Das Wiener Unternehmen "Viravaxx" hat in Zusammenarbeit mit der Wiener Universität ein neues Projekt gestartet, um eine neue Diagnostik und Impfplattform für "Covid-19" zu schaffen. Möglich machen soll das eine neue Computersimulation. Mit der sogenannten "Si/SiO2"-Technologieplattform werde ein bestimmtes Muster erstellt, welches die Strukturproteine des "Sars-CoV-2"-Virus sowohl in herkömmlicher, als auch in bereits angedockter Form darstelle, so die Forscher.

Zur Erinnerung: Das Coronavirus ist so ansteckend, da es durch seine Proteine besonders schnell an anderen Zellen andockt. Durch die angestrebte Übersicht könnten die Forscher herausfinden, welche strukturellen Bereiche die Virusproteine abdecken. Zudem wäre erkennbar, welche Bereiche nach einer Infektion mit dem Virus eine Immunantwort auslösen.

Coronavirus-Impfung: Forscher wollen Virus verstehen

Im weiteren Verlauf planen die verantwortlichen von "Viravaxx" eine klinische Studie, in der die potenzielle "Virusneutralisierungskapazität" von "Covid-19"-Patienten ergründet werden soll. Dabei sollen rund 200 Patienten mit mildem und 200 Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf aufgenommen und mit 200 gesunden verglichen werden.

Aus der gewonnenen Daten sowie den klinischen Aufzeichnungen wollen die Wissenschaftler sogenannte "Antikörpersignaturen" ableiten - mithilfe von Algorithmen. Auf diese Weise können genetischen Merkmale erkannt werden, die den Forschern bei der Identifizierung von Immunreaktionen helfen. Die körpereigenen Antworten könnten laut Angaben der Forscher einen entscheidenden Fortschritt in Bezug auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus liefern. Dazu wird wohl auf Tierversuche als Experimente zurückgegriffen. 

Rainer Henning, CEO von Viravaxx erklärte: "In der gegenwärtigen Covid-19-Pandemie sind zwei Hauptforderungen in aller Munde. Erstens besteht ein dringender Bedarf an serologischen Tests, mit denen die schützende Immunität wirksam identifiziert werden kann, damit Menschen, die immun sind, wieder arbeiten und soziale Kontakte knüpfen können. Zweitens wird ein wirksamer Impfstoff benötigt, der zuverlässig eine dauerhafte Immunität verleiht, sodass geimpfte Menschen vor künftigen Wellen von Sars-CoV-2-Infektionen geschützt sind."

Experte: "Wir wollen auch wieder Normalität"

Laut Henning habe man es bislang geschafft bei rund 30 Patienten, mit einem leichten Krankheitsverlauf, eine Immunität festzustellen..

Die andere Hälfte der Testpersonen habe zwar ebenfalls Antikörper gebildet. Allerdings zeigten diese keine hemmende Wirkung auf das Virus. Der Pharma-Experte fasst zusammen: "Bei einem Schnupfen ist es ganz ähnlich: Auch gegen den gibt es Antikörper, aber die machen nicht immun. Sie sind gegen die falsche Stelle des Virus ausgerichtet.“ Deswegen bekomme man den Schnupfen immer wieder."

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