Weltweit hat das bedrohliche "SARS-CoV-2" schon 1,47 Millionen (Stand: 01.12.2020) das Leben gekostet. Laut dem täglich aktualisierten Covid-19-Dashboard des Robert Koch-Instituts (RKI) steigen in Deutschland die Todesfälle mit aktuell 16.636 zunehmend. Es existieren jedoch keine einheitlichen Regelungen bezüglich der Aufnahme der Corona-Todesfälle in den jeweiligen Statistiken. Weltweit scheinen die Zahlen durch die unterschiedlichen Vorgaben also erst recht nicht vergleichbar. Welche Todesfälle wurden bisher in Deutschland aufgenommen und welche wurden ignoriert?

Immer wieder sorgen die in den Medien vermittelte Zahlen der Todesfälle für Aufruhr. Das Problem: Niemand weiß genau, welche Todesfälle in die Statistik mit aufgenommen werden und welche nicht. Da es laut RKI häufig schwierig zu entscheiden sei, inwieweit eine Covid-19-Infektion direkt zum Tode beigetragen hat, wurden zwei Todesfall-Kategorien gebildet.

Aufnahme der Todesfälle nach Kategorien: "Mit" und "An" Corona gestorben

Das Risiko an Covid-19 zu versterben ist bei Personen, bei denen bestimmte Vorerkrankungen bestehen, höher. Daher ist die Unterscheidung zwischen den Todesfällen im Zusammenhang mit Corona höchst kompliziert. Zum einen wird ein Todesfall des RKI gezählt, wenn ein laborbestätigter Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion vorliegt und zum anderen, wenn Personen "in Bezug" auf das Coronavirus verstorben sind. Die Formulierung "in Bezug" steht auch in §6 des Infektionsschutzgesetzes und hat nach Angaben des RKI zwei Bedeutungen:

  • "Gestorben an" Covid-19: Personen, die unmittelbar an Covid-19 verstorben sind.
  • "Gestorben mit" Covid-19: Menschen mit Vorerkrankungen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die Todesursache war.

Aktuell werden sowohl Fälle die "mit" Covid-19 als auch "an" Covid-19 gestorben sind mit in der RKI-Todesfall-Statistik erfasst. In Bayern sind nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bislang 88 Prozent der mit dem neuen Coronavirus infizierten Toten "an" Covid-19 gestorben und 12 Prozent "mit" Covid-19.

Die Entscheidung, ob jemand "an" oder "mit" Corona gestorben ist, trifft allerdings nicht das RKI, sondern die lokal zuständigen Gesundheitsämter auf Basis ärztlicher Todesbescheinigungen des jeweiligen Arztes.

Tod durch Corona: Auch bei einem Unfall oder Suizid?

Zusätzlich wird die Unterscheidung der beiden Todesfall-Kategorien durch Corona-infizierte Unfalltote oder Selbstmord einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person erschwert. Im ersten Fall der, durch einen Unfall bedingten, Todesfälle äußert sich eine Sprecherin des RKI gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR) wie folgt: "Der berühmte Unfalltote mit SARS-CoV-2-Nachweis könnte vermutlich gezählt werden, wenn das Gesundheitsamt einen Zusammenhang sieht, praktisch dürfte das aber eher nicht passieren." 

Ein ähnlicher Hinweis wird vom RKI bei einem Suizid, einer mit dem Coronavirus infizierte Person, geäußert. "Ein Suizid könnte nur gezählt werden, wenn die betreffende Person positiv getestet war, aber wie gesagt, es wäre die Entscheidung des Gesundheitsamtes," so die Sprecherin gegenüber dem BR.

Es ist daher irrelevant, ob die Person "an" oder "mit" Corona verstorben ist. Die RKI-Statistik umfasst nur Fälle, in denen der Verstorbene mit dem neuen Coronavirus infiziert war. Ein Suizid, den eine nicht mit SARS-CoV-2 infizierten Person begeht, weil sie unter Depressionen litt, werden nicht in die Statistik aufgenommen - auch nicht, wenn die Depressionen durch die staatlichen Corona-Maßnahmen ausgelöst oder verstärkt wurden.

Statistisches Bundesamt zählt wiederum anders als RKI

Selbst innerhalb Deutschlands gelten keine einheitlichen Regelungen. Die amtliche Todesursachen-Statistik des Statistischen Bundesamtes enthält nicht alle vom RKI gemeldeten Todeszahlen. Es werden ausschließlich Personen gezählt, die "an" und nicht "mit" einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind.

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Das Statistische Bundesamt hält sich bei der Zählung an die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Zertifizierung und Klassifizierung von Covid-19 als Todesursache. Dementsprechend wird eine Person, die "an" Corona gestorben ist, der Zählung zugeordnet, wenn Covid-19 das sogenannte "Grundleiden" war, also diejenige Erkrankung, die ursprünglich verantwortlich für den Tod ist. 

Ein Sprecher des Statistischen Bundesamtes fasst die Informationen rund um die Corona-Todesfallzahlen wie folgt zusammen: "Es ist auch für Deutschland davon auszugehen, dass nicht jede Todesbescheinigung, auf der eine Covid-19-Erkrankung angegeben ist, auch als Covid-19-Fall in die amtliche Todesursachenstatistik einfließen wird". 

Auch die Corona-Tests sind nicht unumstritten. Wie zuverlässig die PCR-Tests wirklich sind, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

vn