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Maskenpflicht

Wie erkennt man gute FFP2-Masken? Öko-Test gibt Tipps zu Kauf, Sicherheit und Reinigung

Bayernweit gilt seit dem 18. Januar eine FFP2-Maskenpflicht: Wer einkaufen oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren möchte, darf dies nur mit einer entsprechenden FFP2-zertifizierten Maske. Doch wie erkennt man eine gute FFP2-Maske? Öko-Test gibt hilfreiche Tipps, wie Sie an sichere Masken gelangen und was es beim Kauf und der Reinigung zu beachten gibt.
 
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FFP2-Masken sind ein Muss, wenn Sie in Bayern mit dem öffentlichen Verkehr fahren oder einkaufen gehen möchten. Öko-Test gibt wertvolle Tipps zu Kauf, Sicherheit und Reinigung der Masken. Foto: Antonio Cansino/pixabay.com
  • Öko-Test gibt Tipps zur Kauf, Sicherheit und Reinigung von FFP2-Masken
  • FFP2-Masken schützen besser als Alltagsmasken
  • So erkennen Sie eine gute FFp2-Maske
  • Achten Sie auf die Zertifizierung
  • FFP2-Masken sollten zur Reinigung nicht in die Waschmaschine, sondern in den Backofen

Die FFP2-Masken ("Filtering Face Piece") sind seit dem 18. Januar in Bayern im öffentlichen Verkehr und im Einzelhandel Pflicht. Zertifizierte Masken müssen mindestens 95 Prozent der Partikel aus der Luft filtern, was das Risiko, Virus-belastete Aerosole zu übertragen, minimiert. Öko-Test gibt Tipps rund um die Sicherheit, Reinigung und den Kauf der FFP2-Masken. 

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FFP2-Masken: Öko-Test gibt hilfreiche Tipps

Die bayernweite FFP2-Maskenpflicht wirft bei den Verbrauchern einige Fragen auf: Was gibt es beim Kauf zu beachten? Wie gelange ich an sichere Modelle, die zertifiziert sind? Wie oft kann die Maske getragen werden und was gibt es bei der Reinigung zu beachten? Öko-Test hat sich dieser Fragen angenommen und gibt Auskunft über die drängendsten Fragen zu den FFP2-Masken.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen OP-Masken und den selbst genähten Masken weisen FFP2-Masken eine stark erhöhte Schutzwirkung vor dem Corona-Virus auf. Im Gegensatz zu einfachen Masken schützen die FFP2-Modelle nicht nur die Mitmenschen des Trägers, sondern auch den Träger selbst. Die Wirksamkeit kommt durch die erhöhte Filterleistung des Materials der Maske zustande, welches mindestens 95 Prozent der Partikel aus der Luft filtern muss. Diese Norm muss erfüllt werden, um FFP2-zertifiziert zu sein. Einfache Masken sind hingegen nicht genormt und lassen für gewöhnlich viele Partikelteilchen durch das Material der Maske dringen. 

Besonders wichtig ist es, die FFP2-Maske perfekt an das Gesicht angepasst zu tragen, sodass sie so dicht wie möglich anliegt. Dann ist sie imstande, sowohl den Maskenträger, als auch dessen Umwelt vor einer Übertragung zu schützen. Eine Studie, die in dem Fach-Magazin "Science Advances" veröffentlicht wurde, weist darauf hin, dass Aerosole des Maskenträgers durch die FFP2-Maske auf 0,1 Prozent  der Menge, die ohne Maske ausgestoßen worden wäre, minimiert werden konnte. Das bedeutet, dass FFP2-Masken effektiv den Aerosoldurchlass verringern. Aus diesem Grund eignen sich die Masken für alle Bereiche, in denen nicht genügend Abstand genommen werden kann: beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Für eine sehr lange Tragedauer sind sie allerdings nicht gemacht, da sie auf Dauer zu Atembeschwerden führen können.

DIN, CE, N95 - woran erkenne ich eine sichere FFP2-Maske?

Schon alleine die diversen Bezeichnungen, mit denen man konfrontiert wird, wenn man online nach FFP2-Masken schaut, können verwirrend sein. Unter anderem taucht hierbei die DIN-Kennzeichnung EN 149:2009-08 auf: Diese gibt Hinweis darauf, dass die Kennzeichnung der Maske in Europa erfolgt ist und sie einen nachgewiesenen Filterschutz von 95 Prozent aufweist. Das CE-Zeichen finden Sie in Kombination mit einer vierstelligen Nummer, welche Ihnen Informationen über die Teststelle gibt, die die Maske geprüft hat. Um die Teststelle anhand der Nummer zu erfahren, gehen Sie am besten auf die Website der Europäischen Kommission. Ist eine Maske mit der Bezeichnung N95 oder KN95 beschriftet, handelt es sich um ein Modell mit chinesischem oder amerikanischem bzw. kanadischem Standard. Diese Masken können als FFP2-zertifiziert angesehen werden, allerdings gibt es hinsichtlich der Qualität keine überprüfte Sicherheit. 

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In der Vergangenheit wurden FFP2-Masken regelmäßig zurückgerufen, da sie nicht zertifiziert waren und aus diesem Grund womöglich nicht umfänglich schützen. Zuständig für diese Rückruf-Aktionen ist RAPEX, das Schnellwarnsystem der Europäischen Union. Auf der Website produktwarnung.eu können Sie sich über alle aktuellen Masken-Rückrufe informieren. 

Erhältlich sind die unsicheren, da nicht ausreichend zertifizierten FFP2-Masken in erster Linie im Internet, wo sie teilweise zu Schleuderpreisen zu kaufen sind. Deshalb gilt es auch beim Kauf der Masken einiges zu beachten und genau hinzusehen. 

Worauf sollte ich beim Kauf von FFP2-Masken achten?

Wer sich mit FFP2-Masken eindecken möchte, tut dies in erster Linie in Apotheken, im Einzelhandel oder im Internet. Dabei gibt es einiges zu beachten, damit Sie nicht an ein unsicheres Produkt geraten. Erstens: Kaufen Sie keine Masken mit Ventil. Diese führen dazu, dass Sie als Träger zwar geschützt sind, Ihre Aerosole jedoch an Ihre Mitmenschen weitergeben. Zudem sollten Sie sehr hellhörig sein, was unschlagbar günstige Angebote im Internet angeht. Denn kaufen Sie die FFP2-Masken beispielsweise in der Apotheke schlagen diese mit mindesten vier bis sechs Euro zu Buche. Deshalb sollten Sie beachten, ob die Masken sowohl mit einem CE- als auch mit einem DIN-Kennzeichen markiert sind. Nicht zuletzt ist es auch wichtig, dass die Maske dem Gesicht perfekt angepasst wird - gerade bei bärtigen Männern kann das oftmals zu Problemen führen. 

Und was gibt es bei der Reinigung zu beachten? Auch wenn es sich bei FFP2-Masken grundsätzlich um Einweg-Produkte handelt, können sie mit der richtigen Reinigung mehrmals getragen werden. In der Waschmaschine waschen ist allerdings nicht drin, da die Masken kaputt gehen können. Um die Maske frei von Erregern zu bekommen, reicht es schon, sie einige Tage lang trocknen zu lassen und erst dann wieder zu verwenden. Vor dem Trocknen in der Mikrowelle oder der Behandlung mit UV-Licht rät das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ebenfalls ab. 

Forscher der FH Münster überprüften, wie FFP2-Masken am besten gereinigt werden können. Dabei kamen Sie zu dem Ergebnis, dass eine Temperatur von 80 °C bei einer Behandlungsdauer von einer Stunde ideal ist, um Corona-Viren vollständig zu eliminieren. Sie können die Maske also beispielsweise bei 80 °C für eine Stunde in den Backofen stecken, um sie zu desinfizieren. Die Temperatur sollte mit einem Braten-Thermometer überprüft werden, da die Temperatur von Backöfen häufig von der Anzeige abweicht. Eventuell können die Gummibänder unter der Behandlung leiden, der korrekte Sitz auf dem Gesicht sollte also überprüft werden. 

FFP2-Maske reinigen und tragen: Do's und Don'ts

Die Forscher der FH Münster bringen auch das sogenannte "Rotationsprinzip" ins Spiel, wobei jede Maske nur an einem bestimmten Wochentag getragen wird und dann anschließend wieder eine Woche getrocknet wird. Dazu werden die Masken bei 21 bis 23 °C trockener Raumluft aufgehängt. Nach sieben Tagen Trocknung an der Luft ist das Virus zu 95 Prozent abgetötet

Öko-Test gibt weiterhin Tipps, was Sie auf gar keine Fall mit Ihrer FFP2-Maske anstellen sollten. Unter anderem ist davon abzuraten, die Maske mit anderen, also beispielsweise Familienmitgliedern zu tauschen. Bei einem solchen Tausch können nicht nur das Coronavirus, sondern auch andere Viren, Bakterien und Keime übertragen werden. Außerdem sollte die Maske nicht mehr als fünf mal bei 80 °C im Ofen getrocknet werden, denn mit der Zeit setzt ein Verschleiß des Materials ein, wodurch die Schutzleistung gefährdet sein kein. Auch mit Kälte kommen Sie dem Virus nicht bei - einfrieren im Gefrierschrank ist also nicht hilfreich. Beginnt die Maske zu stinken, entsorgen Sie sie am besten im Hausmüll.

Weitere hilfreiche Hinweise betreffen das Tragen des FFP2-Maske: Vor dem Aufsetzen sollten Sie Ihre Hände waschen und gegebenenfalls desinfizieren. Die Maske sollte korrekt auf das Gesicht passen und rundum dicht abschließen - das ist für viele Bartträger ein Problem, Öko-Test rät zur Rasur. Ist die Maske dreckig oder feucht, sollte sie im Hausmüll entsorgt werden. Außerdem sollte eine zu lange Tragedauer vermieden werden, da es zu unangenehmen Atem-Beschwerden kommen kann - idealerweise ist eine Tragepause von einer halben Stunde nach maximal 75 Minuten Tragedauer. 

Fazit: Achten Sie auf eine Zertifizierung und eine korrekte Reinigung

Beim Kauf von FFP2-Masken sollten Sie unbedingt auf die Zertifizierung achten: Sichere Masken verfügen über eine CE-Kennzeichnung und eine DIN-Nummer. Und auch mit der Reinigung der Masken sollten Sie sich gründlich auseinander setzen. Forscher der HS Münster raten zum Trocknen der Masken im Backofen - das Waschen in der Waschmaschine sollte unbedingt vermieden werden. Trotz Maske gilt: die gängigen Hygiene- und Abstandsregeln sollten eingehalten werden

 

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