• Digitaler Impfnachweis: Impfung soll mit neuem digitalen Impfnachweis auf dem Handy nachweisbar sein
  • Rund zwei Drittel der Apotheken bieten Umstellung an, aber es läuft noch nicht alles glatt
  • Diese Apotheken sind dabei
  • Digitaler Impfnachweis nicht nur komfortabel, sondern auch sicherer

Der digitale Impfnachweis ist seit kurzem in Deutschland angekommen. Einige Apotheken bieten diese Dienstleistung bereits seit Montag, 14. Juni 2021 an. Doch der Umstieg auf die digitale Alternative war alles andere als reibungslos. 

Digitaler Impfnachweis sehr beliebt - diese Apotheken nehmen teil

Tausende Apotheken haben zu Beginn des digitalen Impfnachweises an der Umstellung teilgenommen. Entsprechend groß war auch der Andrang der Bürger. Rund zwei Drittel der Apotheken bieten die Umstellung von analog auf digital für vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte an. Kosten soll die Prozedur den Bürger dabei nichts. Doch schon am Vormittag machten sich erste technische Zipperlein bemerkbar. In mehreren Regionen waren die Server von dem großen Andrang überlastet. Trotzdem sprachen vor allem die Apotheken-Betreiber von einem gelungenen Start. Bislang bieten rund 13 000 Apotheken die Umstellung von analog auf digital an, wie Thomas Dittrich, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), sagte. 

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Wie die Apothekerverbände aus verschiedensten Bundesländern berichten, besteht an der digitalen Aufbereitung eine immense Nachfrage. Vereinzelt sollen sich kleine Schlangen vor den Apotheken gebildet haben. Online unter "mein-apothekenmanager.de" könne man aktuell einsehen, wo teilnehmende Apotheken seien. Durch diese Anlaufstelle kam es laut Dittrich jedoch zu einer "extrem hohen Nachfrage". Die Folge: Die Website war phasenweise über den Vormittag verteilt nicht zu erreichen. Auch der Zugriff auf den Apotheken-Server soll sich zunächst schwierig gestaltet haben.

Diese Probleme seien aber im Laufe des Tages behoben worden. Wie der Brandenburger Apothekenverband der Deutschen Presseagentur mitteilt, lag das an der Vergabe von neuen Passwörtern, verursacht durch höhere Sicherheitsanforderungen. Auch in Bayern gestaltete sich der Start des digitalen Impfpasses zunächst holprig, insgesamt jedoch nach Angaben des Bayerischen Apothekerverbandes ohne gravierende Schwierigkeiten. In ganz Deutschland sei bis Montagmittag bei rund 400 000 Menschen der Umstieg auf einen digitalen Corona-Impfnachweis erfolgt. Das erklärte eine Verbandssprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Zahlen für Bayern gebe es bislang noch nicht. In ganz Bayern nahmen in etwa zwei Drittel der insgesamt 3000 Apotheken an der Umstellungsaktion teil. 

Gelber Impfpass aus Papier weiterhin gültig - aber nicht fälschungssicher

Die während der Umstell-Aktion generierten QR-Codes können in einer speziellen CovPass-App des RKI oder auch in der CoronaWarn-App hinterlegt werden, berichtet die dpa. Wie der digitale Impfpass funktioniert, lesen Sie hier. Gemeinsam mit dem Personalausweis oder einem Reisepass fungiere dieses Zusammenspiel dann als Impfnachweis. Die bisherigen Impfnachweise in gelben Impfbüchern aus Papier gelten als "nicht fälschungssicher".

Der digitale Corona-Impfnachweis sei als freiwillige Ergänzung des weiterhin geltenden gelben Impfheftes aus Papier zu verstehen. Mit diesem Angebot hat Deutschland auf ein Vorhaben der Europäischen Union reagiert und dieses umgesetzt. Um die Überprüfbarkeit zu gewährleisten wurde in Abstimmung mit der Europäischen Union ein entsprechendes Sicherheitszertifikat vereinbart. Mit der App soll man belegen können, dass gelockerte Corona-Beschränkungen für den Geimpften gültig seien. Außerdem könne damit das Reisen innerhalb von Europa erleichtert werden. Dittrich betont: "Der digitale Nachweis ist komfortabel, einfach und sicher." Außerdem vereinfache er das Prozedere für all jene, die einen Impfstatus überprüfen möchten, erklärte der Verbandsvorsitzende im ZDF-"Morgenmagazin".

Laut Angaben des Robert Koch-Institutes seien bereits 21,8 Millionen Menschen deutschlandweit vollständig geimpft. Das entspricht mehr als einem Viertel der Bevölkerung. Bei Menschen über 60 habe bereits rund die Hälfte der Menschen vollen Impfschutz. Die erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf dem Kurznachrichtenportal "Twitter". Die Erstimpfung haben 48,4 Prozent der Gesamtbevölkerung, also 40,2 Millionen Menschen, hinter sich. Bei Menschen über 60 bereits 80 Prozent, so Spahn.

Digitaler Impfnachweis: Impfheft oder Nachweis des Impfzentrums und Personaldokument vorlegen

Trotz des Komforts empfiehlt Dittrich, dass nicht jeder sofort zu einer teilnehmenden Apotheke eilen müsse. Apotheken würden auch über die kommenden Wochen hinweg den Service weiter anbieten. Zudem bleibe der gelbe Impfpass gültig. "Es werden alle, die diesen digitalen Impfnachweis haben wollen, diesen auch bekommen", stellte Dittrich klar.

Um den digitalen Impfnachweis zu erhalten, muss sowohl das Impfheft, oder der Nachweis eines Impfzentrums sowie ein Personaldokument vorgelegt werden. Die teilnehmende Apotheke überträgt dann die Daten wie den Namen, Vornamen, das Geburtsdatum, den Impfstoff und Impftermin sowie Dosis in eine Webanwendung. Für diese Anwendung mussten sich die Apotheken extra autorisieren lassen, hält Dittrich fest. Die so gesammelten Daten würden dann an das Robert Koch-Institut übertragen. Dieses erstelle den digitalen Impfnachweis, der via Internet direkt zurück an die Apotheken übertragen werde. Der Geimpfte kann den Nachweis dann bequem via QR-Code in sein Smartphone übertragen.

Die exakten Modalitäten, ob und wann neben Apotheken auch Ärzte oder Impfzentren Nachweise für Geimpfte ausstellen können, ist vom jeweiligen Bundesland abhängig. Bayern und Sachsen-Anhalt etwa wollen Menschen, die in Impfzentren geimpft wurden, mit einem eigenen Internet-Portal Zugang zum Zertifikat verschaffen. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen wollen den Impfnachweis per Post verschicken. 

Viele finden digitalen Nachweis sinnvoll

Generell trifft der digitale Corona-Impfnachweis laut einer Umfrage auf große Zustimmung. Auf die Frage, wie sinnvoll ein digitaler Nachweis sei, antworteten 69 Prozent der Befragten mit "sehr" oder "eher schon sinnvoll". Die Umfrage wurde im Auftrag des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller durchgeführt. Die größte Zustimmung herrschte bei Menschen ab 60 Jahren mit 79 Prozent. Die wenigste Zustimmung war bei Befragten im Alter zwischen 30 und 39 Jahren mit 55 Prozent auszumachen. 

Im Rahmen der Umfrage sollen 1000 Menschen ab 18 Jahren im Zeitraum vom 18. Bis zum 25. Mai vom Institut Nielsen befragt worden seien.

Digitaler Impfpass: So funktioniert "CovPass"

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