• Temperaturen beeinflussen Corona-Tests
  • Hitze führt zu falsch-negativen Ergebnissen (Sensitivität)
  • Niedrige Temperaturen können falsch-positive Ergebnisse verursachen (Spezifität)

Die Omikron-Welle rollt bedrohlich an - und die Politik verschärft ab dem 28.12.2021 nochmals die Corona-Maßnahmen. Dabei spielt die ausgeweitete Testpflicht eine entscheidende Rolle. Neben 3G am Arbeitsplatz gibt es auch bei einigen Veranstaltungen 2G-Plus. Nachdem die Selbsttests monatelang ein Ladenhüter waren, sind sie jetzt wieder sehr gefragt (hier haben wir zusammengestellt, wo man derzeit noch Tests bekommt).

Corona-Tests werden durch Temperatur beeinflusst

Allerdings stellt sich die Frage, wie zuverlässig die Antigen-Schnelltests eigentlich sind? Denn neben Anwendungsfehlern kann auch die Temperatur einen entscheidenden Einfluss auf die Genauigkeit der Tests haben.

So hatte die Charité in Berlin bereits im Mai 2021 eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Einfluss der Temperaturen auf die Aussagekraft der Antigen-Tests beschäftigte. Dabei zeigte sich deutlich: Zu hohe und zu niedrige Temperaturen können das Testergebnis verfälschen.

Interessanterweise verändert sich das Ergebnis aber nicht gleichmäßig. Die meisten Tests sind für Temperaturen zwischen 10 und 30 Grad ausgelegt. Genauere Angaben finden sich zumeist in den Beipackzetteln. Bei zu hohen Temperaturen steigt laut Charité die Sensitivität der Tests, bei zu niedrigen hingegen die Spezifität

Im Winter häufiger falsch-positive Testergebnisse

Die Sensitivität gibt an, wie sensibel der Test auf die Virenlast reagiert. Das heißt, je höher die Sensitivität ist, desto genauer werden Infizierte erkannt. Für die warme Jahreszeit heißt das, dass häufiger falsch-negative Ergebnisse herauskommen: Zu warm gelagerte Tests erkennen Infizierte schlechter. Die Charité hat hier Temperaturen über 37 Grad untersucht.

Am anderen Ende der Skala, bei Temperaturen unter 2 Grad, sinkt hingegen die Spezifität der Antigen-Schnelltest. Das heißt, der Test kann ausschlagen, obwohl der Proband nicht infiziert ist. Es kommt deshalb in den Wintermonaten tendenziell leichter zu falsch-positiven Testergebnissen

Gleichwohl sind beide Werte, Sensitivität und Spezifität, bei den Tests gut. Und die Genauigkeit der Tests ändert sich erst durch eine längere Lagerung bei falschen Temperaturen. Wahrscheinlicher ist sowieso, das falsche Ergebnisse durch Anwendungsfehler entstehen.