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Die Corona-Zahlen steigen wieder an - Experten sprechen von einer zweiten Welle. Immer wieder überschreiten Landkreise die kritische Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern, die bundesweit als Marke festgelegt wurde, ab der Handlungsbedarf besteht. Sind in den vergangenen 7 Tagen mehr als 50 Personen mit Sars-Cov-2 infiziert, müssen Maßnahmen verschärft werden, oft sind dies Einschränkungen von Zusammenkünften in der Öffentlichkeit oder Maximalgrenzen für private Feiern. 

In Bayern gibt es darüber hinaus eine Grenze von 35 Infektionen pro 100.000 Einwohnern. Ab diesem Wert sind Kommunen und Landkreise angehalten, Maßnahmen zu ergreifen, bevor der Wert über die 50-er-Marke klettert. Ursprünglich hatten sich Bundesregierung und Bundesländer am 6. Mai 2020 auf eine Obergrenze von 50 geeinigt. Das bayrische Kabinett hatte am 19. Mai den Grenzwert für Neuinfektionen auf 35 Fälle pro 100.000 Einwohner herabgesetzt.

7-Tages-Inzidenz in Bayern: So ist die Corona-Lage im Freistaat

Die Lage in Bayern ist insgesamt nicht besorgniserregend, doch stellenweise kommt es zu Ausbrüchen des Coronavirus. Die Lage in Bayern im Überblick sehen Sie in unserer Grafik - die Zahlen stammen vom Robert-Koch-Institut und werden täglich aktualisiert. Die Zahlen können aufgrund der Zeitverzögerung von aktuellen Meldungen abweichen: Landratsämter oder Gesundheitsämter veröffentlichen die lokalen Zahlen oft, bevor das RKI sie verarbeiten und am Folgetag aktualisieren konnte. 

Die Zahl der Neuinfektionen schwankt je nach Tag stark - infizieren sich etwa durch Superspreader viele Menschen auf einmal, können die Zahlen sprunghaft ansteigen. Gerade private Feiern sind oft die Quellen zahlreicher gleichzeitiger Infektionen. In Bayern liegt momentan keine Region über dem kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen. Sechs Regionen haben jedoch den Frühwarnwert überschritten. In der folgenden Grafik sehen Sie die Landkreise und Städte in Bayern mit den höchsten 7-Tages-Inzidenzwerten:

Die Entwicklung der 7-Tages-Inzidenzen in fränkischen Städten und Landkreisen haben wir für Sie zusammengestellt - mit Daten seit dem 18. August. An diesem Tag haben wir bei inFranken.de begonnen, die Daten auf Tagesbasis abzuspeichern. Wählen Sie den Landkreis oder die Stadt aus, für die Sie die Entwicklung der Inzidenz erfahren wollen: 

Todesfälle in Bayern - Überblick nach Alter und Geschlecht

Die meisten Todesfälle kommen in der Altersgruppe der Über-60-Jährigen vor. Durch Alter und Vorerkrankungen gehören diese Menschen daher zur Risikogruppe. Auffällig ist, dass in der Gruppe der Menschen im Alter zwischen 60 und 79 die meisten Todesopfer Männer sind, ebenso wie bei jüngeren Menschen. In der Altersgruppe ab 80 wandelt sich dies. Das kann jedoch auch daran liegen, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung als Männer haben und es somit schlicht mehr Frauen über 80 gibt. 

Auslastung der Intensivbetten in Bayern 

Seit dem 8.4.2020 gibt es für bayrische Kliniken die Verpflichtung, die Belegung ihrer Intensivbetten an ein neues, bundesdeutsches Register zu melden, das Intensivregister. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, genannt DIVI, betreibt es zusammen mit dem Robert-Koch-Institut und der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Die Daten sind teilweise auch öffentlich einsehbar – so können auch Fake-News zu angeblich leeren Kliniken oder angeblich völlig überlasteten Krankenhäusern schnell überprüft und entkräftet werden.

Unter intensivregister.de tragen Kliniken ein, wie viele Covid-19-Patienten sie behandeln und wie viele Betten belegt sind. Die Intensivbetten teilen sich hierbei in drei Kategorien: „ICU low care“ umfasst Standard-Intensivbetten. Diese haben Beatmungsmasken und es ist keine Organersatztherapie notwendig. Unter „ICU high care“ sind die Betten für schwere Fälle zusammengefasst. Patienten werden hier über Sonden beatmet. Diese Kategorie bietet vollständige intensivmedizinische Therapiemöglichkeiten. Unter „ECMO“(= Extrakorporale Membranoxygenierung) versteht man die Beatmung eines Patienten über eine „künstliche Lunge“. Diese versorgt den Körper mit Sauerstoff und ist für sehr schwere Verläufe vorgesehen. 

In dem Register melden die Kliniken die Belegung ihrer Intensivbetten. Das heißt nicht, dass diese Betten alle mit Covid-19-Patienten belegt sind, aber man erkennt die freien Kapazitäten. Dies ist für die entsprechende Verteilung von Patienten auf Krankenhäuser wichtig: Sollte eine Klinik vor Ort ausgelastet sein, kann schnell herausgefunden werden, wo noch Ressourcen frei sind. Auf diese Art sollen die verfügbaren Intensivbetten in Deutschland maximal ausgenutzt werden und dabei möglichst allen Covid-19-Patienten schnell und effektiv geholfen werden. 

In der folgenden Grafik, die mehrmals am Tag aktualisiert wird, können Sie sehen, welche Kliniken noch freie Betten haben. Vor allem die beiden letzteren Kategorien sind entscheidend für die Behandlung von Covid-19-Patienten, da diese Betten mit Beatmungsmöglichkeiten beinhalten. Wichtig: Sind die Betten in der Kategorie "Low Care" belegt, heißt dies aber natürlich nicht, dass "normale" Intensivfälle nicht behandelt werden können. Diese Patienten können auch Betten beanspruchen, die etwa Beatmungsmöglichkeiten haben. Zeigt die Grafik "keine Angabe" bei der Kategorie "ECMO", heißt das im Normalfall, dass diese Klinik diese Kategorie gar nicht anbietet. 

Insgesamt ist die Lage im Herbst 2020 bisher in den Intensivstationen in Bayern weit davon entfernt, als dramatisch oder überlastet zu gelten. Momentan (Stand: 8.10.2020) sind noch zahlreiche Betten frei, auch in den Landkreisen und Städten mit höheren Inzidenzwerten.