• Long Covid: Schwere Langzeitfolgen nach Corona-Erkrankung festgestellt
  • Langzeitfolgen einer Corona-Infektion werden aktuell stark erforscht
  • Milde Covid-19-Krankheitsverläufe können auch neurologische Konsequenzen nach sich ziehen
  • Sars-CoV-2-Patienten können noch Monate nach der Erkrankung an den Folgen leiden

Nach einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion ist nicht immer alles wieder so wie vorher. Viele Betroffene leiden unter dem Fortbestehen unterschiedlicher Symptome, den sogenannten Spätfolgen. Einige Wissenschaftler erforschen das Phänomen "Long-Covid" und fanden allesamt heraus, dass neurologische Spätfolgen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion sehr häufig vorkommen. Auffällig ist zudem, dass auch milde Covid-19-Krankheitsverläufe von den neurologischen Konsequenzen betroffen sein können. Die häufigsten Symptome, die im neurologischen Bereich liegen, sind: Fatigue (chronische Müdigkeit beziehungsweise Erschöpfung), Kurzatmigkeit, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Schlafstörungen und allgemeine Schmerzen, so die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Corona-Infektion: Das sind die neurologischen Langzeitfolgen

Eine niederländisch-belgische Studie fand bei einer Analyse von 2113 Covid-19-Patienten heraus, dass drei Monate nach dem Krankheitsbeginn immer noch 87 Prozent der Betroffenen an chronischer Erschöpfung (Fatigue) litten.

Auch das Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlichte eine Studie mit 2500 Teilnehmenden, die die häufigsten Langzeitsymptome bei Covid-19-Infizierten untersuchten. Dabei wurden vier häufige neurologische Folgen festgestellt:

  • Fatigue
  • Kurzatmigkeit
  • Schnupfen
  • Schmerzen

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie äußert zudem in einer Pressemitteilung, dass Betroffene mit einem sehr hartnäckigen Covid-19-Verlauf besonders langanhaltend mit den neurologischen Beschwerden zu tun haben. Nach einer Studie aus Frankreich sind diese Spätfolgen im Bereich der Neurologie sehr stark mit einer Einschränkung der Lebensqualität verbunden. Die französischen Forscher fanden heraus, dass Covid-19-Patienten sogar noch drei Monate nach Genesung an folgenden Langzeitfolgen litten:

  • Schmerzen
  • Muskelschwäche
  • Depressionen
  • Angstzustände

 Dies berichtet das Onlineportal heilpraxis.net.

Long Covid: Corona-Patienten können noch Monate nach der Erkrankung an den Folgen leiden

„Zusammenfassend betreffen neurologische Langzeitfolgen einen hohen Anteil der Covid-19-Patientinnen und -Patienten und wir müssen diese Menschen neurologisch nachbetreuen. Bei vielen Betroffenen verbessern sich die neurologischen Symptome zwar im Laufe der Zeit, aber wir haben auch Patienten, die bereits in der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr 2020 erkrankten und bis heute nicht beschwerdefrei sind.

Da es sich bei Covid-19 um eine neuartige Krankheit handelt, müssen wir die Ursachen der Symptome und Spätfolgen klären, um gezielt etwas gegen die neurologischen Beschwerden unternehmen zu können“, erklärt DGN-Generalsekretär Peter Berlit.

Zudem wird in der aktuellen Pressemitteilung der DGN das "NAPKON"-Projekt erwähnt, welches sich primär auf die Untersuchung neurologischer Langzeitfolgen spezialisiert. Eine der wichtigsten Forschungsgebiete ist dabei der Zusammenhang einer Corona-Infektion mit der langfristigen Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten und die Erforschung der Begünstigung neurodegenerative Folgeerkrankungen wie beispielsweise Alzheimer. Fundierte Ergebnisse über diese neurologischen Zusammenhänge wird das Forschungsteam jedoch erst nach Jahren oder Jahrzehnten haben.

Eine interessante Frage stellt sich auch im Zusammenhang mit einem einfachen Schnupfen und dem Verdacht auf Corona.