Eine Infektion mit dem Coronavirus bringt vielfältige Symptome mit sich. Neben Husten, Niesen oder einer laufenden Nase zählt auch eine Störung des Geruchs- und oder des Geschmackssinns dazu. Hierzulande wird das Symptom immerhin von 15 Prozent der Infizierten bemerkt, wie das Robert-Koch-Institut mitteilt

Bereits im April wurde über das Symptom berichtet. Seither ist nicht endgültig geklärt, worauf der Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns zurückzuführen ist. Eine Studie der "John Hopkins University School of Medicine" bringt nun neue Erkenntnisse. Diese können wichtig für einen Therapieansatz werden. 

Coronaviren beschädigen Riechschleimhaut

Um herauszufinden, worauf der Verlust zurückzuführen ist, untersuchte das Forschungsteam das Gewebe aus der Nase von 23 Patienten. Die Proben wurden wegen verschiedener Nasen-Operationen aus der Nase entfernt. Zudem wurden Proben der Luftröhre von sieben weiteren Personen untersucht. Keiner der Probanden wurde positiv auf das Coronavirus getestet. 

Eine Hauptrolle bei der Untersuchung spielen ACE2-Rezeptoren: Darüber können Viren leicht in den Körper eindringen und so eine Infektion auslösen. Um unter dem Mikroskop solche Rezeptoren erkennen zu können, nutzten die Forscher sogenannte Fluorszenzmarker. So fanden die Forscher in dem Nasen-Gewebe eine extrem hohe Konzentration von ACE2-Rezeptoren. 

Besonders hoch war deren Anteil im Riechepithel - und damit in dem Bereich der Nasenschleimhaut, die für das Riechen zuständig ist. In den Zellen dieser Riechschleimhaut kamen ACE2-Rezeptoren etwa 200 bis 700-mal häufiger vor, als in anderen Bereichen der Nasenschleimhaut oder der Luftröhre.

Beschädigung der Zellen sorgt für Verlust des Geruchssinns

Gerade weil ACE2-Rezeptoren anfällig sind, könnte das eine Erklärung für die Beschädigung des Geruchssinns sein. Weil die beschädigten Zellen nicht richtig arbeiten können, geht eine Corona-Infektion bei vielen Patienten mit einer zwischenzeitlichen Einschränkung oder gar dem Verlust des Geruchssinns einher.

kyw