• Nicht nur in Bayern kann sich jeder mit Astrazeneca impfen lassen
  • Die Impfung bei Unter-60-Jährigen erfolgt aber auf eigene Gefahr
  • Doch wer haftet für Nebenwirkungen bei Jüngeren?
  • Das Bundesgesundheitsministerium hat dazu einen Antwortkatalog

In Bayern und einigen anderen Bundesländern gilt die Ansage: Wer Astrazeneca will, bekommt Astrazeneca. Jeder kann sich für eine Impfung mit dem umstrittenen Vakzin anmelden. Anders als in Dänemark, das die Impfungen mit Astrazeneca komplett ausgesetzt hat.

Hinter dem Impfstoff liegen bewegte Monate: Erst nicht für Menschen über 65 Jahre zugelassen, dann ausgesetzt, dann wieder zugelassen - mittlerweile empfiehlt die Ständigen Impfkommission (STIKO) Astrazeneca nur noch für Menschen über 60 Jahren. 

Nebenwirkungen bei Impfung mit Astrazeneca: Bund gibt Auskunft über mögliche Haftung

Doch was passiert, wenn man sich als Jüngerer mit Astrazeneca impfen lässt - und schlimme Nebenwirkungen oder gar dauerhafte Schädigungen davonträgt? Wer kommt für den Schaden auf? Darauf gibt das Bundesgesundheitsministerium Antworten.

"Für Impfschäden gelten die Regelungen des sozialen Entschädigungsrechts (Bundesversorgungsgesetz). Wer durch eine von der obersten Landesgesundheitsbehörde öffentlich empfohlenen Schutzimpfung einen Impfschaden erlitten hat, erhält auf Antrag eine Versorgung vom Land", heißt es im Antwortkatalog des Ministeriums. Das bedeutet: Wenn bei Menschen über 60 Jahren, für die die Empfehlung der STIKO gilt, Nebenwirkungen auftreten, haften die Länder

Möglich sei auch eine Haftung des Impfstoff-Herstellers. Diese Möglichkeiten ergäben sich "aus dem Arzneimittelrecht, dem Produkthaftungsgesetz sowie den allgemeinen Haftungsregelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs." Zuletzt bezog bereits der Impfstoff-Hersteller Biontech-Pfizer Stellung zu möglichen Nebenwirkungen seines Impfstoffs.

Nebenwirkungen bei Impfung von Unter-60-Jährigen: Wer haftet dafür?

Anders sieht es bei jüngeren Menschen aus: Da die Empfehlung der STIKO für sie nicht gilt, haben Menschen unter 60 Jahren keinen Anspruch auf Schadensersatz von Bund und Ländern. Sie lassen sich auf eigene Verantwortung impfen. Im Einzelfall sei es möglich, den behandelnden Arzt in Haftung zu nehmen, berichtet der Bayerische Rundfunk.

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Wenn der Arzt seiner Aufklärungspflicht nicht nachgekommen sei, bestünde im Einzelfall eine Möglichkeit, Regress zu fordern, wird der Jurist Alexander Ehlers zitiert. Wenn Ärzte jedoch aufgeklärt haben, werde der Patient das Risiko wohl selbst zu tragen haben. 

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