Ansteckender Subtyp von Omikron entdeckt - BA.2 schon in vielen Ländern nachgewiesen: Während Experten Angst vor einer sogenannten Super-Mutation haben, sorgt eine Veränderung des ansteckenden Omikron-Typs für Sorgenfalten. Denn: Der neue Subtyp BA.2 soll noch infektiöser sein als "der große Bruder" Omikron.

Die Untervariante sei "fraglos schon überall vorhanden, in unterschiedlichem Ausmaß", sagte der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb der Deutschen Presse-Agentur. Für den französischen Gesundheitsminister sei diese Variante sogar "der kleine Bruder" von Omikron. Das Problem: Viel ist über BA.2 nicht bekannt.

Omikron ist mutiert: "Kleiner Bruder" ist infektiöser - deutsches Nachbarland stark betroffen

Bislang dominiert nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland Omikron-Untervariante BA.1, BA.2 gibt es aber auch schon in geringem Umfang. Wichtige Daten zur Übertragung und der Krankheitsschwere von BA.2 fehlen Experten zufolge aber noch. Auch ob die Variante den Immun- und Impfschutz umgehen kann, sei noch nicht klar.

Im deutschen Nachbarland Dänemark, das demnächst die letzten Corona-Beschränkungen abschaffen möchte, berichtet bereits von einer massiven Ausbreitung des neuen Subtyps. Das Land ist laut dpa dank umfangreicher Sequenzierungen bestens über die vorherrschenden Varianten im Land informiert. Nach Angaben des staatlichen Gesundheitsinstitutes SSI ist der Omokron-Subtyp BA.2 mittlerweile für rund die Hälfte aller Fälle verantwortlich.

"Weil man in verschiedenen Ländern beobachten kann, dass der Anteil an BA.2 zunimmt, wird vermutet, dass BA.2 einen Vorteil in der Übertragbarkeit gegenüber BA.1 hat", sagte Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik, auf Anfrage der dpa. Laut Focus Online soll sich "der kleine Bruder" in insgesamt zehn Mutationen unterscheiden. Außerdem schreibt die dpa, dass BA.2 eine Mutation fehle, die bei bestimmten PCR-Tests zunächst für eine Unterscheidung von Omikron und Delta herangezogen wurde.

"Sehr besorgt": Diesen Vorteil hat BA.2 gegenüber Omikron - zusätzlich stärkere Immunflucht?

So könne neben einer höheren Übertragbarkeit auch eine stärkere Immunflucht dazu führen, dass sich immer mehr Menschen mit BA.2 infizierten, erklärte Ciesek. Immunflucht bedeutet, dass eine durchgemachte Infektion oder eine Impfung weniger gut vor dem Erreger schützen. "Sehr frühe Beobachtungen aus Dänemark legen nahe, dass zwischen BA.1 und BA.2 in der Krankheitsschwere kein großer Unterschied zu sein scheint." Allerdings fehlten auch hier noch verlässliche klinische Daten.

"Sehr besorgt" zeigt sich auch der US Epidemiologe Eric Feigl-Ding. Auf Twitter spricht er eine Warnung aus, denn BA.2 könne sich doppelt so schnell ausbreiten wie der Original-Omikron-Typ. 

Wo der Subtyp genau herkommt, ist den Experten zufolge ungewiss. Neu ist er nicht. So konnte BA.2 schon kurz nach dem Auftreten von Omikron nachgewiesen werden. Der Subtyp ist eine "Schwesterlinie" von BA.1 - beide sind Omikron-Untervarianten, und es ist nicht etwa eine aus der anderen entstanden. Auch wenn die beiden Varianten BA.1 und BA.2 weitgehend identisch sind, weisen sie unterschiedliche Mutationen auf.

So wurde hierzulande in der ersten Januarwoche laut dem aktuellsten RKI-Wochenbericht BA.1 in einer Stichprobe 1568 Mal nachgewiesen werden, während BA.2 lediglich 38 Mal auftauchte.

srü/mit Material der dpa