• Omikron-Variante: Neue Super-Corona-Variante B.1.1.529 in Südafrika entdeckt
  • WHO stuft Variante als "besorgniserregend" ein - vier bestätigte Fälle in Bayern
  • Weitere Fälle in Deutschland
  • Großbritannien beruft G7-Gesundheitsministertreffen ein
  • Deutschland schränkt Flugverkehr ein
  • Deutschland erklärt unter anderem Südafrika zum Virusvariantengebiet

Die Omikron-Variante des Coronavirus bestimmt seit dem Wochenende die internationale Pandemie-Debatte. Bei einer Pressekonferenz in Südafrika hatten Forschende verkündet, dass sie eine neue Corona-Variante identifiziert haben, die wohl am exponentiellen Anstieg der Corona-Infektionen in dem afrikanischen Land schuld sein könnte. Die Weltgesundheitsorganisation stufte am Freitagabend (26. November 2021) die neue Variante als "besorgniserregend" ein. Israel und Großbritannien haben bereits erste Schritte eingeleitet und den Reiseverkehr mit Südafrika stark beschränkt. In Deutschland hatte sich noch in der Nacht SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter besorgt geäußert. Wie geht es nun weiter? Weiterlesen: "Ungewöhnliche"-Symptome - was wir über die neue Corona-Variante wissen.

Update vom 30.11.2021, 19.30 Uhr: Vierter bestätigter Fall in Bayern

In Bayern ist ein vierter Fall der neuen Omikron-Variante des Coronavirus in Bayern mittels Genom-Sequenzierung bestätigt worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag (30. November 2021) in Erlangen mit. Es handele sich um eine von zwei positiv getesteten Personen, die am vergangenen Freitag aus Kapstadt in München angekommen seien.

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Derzeit besteht zudem noch bei 15 weiteren Personen ein starker Verdacht auf eine Infektion mit der Omikron-Variante. Diese seien aber noch nicht durch eine Genom-Sequenzierung nachgewiesen.

Update vom 28.11.2021, 21.00 Uhr: Drei Omikron-Fälle in Bayern, einer in Hessen - G7-Gesundheitsminister beraten

Angesichts der Verbreitung von Omikron wächst die Beunruhigung auch in Deutschland. Am Wochenende wurde die als besorgniserregend eingestufte Variante in München vom Max-von-Pettenkofer-Institut bei drei Reisenden nachgewiesen. In Hessen bestätigte sich am Sonntag der Fall eines weiteren Reiserückkehrers aus Südafrika. 

Hessens Sozialminister Kai Klose teilte am Sonntag (28. November 2021) auf Twitter mit, dass eine Sequenzierung die Variante B.1.1.529 beim Reiserückkehrer aus Südafrika nachgewiesen habe. Die Person sei aus dem Rhein-Main-Gebiet. Bei den drei Fällen in München steht laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eine Genomsequenzierung noch aus. Die Reiseanamnese habe jedoch zusammen mit einem speziellen, auf bestimmte Mutationen ausgerichteten PCR-Test (VOC-PCR) vom Max-von-Pettenkofer-Institut einen hochgradigen Verdacht erbracht. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es in Essen und in Düsseldorf erste Verdachtsfälle, die jetzt mittels Sequenzierung überprüft werden, wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Sonntag mitteilte.

Wegen der besorgniserregenden Lage hat Großbritannien ein außerplanmäßiges Treffen der G7-Gesundheitsminister einberufen. Die Fachminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen werden am Montag die aktuellen Entwicklungen diskutieren, wie die britische Regierung am Sonntagabend mitteilte. Großbritannien hat noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der G7-Staaten inne. Neben Deutschland und Frankreich gehören auch Italien, die USA, Kanada und Japan zu dem Bündnis.

Update vom 28.11.2021, 8.30 Uhr: Omikron-Infektionen in München "zweifelsfrei bewiesen"

Bei den beiden Omikron-Fällen in München steht nach Angaben des Virologen Oliver Keppler eine Genomsequenzierung noch aus. Aber es sei «zweifelsfrei bewiesen, dass es sich um diese Variante handelt», sagte der Leiter des Max-von-Pettenkofer-Instituts auf Anfrage. Die Kombination aus einem mutationsspezifischen PCR-Test und der Reiseanamnese lasse keinen Zweifel zu.

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 Am Freitagabend (26. November 2021) war ein weitere Maschine aus Südafrika in München gelandet. Es war der letzte planmäßige Flug, der vor Inkrafttreten der neuen Regelungen in München eintraf. Bayerns Gesundheitsministerium ordnete strenge Test- und Quarantäne-Bestimmungen an.

Am Samstag hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina vorgeschlagen, rasch mehrwöchige Kontaktsperren auch für Geimpfte zu verhängen, um die starke vierte Corona-Welle zu brechen. Außerdem müssten bis Jahresende 30 Millionen Menschen in Deutschland eine Booster-Impfung erhalten. Eine Impfpflicht, zumindest für Bedienstete im Gesundheitswesen, sei notwendig.

Omikron breitet sich schnell aus - Fälle in Großbritannien, Belgien, Tschechien und Italien

Die Virusvariante breitet sich offenbar schnell aus, aus vielen Ländern werden inzwischen Fälle gemeldet, darunter Großbritannien, Belgien, Tschechien und Italien. Israel schließt daher seine Grenzen für Ausländer. Derzeit ist hier ein Omikron-Fall bestätigt, sieben werden untersucht. In Großbritannien, wo zwei Fälle bekannt sind, müssen nun alle Ankommenden am zweiten Tag nach ihrer Einreise einen PCR-Test machen und bis zum Erhalt eines negativen Resultats in Quarantäne gehen, wie der britische Premier Boris Johnson mitteilte.

Die Bundesregierung schränkt aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung die Einreise aus acht Ländern im südlichen Afrika drastisch ein. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho sind seit Mitternacht als Virusvariantengebiete eingestuft. Fluggesellschaften dürfen nun im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Variante B.1.1.529 am Freitag als «besorgniserregend» eingestuft, auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Variante hat, ist aber noch offen. Auch wenn die Wirksamkeit der verfügbaren Impfstoffe bei der neuen Corona-Variante  nach bisher bekannten Daten geringer sein könnte: Die Impfung bleibt auch in diesem Fall die beste Option, wie Experten betonen.

Update vom 27.11.2021, 19.20 Uhr: Erste Omikron-Infizierte in Bayern bestätigt

In München sind die ersten beiden Fälle der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland bestätigt worden. Die beiden Reisenden seien am 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstag. Die Betroffenen hätten selbst vorausschauend eine Untersuchung auf die Virusvariante veranlasst, nachdem sie aus den Medien von der Gefahr erfahren hätten.

Das bayerische Gesundheitsministerium forderte Fluggäste, die mit demselben Flug am 24. November aus Südafrika gekommen sind, auf, sich umgehend bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Alle Personen, die in den vergangenen 14 Tagen aus Südafrika eingereist seien, sollten sofort ihre Kontakte reduzieren, einen PCR-Test unter Angabe ihrer Reisegeschichte machen und umgehend das Gesundheitsamt kontaktieren.

Überdies gelte, dass alle Personen, die aus den vom Robert Koch-Institut als Virusvarientengebieten eingestuften Gebieten im südlichen Afrika einreisen, 14 Tage in Quarantäne müssen - das gelte auch unabhängig vom Impfstatus. Von der am Freitagabend in München gelandeten Lufthansa-Maschine aus Kapstadt seien 50 Menschen in Bayern in Quarantäne. Das Flugzeug war mit rund 300 Passagieren besetzt. Zwei PCR-Tests waren positiv, wie das Ministerium zuvor mitgeteilt hatte. Ob auch diese Passagiere die neue Omikron-Virusvariante tragen, ist noch unklar.

Update vom 27.11.2021, 13 Uhr: Erster Verdachtsfall der Omikron-Variante in Deutschland

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus ist nach Angaben des hessischen Sozialministers Kai Klose "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" in Deutschland angekommen. Das teilte der Grünen-Politiker am Samstagmorgen auf Twitter mit. Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika seien mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden worden. "Es besteht also ein hochgradiger Verdacht, die Person wurde häuslich isoliert. Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus", twitterte der in Hessen auch für Gesundheit zuständige Minister. Nach Angaben des Ministeriums in Wiesbaden reiste die Person über den Frankfurter Flughafen ein.

Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "besorgniserregend" eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die neue Variante hat, steht allerdings noch nicht fest. Bis es darüber Klarheit gebe, kann es laut WHO noch Wochen dauern.

Update vom 26.11.2021, 19 Uhr: WHO stuft neue Corona-Variante als "besorgniserregend" ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat  die neue Corona-Variante B.1.1.529 als "besorgniserregend" eingestuft. Das teilte die UN-Behörde am Freitagabend (26.11.2021) nach Beratungen mit Experten mit. Laut der WHO bedeutet diese Klassifizierung, dass eine Corona-Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Zudem besteht die Gefahr, dass

bisherige Impfungen, Medikamente oder Corona-Maßnahmen weniger wirksam sind. Das neue Coronavirus B.1.1.529 weist zahlreiche Veränderungen in ihrem Erbgut auf und scheint sich schnell auszubreiten. 

Die Variante B.1.1.529 hat Mutationen an mehreren entscheidenden Stellen des Virus. Sie betreffen zum einen das Spike-Protein, über das die Viren an menschliche Zellen andocken. Gegen das Spike-Protein bildet der Körper bei einer Ansteckung mit dem Virus Antikörper. Auch viele der Impfstoffe regen das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein an.

Darüber hinaus hat B.1.1.529 Mutationen in der Nähe der sogenannten Furin Cleavage Site, einer Region, die eine Rolle bei der Aufnahme des Virus in menschliche Zellen spielt. Zwischenformen zwischen der neuen Variante und den von Anfang 2020 bekannten Varianten seien bisher nicht beobachtet worden. "Die Variante kam also unerwartet und scheint sich jetzt im Süden Afrikas rasch auszubreiten", sagt Richard Neher, Leiter der Forschungsgruppe Evolution von Viren und Bakterien am Biozentrum der Universität Basel (Schweiz).

Update am 26.11.2021, 15 Uhr: Neue Super-Variante des Coronavirus - erster Fall in Europa 

Eine neue Corona-Variante wurde entdeckt und Experten befürchten, dass die vielen Mutationen der zunächst im südlichen Afrika nachgewiesenen Variante B.1.1.529 dazu führen, dass sich der Erreger schneller ausbreitet oder die Impfstoffe ihre Schutzwirkung verlieren. Am Freitag wurde ein erster Fall in Belgien gemeldet. In Deutschland ist die Variante nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitagvormittag noch nicht festgestellt worden.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sagte: "Wir sind sehr besorgt. Und ich hoffe sehr, dass stringent dahingehend gearbeitet wird, dass zumindest die Ausbreitung dieser Variante so gut wie möglich durch Reisebeschränkungen eingeschränkt wird." Ein WHO-Expertengremium sollte am Freitagnachmittag über die Einstufung der neuen Corona-Variante B.1.1.529 beraten. Es gehe dabei unter anderem um die Frage, ob die Mutante als "besorgniserregende Variante" ("variant of concern") oder als "Variante unter Beobachtung" ("variant of interest") klassifiziert werden soll, hieß es von der UN-Behörde.

Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Deutschland forderte Spahn eindringlich massive Kontaktreduzierungen."Die Lage ist dramatisch ernst. So ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt in dieser Pandemie", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Man sei in einer "nationalen Notlage". Doch zu wenig passiere, und oft zu spät. "Wir müsse jetzt diese Welle stoppen", mahnte Spahn. "Wir brauchen eine massive Reduktion der Kontakte - jetzt sofort", sagte RKI-Präsident Wieler. Derzeit würden die noch freien Intensivbetten in den Kliniken dadurch erkauft, dass planbare Operationen verschoben oder ausgesetzt werden. "Wenn die Infektionen nicht endlich massiv gebremst werden, dann wird natürlich die Versorgung in ganz Deutschland eingeschränkt sein."

Update am 26.11.2021: Deutschland reagiert auf Corona-Variante B.1.1.529

Deutschland wird Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklären. Die Regelung trete in der Nacht zum Samstag in Kraft. Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern, teilte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitagmorgen mit. Auch Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden ab Sonntag um 0.00 Uhr als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte. 

"Diese neu entdeckte Variante besorgt uns, daher handeln wir hier proaktiv und frühzeitig. Das Letzte, was uns jetzt noch fehlt, ist eine eingeschleppte neue Variante, die noch mehr Probleme macht", sagte Spahn. Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sein könnte und zudem den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte.

Auch Italien schränkt Einreise aus betroffenen Gebieten ein

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza hat wegen der Coronavirus-Variante B.1.1.529 per Anordnung die Einreise aus mehreren südafrikanischen Ländern eingeschränkt. Wer in den vergangenen 14 Tagen in Südafrika, Lesotho, Botsuana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini gewesen sei, könne nicht nach Italien einreisen, teilte sein Ministerium am Freitag mit. Italienische Wissenschaftler arbeiteten daran, die Variante zu untersuchen. In der Zwischenzeit gilt laut Speranza "maximale Vorsicht".

Italien hatte in der Vergangenheit schon Einreisen wegen Varianten des Coronavirus eingeschränkt, etwa Ende April wegen der auch in Deutschland derzeit vorherrschenden Delta-Variante.

Experte: Neue Variante verbreitet sich schneller als Delta und strapaziert Immunsystem

Der Chef des Genomforschungsinstitut KRISP, Tulio de Oliveira, sagte am Donnerstag, die neue Variante gebe "Anlass zur Sorge". Die Wirksamkeit der bestehenden Impfstoffe gegen diese Virusvariante sei noch unklar. Die Infektionen in Südafrika sind in den vergangenen Tagen extrem angestiegen. Das Land ist das am schwersten von der Corona-Pandemie getroffene Land in Afrika mit fast 90.000 Toten. Die Zahl der Neuinfektionen hat sich seit Beginn November mehr als verzehnfacht. Der Anteil von B.1.1.529 liege inzwischen bei 75 Prozent, so Oliveira und werde bald bei 100 Prozent liegen. 

Richard Lessells vom KRISP-Institut äußerte die Sorge, dass die Variante B.1.1.529 eine stark erhöhte Übertragbarkeit haben könnte und dass diese Variante auch Teile des Immunsystems umgehen könnte und somit der Immunschutz weniger wirksam gegen einen schweren Verlauf wirkt. Auch die Zahl der Mutationen der neuen Variante sei besorgniserregend. Die Beta-Variante, die vergangenes Jahr in Südafrika entdeckt worden war, hat drei Mutationen, die Delta-Variante nur zwei. Die B.1.1.529-Variante weist mindestens zehn Mutationen auf. 

Tulio Oliveira fordert in Tweets am Donnerstag die Welt und speziell die Milliardäre dieser Welt auf, Südafrika zu helfen und dem ganzen Kontinent finanziell und logistisch unter die Arme zu greifen. Indem man die Armen beschütze, beschütze man die ganze Welt, so Oliveira auf Twitter. Da die neue Variante auch bei einem Reisenden aus Südafrika in Hongkong festgestellt worden ist, besteht die Sorge, dass sich auch diese Variante in Windeseile über die ganze Welt verbreiten könnte.

Erster Fall wurde bereits am 11. November entdeckt

Der erste Fall war am 11. November in Botswana entdeckt worden, drei Tage später in Südafrika, wo man nun nach einer bereits desaströsen Delta-Varianten-Welle Sorge vor einer weiteren, direkt folgenden Welle hat.  Die Weltgesundheitsorganisation WHO untersucht derzeit, ob die neue Corona-Variante B.1.1.529 als besorgniserregend eingestuft werden muss. Das sagte WHO-Expertin Maria van Kerkhove am Donnerstag in einem Briefing.

Es werde dabei auch untersucht, inwieweit die Variante Folgen für die Diagnostik, Therapien und die Impfkampagnen habe. "Es wird ein paar Wochen dauern, bis wir verstehen, welchen Einfluss diese Variante hat", sagte Kerkhove. Die WHO hat für die unterschiedlichen Corona-Varianten mehrere Kategorien. Eine davon ist die Kategorie "Variant of Concern", auf Deutsch: "besorgniserregende Variante". Eine der "Variants of Concern" ist etwa die derzeit in Deutschland vorherrschende Delta-Variante des Coronavirus. Zu den Merkmalen einer solchen Variante kann etwa gehören, dass sie nachgewiesenermaßen die Übertragbarkeit des Coronavirus erhöht hat.

Braun: "Wissenschaftler sind hoch alarmiert"

Unterdessen ist man im Rest der Welt besorgt. Israel hat die Länder Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini als "rote Länder" eingestuft. Ausländer von dort dürfen nicht mehr nach Israel einreisen, so das Büro des Ministerpräsidenten Naftali Bennett. Die britische Regierung schränkt wegen der neuen Virusvariante den Flugverkehr aus Südafrika, Lesotho, Botsuana, Simbabwe, Eswatini und Namibia ein. Zudem gelte für Ankommende eine strenge Pflicht zur Hotelquarantäne, teilte Gesundheitsminister Sajid Javid mit. Es gebe Hinweise darauf, dass B.1.1.529 noch ansteckender sei als die Delta-Variante und dass die verfügbaren Impfstoffe weniger wirksam seien. Der Flugverkehr aus den sechs Ländern solle von Freitagmittag an eingestellt werden.

In Deutschland reagierte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mit einem besorgten Tweet. Er zeigte eine Grafik mit der rapiden Verbreitung der B.1.1.529-Variante in Südafrika und schrieb dazu: "Hoffentlich bestätigt sich nicht, was diese Grafik zeigt. Wenn ja, müssen sofort Reisebeschränkungen erfolgen. Wir müssen Zeit gewinnen. Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein."

"Die Wissenschaftler sind alle hoch alarmiert", sagte Kanzleramtsminister Braun am Freitagmorgen im ARD-Morgenmagazin. Der designierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) verwies bei Maßnahmen gegen die neue Coronavirus-Variante auf die geschäftsführende Regierung von Angela Merkel (CDU). Er empfehle aber "auch Maßnahmen im Flugverkehr", sagte Wissing im Deutschlandfunk.

 

mit dpa

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