• Corona-Brüste: Brustschwellungen nach Corona-Impfung berichtet - was steckt dahinter?
  • Lymphknotenschwellungen als regelmäßige Impfreaktion
  • Schwellungen sollten unbedingt dem Arzt mitgeteilt werden

Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Schmerzen an der Einstichstelle: Wer sich bereits mit dem Thema Corona-Impfung auseinandergesetzt hat, für den werden die möglichen Impfreaktionen nichts Neues sein. Doch vor Kurzem kursierte vor allem in den sozialen Medien das Gerücht über eine bestimmte Nebenwirkung bei Frauen: das Anschwellen der Brüste.   

Lymphknotenschwellungen als regelmäßige Corona-Impfreaktion

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, machten Userinnen auf Tiktok und Twitter nicht nur auf die Entdeckung aufmerksam. "Diese Biontitten-Impfung will ich auch", schrieb eine Nutzerin auf Twitter. Bei Tiktok finden sich ähnliche Beiträge.  Eine Nutzerin behauptet doch glatt, sie habe nach der Impfung nun zwei Körbchengrößen mehr.

Die Nutzerinnen formulierten auch eine Vermutung für das Impf-Phänomen. Angeschwollene Lymphknoten könnten demzufolge die Ursache für die größeren Brüste darstellen. Die Prognose wird im gleichen Bericht des BR von Oberarzt Thorsten Koch zumindest nicht direkt verworfen. Unter anderem könnte es laut ihm durch Lymphknotenschwellungen zu einer temporären Wassereinlagerung und infolgedessen einer vergrößerten Brust kommen. Dies ist möglich, da die Schwellung die Abfuhr der Lymphflüssigkeit beeinträchtigt.

Generell gelten Schwellungen der Lymphknoten als normale Impfreaktion auf die Corona-Impfungen. Während das Paul-Ehrlich-Institut die Wahrscheinlichkeit für die Reaktion bei dem Moderna-Impfstoff bei knapp 10 Prozent ansetzt, soll sie bei Biontech und Astrazeneca deutlich seltener, etwa nur in 1 Prozent der Fälle auftreten. Zur Impfung mit Johnson und Johnson legt das RKI in seinem Bericht vom 2. Juli keine Zahlen zu Lymphknotenschwellungen infolge einer Corona-Impfung dar.

Größere Oberweite durch Corona-Impfung?

Darüber hinaus kann das Symptom auch bei anderen Impfungen auftreten, wie Dr. Laura Dean von der Cleveland Clinic erklärt.  Die Schwellungen deuten auf eine Antwort des Immunsystems hin, auf die es bei einer Impfung ja auch hinauslaufen sollte.

Schutzhülle für den Impfpass bei Amazon ansehen

Dennoch können die angeschwollenen Brüste aufgrund einer Corona-Impfung aktuell nicht wissenschaftlich bestätigt werden. Wie Marion Kiechle, die Direktorin der Frauenklinik Uniklinik rechts der Isar gegenüber dem BR berichtet, kam es bislang bei noch keiner ihrer Patientinnen zu einer solchen Entdeckung. Die  Lymphknoten schwellen zwar bei manchen Geimpften, allerdings vor allem unter der Achsel und einseitig auf Seite des Einstichs. Ihres Erachtens nach gibt es "keine medizinische Begründung für eine Anschwellung oder gar Vergrößerung der Brüste durch eine Corona-Impfung".

Auch der oben genannte Oberarzt Thorsten Koch kann laut BR keinen Fall bestätigen und selbst wenn, würde die Schwellung nur temporär anhalten. Allerdings sollte ein Hinweis des deutschen Krebsforschungszentrums von all denen berücksichtigt werden, die Schwellungen an den Lymphknoten im Zuge einer Corona-Impfung erleiden. Da dieses Symptom ebenfalls ein Anzeichen für Krebs sein kann, ist es äußerst entscheidend, dies dem jeweiligen Arzt oder Ärztin mitzuteilen - ansonsten könnte sich die Diagnose verfälschen.

Vorsicht: Lymphknotenschwellungen können auch ein Anzeichen für Krebs sein

Bei den Brustschwellungen liegt es hingegen sehr nahe nicht von einer häufigen Impfreaktion auszugehen und auch generell infrage zustellen, ob die Schwellungen der Brüste in der Größe ausfallen, wie dies in den sozialen Medien angegeben wird. Auf Plattformen, die von Aufmerksamkeit der Userinnen und User leben, sollten solche Berichte stark hinterfragt werden.

Lesetipp: Corona-Impfung mit Biontech und Moderna: Hat der mRNA-Impfstoff Einfluss auf die Periode?

Artikel enthält Affiliate Links
*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach nützlichen Produkten für unsere Leser. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.