Die Ausbreitung der Omikron-Variante macht den Schutz vor einer Corona-Ansteckung immer wichtiger – die Politik wirbt daher verstärkt für Auffrischungsimpfungen. Um noch mehr Menschen von der Booster-Impfung zu überzeugen, wurde zudem die Testpflicht in 2G-plus-Bereichen für Personen abgeschafft, die bereits dreimal geimpft wurden. Doch mittlerweile werden immer mehr Fälle registriert, in denen sich Geboosterte dennoch infiziert haben. Ärzteverbände liefern nun eine Einschätzung, wie gefährlich solche Impfdurchbrüche tatsächlich sind.

Die aktuellen Zahlen sollten nicht zu vorschnellen Schlussfolgerungen veranlassen, warnt Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands. Denn eine Booster-Impfung trage dennoch deutlich dazu bei, das Risiko einer Infektion zu senken und schütze im Fall einer Ansteckung vor einem schweren Krankheitsverlauf, erklärte Weigeldt im Interview mit dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND).

Impfung kann nicht hundertprozentig vor Corona-Ansteckung schützen

Auch Kassenärztechef Andreas Gassen wies auf die bisher milden Verläufe bei bereits Geimpften hin. Allerdings sei die Annahme falsch, dass eine Impfung die Ansteckung mit Corona komplett verhindern könne. Bei den bisherigen Varianten wurde eine Abnahme des Impfschutzes beobachtet: Ein britisches Forscherteam rund um Nick Andrews von der UK Health Security Agency hatte im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass sich der Impfschutz bei der Delta-Variante selbst nach der zweiten Dosis bei Astrazeneca auf 42 Prozent und bei Biontech auf knapp 64 Prozent verringerte. Mit einer dritten Impfung stieg der Impfschutz wieder auf über 90 Prozent an, bei der Omikron-Variante zumindest auf ungefähr 70 Prozent.

Laut den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) gab es bereits mehrere Tausend Impfdurchbrüche bei Geboosterten: Bei den über 60-Jährigen waren es Ende Dezember 12,8 Prozent. Von den stationären Corona-Patienten in der gleichen Altersgruppe waren rund zehn Prozent geboostert. Etwa 120 Personen sind trotz dritter Impfung an oder mit einer Corona-Infektion verstorben. Bei den unter 60-Jährigen mit Booster-Impfung sind die Zahlen deutlich niedriger: Nur 3,3 Prozent haben sich bisher angesteckt und nur 1,8 Prozent mussten in der Klinik behandelt werden.

Ob die Omikron-Varianten zu einer Zunahme der Impfdurchbrüche führen wird, könnte der nächste Wochenbericht des RKI zeigen, der am Donnerstag, 6. Januar 2022, erscheinen soll. Der Epidemiologe Hajo Zeeb hat aber bereits eine düstere Prognose: Er ist davon überzeugt, dass sich viele Menschen trotz dritter Impfung mit Omikron anstecken werden, sagte er im Interview mit dem RND. Er betonte daher, dass sich auch Geboosterte weiterhin an die geltenden Corona-Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen halten müssen.

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Dem pflichtet Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, bei: „Dreifach Geimpfte müssen sich strikt an die Aha-Regeln halten, um das Virus nicht an die besonders gefährdeten älteren Menschen oder an solche mit Vorerkrankungen weiterzutragen“, sagte er im Gespräch mit dem RND.

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