Gefährdet eine neue Virus-Variante die Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen? Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) gegenüber dem Spiegel bestätigte, ist in Deutschland mindestens ein Fall von "Deltakron" aufgetreten. Hierbei handelt es sich um eine Rekombination aus der Delta-Variante und der momentan vorherrschenden Omikron-Variante.

Bereits Anfang des Jahres hatte eine Meldung aus Zypern über eine Mischvariante zwischen Delta und Omikron für Aufregung gesorgt. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass es sich höchstwahrscheinlich um einen Irrtum aufgrund einer Verunreinigung im Labor handelte. Nun scheint sich die Variante aber tatsächlich auszubreiten. Was bedeutet das? Und wie gefährlich kann uns das neue Coronavirus werden?

Ansteckender und gefährlicher? Die Gefahr bei neuen Virusvarianten

Bei einer Rekombination handelt es sich laut Forschern um einen Mischtyp zweier Virusvarianten. Dies sei eine relative normale Entwicklung, die immer dann auftritt, wenn sich verschiedene Virusvarianten gleichzeitig ausbreiten: Vereinfacht gesagt, befallen Vertreter beider Virenstämme gleichzeitig einen Menschen. Dabei können genetische Informationen eines Typs auf den jeweils anderen überspringen und so eine neue Variante generieren.

Dies ist nun bei Omikron und der zuvor dominanten Delta-Variante passiert. Schon Ende Februar waren in Großbritannien 32 Corona-Fälle erfasst worden, bei denen eine Mischung aus den Varianten Delta und Omikron nachgewiesen wurde. Die als "Deltakron" bezeichnete Variante war Anfang Februar auf eine Beobachtungsliste gesetzt worden, nachdem erste Fälle aufgetaucht waren.

Doch wie gefährlich ist die neue Variante? Generell könnte eine Verbindung zwischen Delta und Omikron durchaus gefährlich werden. Nämlich dann, wenn die höhere Infektionsrate von Omikron auf die schwereren Verläufe von Delta träfe. Danach sieht es derzeit jedoch glücklicherweise nicht aus: So hätte sich die neue Variante bereits weiter ausbreiten müssen, wenn sie wirklich ähnlich ansteckend wie Omikron wäre. Dies ist bisher aber nicht passiert.

Gleichwohl warnen Virologen weiterhin davor, dass Mutationen die Pandemie nochmals befeuern könnten. Es sei ein Trugschluss, dass weitere Mutationen automatisch zu milderen Verläufen führen würden, hatte beispielsweise Christian Drosten Anfang des Jahres klargemacht. Und die Gefahr von Mutationen wachse mit höheren Infektionszahlen. Dies ist umso gefährlicher, als die momentan geltenden Corona-Maßnahmen ab 20. März größtenteils auslaufen. In Bayern berät das Kabinett am Dienstag, dem 15. März, wie man mit den weiter hohen Infektionszahlen umgehen will. rowa/mit dpa