, die gegen die Grippe geimpft waren. Konkret mussten die Patient*innen in der ungeimpften Gruppe 20 Prozent häufiger auf der Intensivstation behandelt werden, entwickelten 40 Prozent häufiger tiefe Venenthrombosen, 45 Prozent häufiger eine Sepsis und 58 Prozent häufiger einen Schlaganfall. Bei der Auswahl der Patient*innen für die Studie achteten die Forscher*innen darauf, dass alle ein ähnliches Alter und einen ähnlichen Gesundheitszustand haben. Die Untersuchungsgruppe der Geimpften war mindestens zwei Wochen und maximal sechs Monate vor der Covid-Diagnose gegen Grippe geimpft worden. 

Nach Ansicht der Wissenschaftler*innen spricht dies dafür, dass eine frische Grippe-Impfung zumindest in Teilen vor den schwersten Folgen der Corona-Infektion schützen kann. Zwar sind sich die Erreger von Influenza und Covid-19 nicht einmal in Ansätzen ähnlich, die Impfung gegen Grippe mobilisiert aber neben der spezifischen Abwehr gegen das Influenzavirus auch die unspezifische Immunabwehr - und das könnte dem Körper im Kampf gegen SARS-CoV-2 helfen und den Verlauf von Covid-19 günstig beeinflussen. 

Die Grippe-Impfung verhindert eine Doppelinfektion mit Corona und Influenza

Die Grippe-Impfung ist aber auch deshalb wichtig, weil sie eine Doppelinfektion mit SARS-CoV-2 und Influenza verhindert. "Ungeachtet der möglichen Schutzwirkung gegen schwere Folgen von Covid-19 ist vor allem dies Grund genug, eine Grippe-Impfung zu propagieren: Sie hilft, die Influenzafälle unter Kontrolle zu halten und entlastet dadurch die Gesundheitssysteme", so Susan Taghioff von der University of Miami. 

Corona-Impfstoffe: Rettung oder Risiko? Wirkungsweisen, Schutz und Nebenwirkungen der Hoffnungsträger 

Allerdings: "Die Influenza-Impfung ist auf keinen Fall ein Ersatz für eine Corona-Impfung", betont Taghioff. "Wir appellieren an alle, sich, wenn irgend möglich, gegen Covid-19 impfen zu lassen - nur das schützt zuverlässig." Eine Chance wäre die Grippe-Impfung aber überall dort, wo bisher noch nicht genügend Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar ist. "Dieses Ergebnis ist vor allem deshalb wichtig, weil die Pandemie viele Teile der Welt an ihre Grenzen bringt", erklärt Taghioffs Kollege Devinder Singh. "Bisher ist erst ein kleiner Teil der Welt vollständig gegen Covid-19 geimpft." 

Die Studie wurde beim europäischen Kongress für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten vorgestellt. Die Ergebnisse sollen in einem Journal veröffentlicht werden, aktuell gibt es aber noch keine schriftliche Veröffentlichung. 

Auch interessant: Nebenwirkungen bei Biontech/Moderna: Das kann bei einer mRNA-Impfung drohen

Artikel enthält Affiliate Links
*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach nützlichen Produkten für unsere Leser. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.