• Neue Studie aus England erkennt kognitive Defizite nach Corona-Infektion
  • Große Stichprobe von über 80.000 Menschen
  • Auch Kritik an der Studie macht sich breit

Atemnot, Husten und Geschmacksverlust: Die Symptome einer Corona-Infektion sind mittlerweile allgemein bekannt. Und auch zu den Symptomen der lang anhaltenden "Long Covid"-Folgen erscheinen immer mehr Erkenntnisse. Neben Erschöpfung und Halluzinationen gehören auch Gedächtnisverlust und Gehirnnebel zu häufigen Nebenwirkungen. Eine neu erschienene Studie des Imperial College in London hat letztere Merkmale genauer untersucht und ist der Frage nachgegangen: Macht Corona dümmer?

Studie im Rahmen des "Great Britain Intelligence Test": Macht Corona dumm?

Im Gegensatz zu den meisten Studien war diese Neuerscheinung im Wissenschaftsmagazin "The Lancet" nicht vorher geplant, wie Medienberichten zu entnehmen ist. Ursprünglich ging es bei der Untersuchung lediglich um einen Intelligenztest, den "Great Britain Intelligence Test", der verschiedene kognitive Fähigkeiten messen sollte. Doch da die Forschungen gerade dann aufgenommen wurden, als auch die Pandemie ihren Lauf nahm, bot sich die Gelegenheit einer Studie über die Auswirkung des Coronavirus auf die kognitiven Fähigkeiten.

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Als Adam Hampshire, Associate Professor im Computational, Cognitive and Clinical Neuroimaging Laboratory am Imperial College London, davon erfuhr, beschloss er seine Studie auszuweiten. "Ich hatte mir das Gleiche gedacht und wollte so weit wie möglich helfen, also erweiterte ich die Studie um Informationen über Covid-19-Erkrankungen und die Auswirkungen der Pandemie auf das tägliche Leben im Allgemeinen", erklärt er auf der Plattform Psypost.

Die Studie basiert auf den Daten von 81.337 Personen, die zwischen Januar und Dezember des Jahres 2020 an dem Intelligenztest teilgenommen hatten. Von diesen Menschen gab rund jeder sechste bis siebte an, eine Corona-Infektion überstanden zu haben. Der ausgewogene Datensatz sorgt dafür, dass Störfaktoren wie Alter, Einkommen oder Geschlecht weitestgehend eliminiert werden konnten.

Verlust von rund sieben IQ-Punkten nach Corona-Infektion

Das Ergebnis ist erschreckend: Die Forschenden stellten klare kognitive Defizite bei den Menschen fest, die eine Corona-Infektion überstanden hatten. Und auch die Schwere des Verlaufs scheint eine Rolle zu spielen. So verloren beispielsweise Menschen, die beatmet werden mussten, rund sieben IQ-Punkte, wie es in der Studie heißt. Laut RTL.de entspricht dies einer Hirnalterung von 10 Jahren. Dieser Abfall ist stärker als er beispielsweise bei Schlaganfallpatient*innen beobachtet wird.

Trotz der großen Stichprobe stößt die Studie allerdings auch auf Kritik. Nach Angaben der BILD sieht RKI-Forscher Kai Schulze methodische Fehler in der Schlussfolgerung der Studie. Seiner Ansicht nach, sei kein Zusammenhang zwischen einem Intelligenzabfall und einer Corona-Infektion erkennbar, da Menschen mit einem schweren Coronaverlauf in der Regel auch kranker sind als andere. Demzufolge könnte wohl eher ein Zusammenhang zwischen dem generellen Gesundheitszustand und der Intelligenz spekuliert werden. Russia Today widerspricht dieser Kritik hingegen, indem sie auf die große heterogene Stichprobe verweisen, die eine solche Variable aufgezeigt hätte.

Professor Hampshire selbst räumt ein,  dass noch viele Fragen im Raum stehen. In Psypost sagt er bezüglich der Resultate seiner Studie: "Wir wissen nicht genau, wie, warum oder wie lange, aber wir müssen es dringend herausfinden. In der Zwischenzeit sollten Sie keine unnötigen Risiken eingehen und sich impfen lassen."

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