Der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns zählt zu den typischen Corona-Anzeichen. Kürzlich wurden sie als organspezifische Symptome den sieben Symptomgruppen einer Covid-19-Erkrankung zugeordnet.  Doch worauf ist der Verlust zurückzuführen?

Bereits im August wurden neue Erkenntnisse über den Geruchsverlust bekannt. Eine Studie der John Hopkins-Universität zeigte, dass Viren leicht die Riechschleimhaut beschädigen und so in den menschlichen Körper eindringen können. Als Grund für die Beschädigung und den damit einhergehenden Geruchsverlust wird die hohe Konzentration an ACE2-Rezeptoren gehandelt.

Mund als "Brutkasten" - infizierte Zellen in Speichelproben gefunden

Über die Rezeptoren können Viren leicht in die Zellen vordringen, um sich dort zu vermehren. Ein ähnliches Szenario spielt sich offenbar im Mundbereich ab, wie eine im medRxiv veröffentlichte Studie des American Dental Association Sciene and Research Institute nahelegt. Denn auch in den Zellen der Speicheldrüse, Zunge und Mandeln findet sich eine Vielzahl an ACE2-Rezeptoren. 

"Unsere Studie zeigt, dass der Mund gleichermaßen ein Infektionsweg, sowie ein Brutkasten für das Covid-19 auslösende Virus Sars-CoV-2 ist", erklärt Studienautor Kevin Byrd der Website Live Sciene. Zu den Ergebnissen kamen die Wissenschaftler mithilfe von Speichelproben, in denen sie infizierte Zellen entdecken konnten. Je höher dieser Anteil ist, desto mehr kann davon ausgegangen werden, dass der Infizierte an einem Geruchs- und Geschmacksverlust leidet.

Ein weiteres Indiz dafür, dass die Mundhöhle ein günstiger Ausbreitungspunkt für das Coronavirus ist, sind gefundene Antikörper. Nach einer Covid-19-Genesung konnten die Forscher Speichel-Antikörper gegen Sars-CoV-2-Proteine nachweisen. Das impliziere Speichel als wichtiges Mittel der Virusübertragung. 

Ergebnisse unterstreichen Wichtigkeit der AHA-Regeln

Trotz der Erkenntnisse konnten die Forscher nicht nachweisen, wie viele der im Speichel gefundenen infizierten Zellen tatsächlich aus dem Mund stammen. Ein möglicher Ursprung sei auch die Nase oder die Lunge. "Wir haben jedoch festgestellt, dass diese unterschätzen, aber weit verbreiteten Speicheldrüsen - die sogenannten kleinen Speicheldrüsen - nach einer Infektion ihr eigenes Virus bilden können", erklärt Byrd. Dies könnte die Hauptquelle der gefundenen Viren im Speichel sein, eine Bestätigung steht aber noch aus.

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Eine weitere Hypothese stellt der Mediziner der University of California Alessandro Villa, der jedoch nicht an der Studie beteiligt war, in den Raum: "Sollte die Speichelproduktion in irgendeiner Form beschädigt werden sollte, könnte man spekulieren, dass das zu Geschmacksveränderungen oder Geschmacksverlust führt", erklärt er. 

Die gewonnenen Erkenntnisse unterstreichen die getroffenen Maßnahmen zu Eindämmung der Pandemie: "Diese Untersuchung unterstreicht stark die Bedeutung der effektiven öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen - Masken, soziale Distanzierung und Händewaschen - unabhängig davon, ob man Symptome hat oder nicht", meint Byrd.

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