Forscher und Ärzte sind derzeit auf der Suche nach Medikamenten und einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus.  Einige Mittel werden schon zur Behandlung von "Covid-19"-Patienten eingesetzt.

Ein Forschungsteam vom "Indian Institute of Technology Delhi" hat in eine etwas andere Richtung geforscht und dabei Wirkstoffe in der Natur entdeckt: Einige Heilpflanzen besitzen Moleküle, mit denen das Virus im menschlichen Körper eingedämmt werden könnte. Ihre Studie wurde im Fachmagazin Physotherapy Research veröffentlicht.

Heilpflanzen können Reproduktion des Coronavirus unterbrechen

Das Team untersuchte insgesamt 51 Heilpflanzen, die auf die Hauptprotease von "Sars-CoV-2" abzielen könnten. Dazu zählten unter anderem Aloe Vera, Knoblauch, Ingwer und grüner und schwarzer Tee.

Schwarzer und grüner Tee sowie Haritaki, ein Baum aus der Pflanzengattung der Myrobalane, fielen bei der Untersuchung besonders auf. Sie sind laut Angaben der Forscher ein potenziell antiviraler Wirkstoff gegen "Sars-CoV-2".  Mit diesem Potenzial könnten die Pflanzen das Corona-Protein "3CLpro" abschwächen, sodass die Reproduktion des Virus in den Zellen verhindert würde. Auf diese Weise könnte eine gewisse Schutzwirkung entstehen. Die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften könnten auch Schäden an den Zellen, die das Virus verursacht, entgegenwirken, so die Wissenschaftler um Studienleiter Ashok K. Patel. 

Laut Angaben des Forscherteams stellen grüner und schwarzer Tee sowie Haritaki eine Grundlage für einen potenziellen Corona-Impfstoff dar: "50 Prozent Hemmung bei 10 ug/ml und mehr als 90 Prozent Hemmung bei 40 ug/ml und mehr“, berichten sie. Die helfende Wirkung soll durch die Moleküle "Thearubigin", "Quercetin-3-O-Rutinosid" und "Hesperidin" in den Pflanzen erzeugt werden.

Heilpflanzen als mögliche Grundlage für Corona-Impfstoff?

"Wir gehen davon aus, dass die Hemmung der Proteaseaktivität den Replikationszyklus von Sars-CoV-2 stoppen könnte, und schlagen daher grünen Tee, schwarzen Tee und Haritaki-Pflanzenextrakte als potenzielle therapeutische Kandidaten für eine Sars-CoV-2-Infektion vor", teilen die Wissenschaftler mit. 

Weitere Untersuchungen zu der Rolle der bioaktiven Bestandteilen sind jedoch notwendig, um die Grundlage der Hemmung zu verstehen und die Entwicklung von Medikamenten voranzutreiben.

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sh