• Weltweit größte Studie zu Long Covid veröffentlicht
  • Britisches Forscherteam trägt über 200 Symptome der Erkrankung zusammen
  • Oftmals sogar mehrere Körperorgane von den Beschwerden betroffen
  • Ein Drittel der Symptome auch nach mehr als einem halben Jahr sichtbar
  • Viele wissen gar nicht, dass sie an Long Covid leiden

In der weltweit größten Studie zu Long-Covid hat ein Forscherteam alle bislang bekannten Symptome der Folgeerkrankung von Covid-19 zusammengetragen. Die Krankheit ist erst seit wenigen Monaten bekannt und wird weltweit intensiv untersucht. Die Ergebnisse der Studie könnten dabei helfen, die Krankheit künftig besser zu diagnostizieren.

Long Covid: Mehr als 200 Symptome entdeckt - viele dauern auch nach halbem Jahr noch an 

An der Studie, die per Online-Befragung stattfand, nahmen 3762 Personen aus 56 Ländern im Alter von 18 bis über 80 Jahren teil. Mehr als die Hälfte der Probanden war dabei weiblich. Nur Personen, die an Covid-19 litten oder unter Verdacht standen, an Covid-19 erkrankt gewesen zu sein, wurden dabei berücksichtigt. 

Im Vordergrund standen dabei die aufgetretenen Symptome der Proband*innen. Insgesamt wurden 203 verschiedene Beschwerden entdeckt.

Am häufigsten traten folgende Symptome auf:

  • Fatigue
  • Erschöpfung
  • Gehirnnebel
  • Tinnitus
  • Halluzinationen
  • Hautreizungen
  • Sehstörungen
  • Gedächtnisverlust 
  • Zittern

Besonders auffällig war, dass sich Long Covid offenbar meistens gleichzeitig auf mehrere Organsysteme des Körpers auswirkt. Das beeinflusse laut den Autoren der Studie oft die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der betroffenen Organe. Zudem stellte sich heraus, dass gut ein Drittel der Beschwerden auch nach mehr als einem halben Jahr noch nicht abgeklungen sind. In der Studie, die in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet publiziert wurde, sprechen die Autoren von 66 Symptomen, die auch nach mehr nach sechs Monaten noch anhielten.

Coronavirus: Betroffene wissen oft nicht, dass sie an Long Covid leiden

"Nach sechs Monaten sind die verbleibenden Symptome meist systemisch", wird die Neurowissenschaftlerin Athena Akrami vom University College London, die ebenfalls an der Studie mitwirkte, von der britischen Zeitschrift The Guardian zitiert. Dazu zählen unter anderem Müdigkeit oder Unwohlsein nach einer Belastung. Über 2400 Proband*innen litten auch nach sechs Monaten noch an Symptomen. Durchschnittlich klagten sie über fast 14 verschiedene Symptome siebten Monat. 

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Die Neurowissenschaftlerin erkrankte zu Beginn der Pandemie selbst an Covid-19 und leidet auch 16 Monate später noch an Symptomen. Damit sei sie jedoch kein Einzelfall: "Es gibt wahrscheinlich Zehntausende, die im Stillen an Long-Covid leiden und gar nicht wissen, dass diese mit Covid-19 zusammenhängen", so Akrami.

Im Verlauf der Krankheit äußern sich die Beschwerden durchschnittlich an neun verschiedenen Organsystemen. Diese Erkenntnis sei gerade für Mediziner und Ärzte wichtig, die sich bei der medizinischen Versorgung von Long-Covid nicht nur auf ein Organ fokussieren sollten. Auf der Suche nach einem Medikament gegen Long-Covid hat ein Forscherteam aus Erlangen erst kürzlich einen Erfolg vermeldet - ein Patient wurde erfolgreich geheilt. 

Long Covid kann arbeitsunfähig machen

Auch in Zukunft wird weiter an der noch recht jungen Folgekrankheit geforscht. Besonders Patienten, die in der ersten Woche  ihrer Covid-19-Erkrankung mehr als fünf Symptome zeigten, haben ein erhöhtes Long-Covid Risiko. Das kann unter anderem Folgen für den Beruf haben: rund 22 %  der Teilnehmer*innen der Studie erklärten, dass sie aufgrund der Erkrankung nicht mehr zur Arbeit erscheinen konnten. Fast die Hälfte der Teilnehmer*innen reduzierte aufgrund von Long-Covid die wöchentlichen Arbeitsstunden.

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