Erlangen/Nürnberg
Covid-19

FFP2 vs. OP-Masken? Krankenhaus-Hygieniker halten FFP2-Maskenpflicht für nicht richtig

Beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr herrscht nun in ganz Deutschland eine FFP2- oder OP-Maskenpflicht. Im Freistaat Bayern dürfen allerdings nur die FFP2-Masken verwendet werden. Krankenhaus-Hygieniker aus Franken haben dazu eine überraschende Meinung.
 
  • FFP2-Masken und OP-Maskenpflicht in ganz Deutschland
  • In Bayern nur FFP2-Masken erlaubt 
  • Krankenhaus-Hygieniker: Generelle FFP2-Maskenpflicht nicht richtig

Die am Dienstag (19. Januar 2021) bundesweit beschlossene Corona-Maßnahme, im öffentlichen Raum OP-Masken zu nutzen, befürworten die Krankenhaus-Hygieniker der bayerischen Universitätskliniken. "Der zertifizierte medizinische Mund-Nasen-Schutz ist für die Bürgerinnen und Bürger einfach und sicher anzuwenden, ohne Behinderung der Atmung zu tragen und entfaltet eine völlig ausreichende Schutzwirkung im öffentlichen Raum", heißt es seitens der Hygieniker in einer Pressemitteilung der Universität Erlangen-Nürnberg vom Donnerstag (21. Januar 2021).

Krankenhaus-Hygieniker begrüßen Beschluss zu OP-Masken

Zudem seien OP-Masken preiswerter und schonten wichtige Ressourcen an FFP2-Masken, da diese einen wichtigen Bestandteil des Arbeitsschutzes in Kliniken und anderen Versorgungseinrichtungen darstellten. Würden alle Bundesländern ausschließlich FFP2-Masken beim Einkaufen und im ÖPNV zulassen, so wie Bayern seit dem 18. Januar 2021, würde dies zu einem massiven Versorgungsproblem an Kliniken und Versorgungseinrichtung führen. 

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Aus folgenden Gründen sehen die Krankenhaus-Hygieniker eine generelle FFP2-Maskenpflicht als problematisch an:

  • Der Gebrauch von FFP2-Masken muss trainiert und überprüft werden - sie sind keine selbsterklärenden Artikel. Bei falscher Anwendung bieten FFP2-Masken keinen zusätzlichen Schutzvorteil. Im Gegenteil: werden sie nicht korrekt getragen, ist der Schutz beeinträchtigt. 
  • Das Tragen von FFP2-Masken kann ein falsches Gefühl von Sicherheit erzeugen und so dazu führen, dass die Menschen weitere Corona-Maßnahmen vernachlässigen - beispielsweise Abstand zu halten. 
  • FFP2-Masken erhöhen den Atemwiderstand deutlich. Um dies zu umgehen, tragen viele Menschen die Masken lockerer und lassen "Luftlöcher". Dies führt faktisch zu einem Verlust der Schutzwirkung - für den Träger als auch für sein Gegenüber.
  • FFP2-Masken müssen regelmäßig gewechselt werden - spätestens nach 8 Stunden Tragezeit. Eine Reinigung und Aufbereitung der Masken sind sehr aufwändig und im häuslichen Bereich nicht praktikabel. Die derzeit im Internet kursierenden Reinigungsanleitungen sind allesamt nicht validiert. Die Masken verlieren ihre Schutzfunktion. 
  • Gerade im privaten Bereich müssen keine FFP2-Masken getragen werden. Hier bleiben deshalb mögliche Übertragungswege bestehen. Nach dem Kenntnisstand sind Übertragungswege im Privaten für das Infektionsgeschehen relevanter als im Einzelhandel oder im ÖPNV

OP-Masken haben "völlig ausreichende Schutzwirkung"

Die Krankenhaus-Hygieniker sprechen sich deutlich für OP-Masken als effektive Alternative zu FFP2-Masken aus: "Wir sind davon überzeugt und können dies anhand der Fallzahlen beim medizinischen Personal auch gut belegen, dass in vielen Situationen im medizinischen Bereich bei der Regelversorgung von Patientinnen und Patienten ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz, der korrekt getragen wird, eine völlig ausreichende Schutzwirkung entfaltet." 

Auch wenn von Bund und Ländern beschlossen wurde, dass neben FFP2-Masken beim Einkaufen und im ÖPNV auch medizinische OP-Masken getragen werden können, gilt in Bayern eine andere Regelung. Der Freistaat besteht auf eine FFP2-Maskenpflicht in diesen Bereichen. Wie der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erläutert, hält er es für wahrscheinlich, dass die bayerische Maßnahme weltweit einmalig sei. Er selbst fände die Idee einer FFP2-Maskenpflicht gut, allerdings müsste es zwingend Angebote für einen kostenlosen Zugang zu den Masken und eine Anleitung zum Tragen geben. Wie es sich mit der Maskenpflicht bei Kindern verhält, erfahren Sie hier. 

Fazit: 

Krankenhaus-Hygieniker sind sich einig, dass OP-Masken einen ausreichenden Schutz in der Corona-Pandemie bieten. Vorausgesetzt, sie werden richtig getragen. OP-Masken oder auch medizinische Masken seien einfacher in der Handhabung und "luftdurchlässiger" als FFP2-Masken. Hätte alle Bundesländer eine FFP2-Maskenpflicht eingeführt, wie Bayern es getan hat, wäre es zu einem Versorgungsengpass an wichtigen Stellen, wie Krankenhäusern oder in der Pflege, gekommen. Aus diesen Gründen sprechen sich die Krankenhaus-Hygieniker deutlich für das Tragen von medizinischen Masken aus. 

 

nw

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