• Der Corona-Impfstoff der Firma "Biontech"ist zugelassen
  • Der Wirkstoff soll einen bis zu 95-prozentigen Schutz vor Covid-19 gewähren.
  • Obwohl der Impfstoff gegen Sars-CoV-2 als gut verträglich gilt, gibt es trotzdem kleine bis moderate Nebenwirkungen.
  • Seit dem 21. Dezember 2021 ist der Impfstoff auch in Deutschland zugelassen
  • Laut Robert-Koch-Institut wurden in Deutschland bereits mehr 230.000 Personen geimpft (Stand: 5. Januar 2021)

In Großbritannien und anderen Ländern ist der Corona-Impfstoff von "Biontech" bereits zugelassen. In Deutschland starten die Impfungen noch in diesem Jahr, nachdem der Impfstoff am 21. Dezember von der Zulassungsbehörde EMA zugelassen worden ist.  "Wir können innerhalb von Stunden liefern, wenn wir eine Genehmigung erhalten sollten", sagte eine Sprecherin von, "Biontech" in Mainz. 

Corona-Impfstoff in mehreren Ländern bereits im Einsatz 

Biontech-Vorstandschef und Mitgründer Ugur Sahin sprach von einem "entscheidenden Schritt, um unseren Impfstoffkandidaten so schnell wie möglich der Weltbevölkerung zur Verfügung zu stellen". Ziel sei die schnelle globale Verteilung des Impfstoffs. "Als Unternehmen mit Sitz in Deutschland im Herzen Europas" sei der enge Kontakt mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) für "Biontech" von besonderer Bedeutung.

Als erstes Land weltweit hat Großbritannien dem Impfstoff "BNT162b2" von "Biontech" und "Pfizer" eine Notzulassung erteilt und impft seit einer Woche. Die Regierung ist von der Verträglichkeit des Stoffes überzeugt. Dadurch, dass in Großbritannien schon geimpft wird, liegt auch schon eine britische Version der offiziellen Packungsbeilage vor.

Jedoch wird sich die deutsche Variante nicht enorm von der aus Großbritannien unterscheiden. Deshalb wird schon jetzt ein gründlicher Blick auf die Zusammensetzung des Covid-19-Impfstoffs und die damit verbundenen Nebenwirkungen geworfen.

95-prozentigen Schutz durch Corona-Impfstoff 

"Biontech" und "Pfizer" sind die ersten westlichen Hersteller, die vielversprechende Studienergebnisse veröffentlicht haben und den Weg für eine Notfallzulassung bei der FDA gehen. Für den Impfstoff mit der Bezeichnung BNT162b2 ergaben umfangreiche Testreihen nach Angaben der Unternehmen eine Wirksamkeit, die einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 bietet.

Auf twitter erklärte Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, worin der eigentliche Unterschied zu einem 90-prozentigen Impfstoff bestehe: "Ich halbiere damit der Zahl der Erkrankten unter den Geimpften". Er bezeichnet den Wirkstoff als "Champions League" unter den Impfstoffen.

Aber auch wenn der Impfstoff großen Zuspruch erfährt, so stellen sich doch viele die Frage: Gibt es Nebenwirkungen und wenn ja, welche? Im Allgemeinen sei der Wirkstoff gut verträglich, so "Biontech". Es seien lediglich leichte bis moderate Nebenwirkungen aufgetreten, die allerdings schnell wieder abgeklungen seien, zitiert RTL "Biontech" auf seiner Website. 

Bei mehr als zwei Prozent der Probanden hätten sich allerdings schwere Nebenwirkungen gezeigt, heißt es weiter. 3,8 Prozent der Probanden litten demnach unter Müdigkeit und Erschöpfung, zwei Prozent klagten über Kopfschmerzen. Diese seien vor allem nach der zweiten Impfdosis aufgetreten. 

"Biontech"-Beipackzettel: Welche Nebenwirkungen treten am häufigsten auf?

  • Für wen ist der Impfstoff zugelassen? Grundsätzlich ist der Impfstoff laut Beipackzettel für Personen ab einem Alter von 16 Jahren zugelassen. Kinder werden vorerst von der Impfung ausgeschlossen, da sie meist nicht stark von Covid-19 betroffen sind, so der Virologe Friedemann Weber für das Onlineportal focus.de
  • Wie lange dauert es, bis der Impfstoff wirkt? "Biontech" berichtet, dass es mindestens sieben Tagen nach der zweiten Impfdose dauert, bis geimpfte Personen vollkommen gegen Covid-19 geschützt sind. Es dauert laut dem Virologen Weber auch bei jeden anderen Impfstoff wie beispielsweise der Masern-Schutzimpfung ungefähr eine Woche, bis der Körper Antikörper gebildet hat. 
  • Wer sollte auf eine Impfung verzichten? Laut dem Hersteller sollten Schwangere sowie Frauen, die einen unmittelbaren Kinderwunsch haben oder derzeit ein Baby stillen, auf die Covid-19-Impfung verzichten, da der Impfstoff bisher an diesen Personen nicht getestet wurde. Ähnliches gilt für Menschen mit starken Allergien. Virologe Weber rät ausdrücklich, dass diese Personen nicht geimpft werden sollen, da es sonst zu einem sogenannten anaphylaktischen Schock mit negativen Folgen kommt. 
  • Welche Nebenwirkungen gibt es konkret? Die primären Nebenwirkungen, die in der offiziellen Packungsbeilage genannt werden, sind folgende: Schmerzen an Einstichstelle (mehr als 80 Prozent), Müdigkeit (mehr als 60 Prozent), Kopfschmerzen (mehr als 50 Prozent), Muskelschmerzen (mehr als 30 Prozent), Schüttelfrost (mehr als 30 Prozent), Gelenkschmerzen (mehr als 20 Prozent), Fieber (mehr als 10 Prozent), so das Onlineportal von focus.de. Schwerwiegende Nebenwirkungen gibt es laut dem Virologen Weber nicht. 

Die FDA muss den Antrag nach der Einreichung erst prüfen. Wie lange das dauern könnte, war zunächst unklar. US-Experten zeigten sich aber zuversichtlich, dass es noch vor Jahresende ein Ergebnis der Prüfung geben könnte. Für Corona-Impfstoffe gilt wegen der besonderen Dringlichkeit ein beschleunigter Zulassungsprozess.

Das Präparat ist ein sogenannter mRNA-Impfstoff, der auf einem neuen Mechanismus basiert. Er enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt - in diesem Fall das Oberflächenprotein, mit dessen Hilfe das Virus in Zellen eindringt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

Ein Vorteil von mRNA-Impfstoffen ist, dass sie wesentlich schneller als konventionelle Impfstoffe produziert werden können. Der Impfstoff muss jedoch bei minus 70 Grad gelagert werden. Pfizer habe große Erfahrungen darin, Impfstoffe gekühlt zu lagern und zu transportieren und verfüge bereits über eine entsprechende weltweite Infrastruktur, teilten die Unternehmen mit.

Diese Menschen sollen zuerst eine Impfung erhalten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat kürzlich erklärt, er erwarte einen zügigen Zulassungsprozess. Zugleich kündigte er eine umfangreiche Informationskampagne zur Corona-Impfung an. Zuerst sollen Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen, Ärzte und Pflegekräfte, Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer und Erzieher geimpft werden - entsprechend der Empfehlungen des Deutschen Ethikrats, der Wissenschaftsakademie Leopoldina und der Ständigen Impfkommission.

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Symbolfoto: Daniel Schludi/unsplash.com