Seit dem 27.12.2020 wird nun gegen das Coronavirus geimpft - besser gesagt gegen schwere Verläufe einer Infektion mit dem gefährlichen Lungenvirus und der daraus resultierenden Erkrankung Covid-19. Noch vor Weihnachten hatte die Europäische Behörde EMA den Impfstoff von Biontech und Pfizer zugelassen. Täglich veröffentlicht das Robert-Koch-Institut in Berlin Daten zu erfolgten Impfungen in Deutschland. Dabei wird klar: Es geht zu langsam voran! Auch in Franken ist es zu Pannen gekommen und bereits gelieferte Impfdosen konnten teilweise nicht mehr verabreicht werden - die Kühlkette war unterbrochen worden. Die Folge: Es wird nicht so viel geimpft wie angepeilt. 

Impfung: Ein langer Weg zur Herdenimmunität

Aber auch, wenn alles nach Plan verläuft, eine große Impfbereitschaft herrscht und die Impfzentren in Deutschland gemäß ihren Kapazitäten Impfungen vornehmen, dauert es etwa acht Monate, bis genug Menschen geimpft sind, um von einer "Herdenimmunität" zu sprechen. Dieser Begriff bedeutet, dass genug Menschen immun sind, um Infektionsketten zu durchbrechen und schwere Verläufe einer Erkrankung deutlich seltener zu machen. 

Eine Herdenimmunität ist vor allem deshalb wichtig, weil es viele Menschen gibt, die nicht geimpft werden können. So zum Beispiel Leukämiekranke oder Menschen, die immunhemmende Medikamente nehmen müssen, weil ihnen ein Organ transplantiert wurde, erklärt Luka Cicin-Sain vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. "Sie können nur durch Herdenimmunität geschützt werden", sagt der Wissenschaftler.

Um das zu erreichen, müssen zwischen 60 und 70 Prozent der Bevölkerung immunisiert worden sein, so der anfängliche Richtwert. Auf Deutschland bezogen heißt das: Rund 50 Millionen Menschen müssten geimpft sein, um von einer ausreichenden Immunisierung auszugehen. 50 Millionen entsprechen etwa 60 Prozent der Bevölkerung; dazu kommen noch alle Menschen, die durch eine bereits erfolgte Infektion immun gegen das Coronavirus geworden sind. 

Reicht eine Impfrate von 60 bis 70 Prozent tatsächlich aus?

Die anfänglich angesetzte Impfrate von 60 bis 70 Prozent scheint für viele Forscher allerdings zu optimistisch, um eine Herdenimmunität in Deutschland zu erreichen. Viele Aspekte sind zum aktuellen Zeitpunkt noch ungewiss. So ist bislang noch nicht klar, ob der zugelassene Impfstoff vor einer Übertragung des Virus schützt. Wie lange der Impfschutz anhält, lässt sich auch noch nicht sagen.

Außerdem verändert sich das Coronavirus stetig. Die zunächst in Großbritannien und dann auch in Deutschland nachgewiesene Mutation B.1.1.7 zum Beispiel ist nach derzeitigem Kenntnisstand deutlich ansteckender. Wegen dieser Faktoren muss der Anteil an Geimpften in der Bevölkerung dann steigen, um eine sogenannte Herdenimmunität erreichen zu können, veranschaulicht der Mediziner Cicin-Sain. Er spricht von 80, 85, vielleicht sogar 90 Prozent. Zum Vergleich: Masern sind deutlich ansteckender als alle bislang bekannten Mutationen des Coronavirus. Hier ist eine Impfrate von über 90 Prozent nötig.

Wichtig ist außerdem zu wissen: Von einem ausreichenden Impfschutz ist jedenfalls beim Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer nur dann die Rede, wenn eine zweite Injektion erfolgt ist. Bis dahin kann man lediglich die Impfungen aufführen und daran ablesen, wie lange es dauern wird, bis die Impfungen eine weitere Perspektive im Kampf gegen das Coronavirus darstellen. 

Auch in Bayern geht das Impfen nur schleppend voran

inFranken.de hat Grafiken zusammengestellt, anhand derer sich erkennen lässt, wie die Bundesländer im Vergleich beim Impfen dastehen. Um die Zahlen vergleichbar zu machen, sind sie auf 1000 Einwohner umgerechnet. 

inFranken.de hat aus den Zahlen auch eine Perspektive errechnet, bis wann es nach aktuellem Stand zu dauern wird, um genug Menschen in Deutschland geimpft zu haben. Die Schwankung ist hierbei momentan noch sehr groß, da jeder neue Tag den Durchschnittswert noch sehr stark beeinflussen kann. Das Datum, das sich aus den bisherigen Daten errechnet, ist also keineswegs belastbar, wir geben es aber schon an. Dieses Datum wird sich noch stark verändern - hoffentlich insofern, dass das Datum deutlich näher rückt.

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