• Booster-Impfungen in Deutschland
  • Aber wer ist eigentlich betroffen?
  • Und wo erhalte ich die Drittimpfung?
  • Ist ein Antikörpertest im Vorfeld nötig?

Mehrere verschiedene Studien haben bereits bestätigt, dass Corona-Impfungen gut vor schweren Verläufen schützen können. Dennoch nimmt ihr Impfschutz mit der Zeit ab. Daher gibt es nun auch in Deutschland Auffrischungsimpfungen - also Drittimpfungen beziehungsweise Booster-Impfungen. Laut einer israelischen Studie erhöhen Booster-Impfungen den Schutz vor einer Corona-Erkrankung oder einem schweren Verlauf enorm. 

Booster-Impfung in Deutschland - wer bekommt sie?

Oliver Kurzai vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg meint zum BR: "Prinzipiell kommt natürlich jeder, der vollständig geimpft ist, für eine Auffrischungsimpfung in Frage."

Die meisten Forschenden kommen jedoch aktuell zu dem Schluss, dass die Impfung erst einmal für Menschen mit hohem Risiko, schwer an Corona zu erkranken, zu empfehlen sei. Der Professor aus Würzburg meint, dass die Forschenden noch darüber diskutieren würden.

Er betont weiterhin, dass der Risikoaltersgruppe ab 80 Jahren sicher eine Empfehlung ausgesprochen werden kann. Für Menschen ab 70 sei eine Drittimpfung wahrscheinlich sinnvoll und bei Personen ab 60 Jahren in manchen Fällen.

Welcher Zeitraum muss zwischen der zweiten und der dritten Impfung liegen?

Grundsätzlich muss zwischen der zweiten und dritten Impfung mindestens ein Abstand von sechs Monaten liegen. Eine frühere Impfung würde laut dem Experten "wissenschaftlich keinen Sinn ergeben". Außerdem erklärt er, dass Auffrischungsimpfungen nach zwei oder drei Jahren genauso wirksam seien, wie nach sechs Monaten.

Muss ich einen Antikörpertest vor einer Drittimpfung machen?

Kurzai stellt klar, dass es keinen Test gibt, der Menschen die Entscheidung für oder gegen eine Drittimpfung abnehmen kann. Es sei aktuell noch unmöglich eine schützende Immunantwort zu messen. Auch auf Basis eines Antikörpertests könne man keine Entscheidung über eine Booster-Impfung treffen. 

Wo bekomme ich die Drittimpfung?

Aktuell gibt es noch keine einheitliche Regelung. Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums sollen überwiegend Hausärzte die Booster-Impfungen geben. Außerdem sollen die mobilen Impfteams weiter aktiv sein. 

Welche Nebenwirkungen drohen bei der Booster-Impfung?

Daten aus Israel zeigen, dass die Nebenwirkungen einer dritten Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer weitgehend vergleichbar sind mit denen bei der zweiten Impfung. Meist wird von Schmerzen an der Einstichstelle berichtet. 88 Prozent der Geimpften fühlten sich in der Woche nach der dritten Impfung ähnlich oder besser als nach der zweiten Dosis, wie eine Umfrage der israelischen Krankenkasse Clalit herausgefunden hat. Knapp 9 Prozent der Befragten gaben Müdigkeit als Reaktion auf die dritte Impfung an, rund 6 Prozent Unwohlsein. Eine von Hundert geimpften Personen hat nach eigenen Angaben wegen der Impfreaktion medizinische Hilfe in Anspruch genommen. 

Israel: Hohe Wirksamkeit bei dritter Impfung festgestellt

In Israel wurde eine enorm hohe Wirksamkeit nach der Booster-Impfung festgestellt. So habe es bei zweifach Geimpften in Israel mehr als 10 Mal so viele nachgewiesene Infektionen und knapp 20 Mal mehr schwere Erkrankungen gegeben als bei 3-fach-Geimpften.

 Eine offizielle Empfehlung für die Drittimpfung durch die Ständige Impfkommission liegt bislang noch nicht vor.

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