Masken helfen maßgeblich dabei, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Doch das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes kann auch negative Auswirkungen haben: Bei einer Studienreihe wurde entdeckt, dass sie die sprachliche und soziale Entwicklung von Kindern einschränken können. Eine Bildungsbehörde warnt nun: Die Effekte zeigen sich bereits bei Kleinkindern und ziehen schlimmstenfalls langfristige Folgen nach sich.

Die Masken verzögern sowohl die Kommunikations- als auch die Sprachentwicklung von Kleinkindern, heißt es in der Studie aus Großbritannien. Bereits Babys sollen Probleme damit haben, Gesichtsausdrücke richtig deuten und darauf reagieren zu können, wenn ihr Gegenüber eine Maske trägt. Die Studie bezieht sich dabei vor allem auf das Personal von Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, also Lehrer*innen und Erzieher*innen.

Masken beeinflussen Entwicklung von Kindern: Sprache und Sozialkompetenz leiden

Auf lange Sicht führe dies dazu, dass Kinder weniger Selbstbewusstsein entwickeln. Außerdem falle es ihnen schwer, in Gruppen zu agieren und Freundschaften zu schließen. Die Ergebnisse stammen vom "Office for Standards in Education, Children’s Services and Skills" (Ofsted), einer Behörde des britischen Bildungsministeriums, die regelmäßig Bildungseinrichtungen inspiziert. Die Schulaufsichtsbehörde hat für ihre Studienreihe 70 Einrichtungen befragt. Dabei kam auch heraus, dass die Kinder nur über einen begrenzten Wortschatz verfügen, da ihre Betreuer*innen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Corona beeinflusse laut den britischen Studienleitern aber nicht nur das Sprachvermögen der Kinder. Die Auswirkungen der Pandemie lassen sich an körperlichen und motorischen Entwicklungsverzögerungen feststellen: Demnach würden Babys später zu krabbeln und laufen beginnen. Die Kinder hätten zudem Probleme, selbstständig die Toilette zu benutzen. Auch Übergewicht und Zahnprobleme treten seit Beginn der Pandemie häufiger auf.

Kinderarzt Jakob Maske, der auch Sprecher des Berufsverbands für Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ist, liefert eine kritische Einordnung der britischen Studienergebnisse: Auch in Deutschland gebe es seit Beginn der Pandemie mehr Kinder, die eine verzögerte Sprachentwicklung haben.

Das lasse sich aber nicht allein auf das Tragen von Masken zurückführen, betont der Mediziner in einem Interview mit dem BR. Zudem könnten die meisten Kinder die Mimik ihres Gegenübers trotz Maske deuten und beispielsweise ein Lächeln erkennen.

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Bestätigen kann Maske dagegen die motorischen Verzögerungen, die in der britischen Studie genannt werden: "Das haben wir auch tatsächlich in Deutschland beobachtet. Wir sehen durchaus in unseren Vorsorgen Kinder, die sich schlechter bewegen", erläutert Maske im BR-Interview. Betroffene Kinder bräuchten daher entsprechend mehr Förderung durch ihre Eltern oder anhand zusätzlicher Betreuungsangebote.

Um besser einzuschätzen, ob Kinder wirklich schon bereit für die Einschulung sind, sei eine Schuleingangsuntersuchung hilfreich. Dies sei jedoch in en vergangenen Jahren ausgefallen. Die Folge: "Manche Kinder mussten zurückgestuft werden. Das ist etwas, was wir tatsächlich auch in den letzten ein, zwei Jahren beobachtet haben", kritisiert Maske.

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