Die Omikron-Variante des Coronavirus ist ersten Anzeichen nach besonders ansteckend. Das zeigt nun auch ein Fall aus Südafrika: Sieben Menschen aus Deutschland haben sich mit der neuen Virusvariante infiziert - alle hatten bereits ihre Booster-Impfung erhalten. Das geht aus der aktuellen Studie eines Teams von deutschen und südafrikanischen Forschenden hervor.

Die Gruppe bestand aus fünf Frauen und zwei Männern im Alter von 25 bis 39 Jahren, die zwischen November und Dezember 2021 in Kapstadt waren. Relevante Vorerkrankungen hatte keiner von ihnen, heißt es in der Studie, die im Social Science Research Network (SSRN) erschienen ist. Der Großteil war mit dem Impfstoff von Biontech immunisiert worden. Die Booster-Impfung lag bei allen mindestens einen Monat, aber maximal zwei Monate zurück, und bei ihrer Ankunft in Südafrika wurden sie negativ auf Corona getestet.

Erstmals Menschen trotz Booster-Impfung mit Omikron-Variante infiziert

Gegen Ende November, als die Zahl der Infektionen mit der Omikron-Variante in der Region um Kapstadt deutlich anstieg, zeigten sich bei ihnen erste Symptome: Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Erschöpfung. Kurz darauf folgte die Diagnose Covid-19 und sieben Infizierte begaben sich in Quarantäne.

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Durchbruchsinfektionen gebe es aktuell sehr viele, erklärte Wolfgang Preiser, Mitglied des Forschungsteams, das die Omikron-Variante entdeckt hat, im Gespräch mit dem Tagesspiegel. "Was wir nicht wussten ist, dass auch eine Booster-Impfung mit Biontech/Pfizer das nicht verhindert." Die sieben Fälle sind die bislang ersten bekannten Durchbruchsinfektionen mit der Omikron-Variante trotz dritter Impfdosis.

"Das darf man natürlich nicht falsch verstehen, dass die Impfung nicht helfe", betont Preiser, der ebenfalls an der aktuellen Studie mitgewirkt hat. Es zeige nur, dass auch die "bestmögliche Impfung" offenbar nicht ausreiche, um eine Infektion zu verhindern - "was wir ja schon geahnt haben", sagte Preiser.

Corona-Impfung hilft - muss aber angepasst werden

In der ersten Woche nach dem Auftreten der Symptome ist die Corona-Erkrankung bei allen mild verlaufen. "Dies deutet darauf hin, dass eine vollständige Impfung, gefolgt von einer Auffrischungsdosis, immer noch einen guten Schutz gegen eine schwere Covid-19-Erkrankung bietet", so die Studienautoren und -autorinnen. Allerdings wurde die Gruppe nur über kurze Zeit beobachtet, über mögliche Langzeitfolgen ließe sich daher noch nichts sagen.

Während ihrer Quarantäne führten die Infizierten ein "Symptome-Tagebuch". Die häufigsten Beschwerden waren demnach ein trockener Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Kurzatmigkeit - alles typische Corona-Symptome. "Man kann jetzt natürlich sagen: Das sind doch ohnehin junge Leute. Aber man kann schon davon ausgehen, dass zumindest ein schwerer Verlauf verhindert wird", so Preiser.

Den wichtigsten Schluss, den das Forschungsteam aus der Studie zieht, ist daher, dass die Corona-Impfstoffe gegen die Omikron-Variante angepasst werden muss. Die Hersteller wie Biontech/Pfizer und Novavax haben damit bereits begonnen. Doch bis es so weit ist, ist die Booster-Impfung der beste Schutz gegen das Virus und eine schwere Corona-Erkrankung. Und ebenso wichtig: Sogenannte nicht-pharmazeutische Schutzmaßnahmen wie Masken, Abstand und Kontaktbeschränkungen sollten weiterhin eingehalten werden, empfiehlt das Forschungsteam.

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