• Corona-Spätfolgen: Langzeitfolgen werden in zwei Phasen aufgeteilt
  • "Long Covid": Unterscheidung zwischen bekannten Langzeitfolgen und schwerer Immunreaktion des Körpers
  • WHO warnt: Post-Covid-Syndrom sollte ernst genommen werden
  • Noch nicht alle Spätfolgen von Covid-19 sind bekannt

Nach einer Corona-Infektion kann es zu schweren Spätfolgen kommen: Dass das Coronavirus Langzeit- und Spätfolgen auslösen kann, ist bereits den meisten Menschen bekannt. Besonders die Lunge und der Geruchs- und Geschmackssinn können auch längere Zeit nach einer akuten Corona-Erkrankung beeinträchtigt werden. Eine neue Studie hat die Spätfolgen von Covid-19 nun in zwei Phasen eingeteilt.

Corona-Spätfolgen: Das ist bisher über Long-Covid bekannt

Im Fachmagazin Jama Network veröffentlichten US-Forscher eine Studie, welche die Erkrankung in noch zwei weitere Phasen nach der unmittelbaren Infektion aufteilt. Diese "Long Covid"-Folgen können Betroffene noch lange nach der eigentlich überwundenen Infektion plagen.

Die Ergebnisse könnten nicht auf jeden einzelnen Covid-19-Patienten angewendet werden, allerdings träten die beiden Phasen häufig genug auf, um im Hinblick auf die gesamte Bevölkerung als relevant erachtet zu werden. 

"Long Covid": Das sind die Corona-Langzeitfolgen 

Zu Beginn des Krankheitsverlaufs steht natürlich die Infektion mit Sars-CoV-2. Die anschließenden Phasen beziehen sich auf den Zeitraum nach der Genesung und beginnen meist wenige Wochen danach der Infektion.

1. Phase: Immunreaktion schädigt innere Organe

Laut Studie tritt die erste der beiden zusätzlichen Krankheitsphasen etwa zwischen der zweiten und vierten Woche nach der Infektion auf. Sie kommt zwar nur in seltenen Fällen zum Vorschein, ist dafür allerdings besonders gefährlich. Aufgrund einer überschießenden Immunreaktion des Körpers entzünden sich unterschiedliche Organe und werden schwer geschädigt. Besonders häufig betroffen sind Herz, Niere und Lunge. Dieses sogenannte Hyperinflammationssyndrom kann zum Organversagen bis hin zum Tode führen.

Wie der NDR berichtet, geht der Berliner Charité davon aus, dass etwa 10 bis 15 Prozent aller Covid-Erkrankten mit einem schweren Verlauf an Entzündungen am Herzen rechnen müssen. Um Aussagen darüber zu treffen, welche langfristigen Auswirkungen das hat, fehlen bisher noch aussagekräftige Studien. 

2. Phase: Corona-Spätfolgen

Etwa ab der vierten Woche nach der Infektion beginnt die zweite Phase. Diese wird oftmals als "Long Covid" oder "Post Covid" bezeichnet und beinhaltet unterschiedliche Spätfolgen, die wohl bei der Mehrheit der Betroffen auftreten. Die häufigsten Spätfolgen sind: 

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  • starke Erschöpfung
  • Atemnot
  • Gelenk- und Brustschmerzen
  • Husten
  • Geruchsverlust

Als besonders großes Problem gilt hierbei die starke Erschöpfung, auch Fatigue genannt. Sie wird häufig von Kopf- und Muskelschmerzen begleitet und chronische Züge annehmen. Der NDR  berichtet, dass durch Covid-19 der Altersprozess der inneren Organe so beschleunigt wird, dass ein 30-jähriger Corona-Patient innerhalb von zwei Jahren die Lunge eines 40-Jährigen bekommen kann.

Die zweite Phase ist laut Studie von den meisten Menschen noch nicht vollständig durchlaufen worden, weswegen es schwer zu sagen ist, wie lange dieser Krankheitsabschnitt wirklich dauert. In vielen Fällen heilen die Spätfolgen jedoch wieder aus. 

In einem Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk (BR) bestätigte die Neurowissenschaftlerin Jessica Freiherr, dass etwa die Hälfte aller Corona-Patienten noch vier Wochen nach der Infektion mit Geruchsproblemen zu kämpfen habe. 

WHO warnt: "Post-Covid-Syndrom" sollte ernst genommen werden

Die Weltgesundheitsorganisation WHO versucht nun immer mehr Aufmerksamkeit auf "Long Covid" zu lenken. Mit einer Pressemitteilung versucht die Gesundheitsorganisation nun sein Augenmerk auf die Langzeitfolgen von Sars-CoV-2 zu legen, um auch der breiten Masse zugänglich zu machen, warum die Spätfolgen einer Covid-19-Erkrankung so besorgniserregend sind.

"Die Last ist echt, und sie ist erheblich: Etwa einer von zehn Covid-19-Betroffenen fühlt sich auch nach zwölf Wochen unwohl, und viele noch viel länger", sagte Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor, in einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Vor Kurzem äußerte sich Kluge auch über die Dauer der Pandemie: Seiner Meinung nach  könnte das Coronavirus schon innerhalb weniger Monate verschwinden.

In Fachkreisen wird "Long Covid" auch "Post-Covid-Syndrom" genannt. Laut WHO wächst die Liste der bekannten Langzeitfolge stetig an. Besonders die Kombination mehrerer Symptome würde das "Post-Covid-Syndrom" so kräftezehrend machen. Folgen seien neben den bereits genannten Symptomen wie Muskel- und Brustschmerzen auch ein "benebeltes Gehirn". 

In schweren Fällen wurde sogar die direkte Schädigung von Orangen festgestellt. Dabei können laut WHO Herz, Lunge oder Bauchspeicheldrüse betroffen sein. Neuste Fälle hätten außerdem gezeigt, dass dadurch sogar Diabetes ausgelöst werden kann. Auch Blutgerinnsel können entstehen, welche wiederum einen Herzinfarkt und Schlaganfälle verursachen können. 

Neben physischen Folgen würden auch psychische Belastungen eine große Rolle spielen. "Long Covid" würde sich bei vielen Patienten auf die psychische Gesundheit auswirken, wodurch viele Menschen nicht in der Lage seien, zur Arbeit zurückzukehren oder ein Sozialleben zu führen.

Außerdem weist die WHO darauf hin, dass die Langzeitfolgen einer Covid-19-Infektion nicht von der Schwere des Krankheitsverlaufs abhängen. Auch Menschen mit milden Symptomen seien betroffen.

Experte: Spätfolgen noch nicht vollständig bekannt

Doch das Virus ist noch zu jung, um die gesamte Zahl der möglichen Langzeit- und Spätfolgen zu kennen. "Wir werden die Frage möglicher Spätschäden frühestens im Lauf des Jahres 2021 valide beantworten können. Bis zu einem Jahr können sich neurologische Symptome zum Glück noch zurückbilden", heißt es vonseiten des Generalsekretärs der deutschen Gesellschaft für Neurologie gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Eine weitere mögliche Langzeitfolge könnte das Guillain-Barré-Syndrom sein. Die seltene Nervenentzündung soll durch das Coronavirus begünstigt werden und führt zu Lähmungen an Händen und Füßen. 

aa

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