Die Bundesregierung verabschiedete am 13. Januar 2021 eine erneute Erweiterung des Kinderkrankengeldes. Eine verdoppelte Tageszahl soll für eine Entlastung berufstätiger Eltern sorgen. Doch der Anspruch besteht nicht für alle. Was Sie jetzt wissen müssen.

Können Eltern aufgrund geschlossener Kitas und Schulen nicht in die Arbeit gehen, können sie die ihnen zur Verfügung stehenden Kinderkrankentage einsetzen. So kann übermäßigen Einkommensbußen vorgebeugt werden, wenn das Gehalt ausfällt. Bund und Länder hatten sich bei ihren Corona-Krisenberatungen am Dienstag vor einer Woche auf die Aufstockung der Kinderkrankentage verständigt.

Kinderkrankentage: Wer hat Anspruch?

Voraussetzung für einen Anspruch auf Kinderkrankentage ist, dass das Kind unter 12 Jahren alt ist. Sowohl Elternteil als auch das Kind müssen gesetzlich versichert sein.

In dem betreffenden Haushalt darf es keine andere Person geben, welche die Pflege des Kindes übernehmen kann. Elternteile müssen deutlich machen, weshalb Sie durch die Krankheit ihres Kindes nicht arbeiten können. Ein mögliches Home-Office steht dem Anspruch auf Kinderkrankentage nicht entgegen.

Die Höhe des ausgezahlten Kinderkrankengeldes beträgt weiterhin 90 Prozent des entfallenen Nettogehalts. Der Tagessatz ist gesetzlich auf maximal 112,88 Euro begrenzt.

Wie viele Kinderkrankentage es 2021 gibt

Regulär standen Familien pro Elternteil und Kind 10 Tage im Jahr zu. Im Jahr 2021 wurde diese Anzahl auf 20 Tage verdoppelt. Für Alleinerziehende steigen die Kinderkrankentage pro Kind von 20 auf 40.

Familien mit zwei Kindern haben somit einen maximalen Anspruch auf 80 Tage. Bei weiteren Kindern wird dieser Satz um 10 Tage erweitert - unabhängig davon um wie viele Kinder es sich handelt, beträgt die Anzahl dann maximal 90 Tage im Jahr. Diese Regelung trifft auch auf die Alleinerziehenden zu. 

Eltern können grundsätzlich Kinderkrankentage aufeinander übertragen. Bekommt ein Elternteil beispielsweise einfacher eine Freistellung des Arbeitgebers, kann der andere Elternteil Tage abgeben, um die Betreuung der Kinder zu gewährleisten.

Wie sieht es mit Corona-bedingten Schul- und Kitaschließungen aus?

Die Bundesregierung weist ausdrücklich darauf hin, dass Schul- und Kitaschließungen ein berechtigter Grund sind, die Kinderkrankentage in Anspruch zu nehmen. Dies gilt nicht nur für komplette Schließungen: Auch eine aufgehobene Präsenzpflicht oder eingeschränkter Zugang zu Kita und Schule sind zulässige Gründe.

Im Notfall darf sogar der gesamte Satz für Schul- und Kitaschließungen verwendet werden. Die Bundesregierung reagiert so auf die weiter anhaltenden Lockdown-Maßnahmen, die Schließungen und reduzierte Präsenzpläne vorsehen.

Normalerweise müsste für die Beantragung eine Arztbescheinigung über die Krankheit des Kindes eingereicht werden. Ist jedoch nur die Betreuungseinrichtung geschlossen, genügt eine von Schule oder Kita ausgestellte Bescheinigung.

Wie beantrage ich das Kinderkrankengeld?

Schritt 1: Ist ein Kind krank, sollte man zuerst einen Arzt aufsuchen. Dieser stellt nach der Untersuchung eine „Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes“ aus.

Schritt 2: Je nach Krankenkasse füllen Sie nun den entsprechenden Antrag auf Bezug des Kinderkrankengeldes aus. Bei manchen Krankenkassen steht ein Online-Service zur Verfügung, über den Sie ihren Antrag hochladen können. Natürlich können Sie den Antrag auch per Brief schicken oder persönlich einreichen.

Schritt 3: Ihre Krankenkasse holt sich eine Verdienstbescheinigung ihres Arbeitgebers ein. Sobald diese vorliegt, sollte ihre Krankenkasse das Kinderkrankengeld überweisen. 

Weitere Informationen online

Die Bundesregierung informiert online umfassend über die neue Regelung. Weitere Informationen sowie eine schrittweise Anleitung finden Sie auch auf der Website der AOK. Eine Übersicht der ihnen zustehenden Kinderkrankentage finden Sie bei der Barmer.

Die Ausführung kann je nach Krankenkasse leicht variieren.