• Neue Studie gibt Hoffnung: Vermehrung der Coronaviren innerhalb einer Zelle ließ sich stoppen
  • Methode gegen Corona: Möglicherweise langfristig bessere Behandlung von Covid-19-Patienten
  • Vorgehen der Forschenden: spezielle Gen-Schere

Die Crispr-Methode macht Hoffnung bei der Corona-Behandlung: Ein Forschungsteam vom australischen Peter Doherty Institute for Infection and Immunity in Australien hat im Magazin "Nature Communications" die Ergebnisse einer neuen Studie veröffentlicht, die Hoffnung macht. Laut Aussagen der Forschenden, ist es dem Team gelungen, die Vermehrung der Coronaviren innerhalb einer infizierten Zelle zu stoppen. Langfristig könne den Ergebnissen zufolge eine bessere Behandlung von Covid-19-Patienten möglich gemacht werden. Die Studien-Ergebnisse, die dank einer neuen Methode erzielt werden konnten, sind vielversprechend.

Crispr-Methode: Coronaviren stoppen mithilfe einer Gen-Schere

Die Forschenden verwendeten eine spezielle Gen-Schere, mit der gezielt Teile des Erbguts aus einer infizierten Zelle ausgeschnitten und ersetzt werden können. Für ihre Versuche setzten die Forschenden ein Enzym in das Erbgut ein. Sobald das Virus erkannt wird, wird das Crispr-Enzym aktiviert und zerschneidet das Virus, heißt es in der Studie.

Die Technik sei auch bei Virusvarianten wie der Alpha-Mutante wirksam. Bislang wurde die Methode jedoch nur unter Laborbedingungen getestet. Der nächste Schritt wäre, die Methode an Tieren zu erproben. Derzeit gibt es nur sehr wenige Möglichkeiten Covid-19-Patienten gezielt und wirksam zu behandeln.

Laut Forschungsteam könne das Sterberisiko mit derzeitigen Methoden gerade einmal um rund 30 Prozent gesenkt werden. Die Crispr-Methode sei deswegen ein echter Hoffnungsschimmer. Zwar sei die Anwendung  noch "Jahre, nicht Monate" entfernt, wie es in der Studie heißt, dennoch wäre eine wirksame Behandlungsmethode ein erster Schritt in die richtige Richtung. Das Verfahren ist allgemein noch recht neu in der Welt der Wissenschaften: Erst im Jahr 2020 erlangte die Methode Bekanntheit, als die Entdeckerinnen der Gen-Schere, Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna, den Chemie-Nobelpreis dafür erhielten.

Studie gibt Hoffnung: Replikation der Viren konnte um bis zu 98 Prozent vermindert werden

Laut Studienpapier konnte die Replikation von SARS-CoV-2 zu mehr als 98 % verhindert werden. Die Crispr-Methode könnte in der Theorie gegen alle Viren ein­gesetzt werden, deren Erbgut bekannt ist.

Ein therapeutischer Nutzen müsste jedoch erst in klinischen Studien gezeigt werden. Davon sind die Forschenden - auch nach eigener Einschätzung -  noch weit entfernt.

Die ideale Behandlung von Corona-Patienten wäre laut der Wissenschaftler*innen ein einfaches Medikament, das schnellstmöglich nach einem positiven Corona-Test eingenommen wird, um einem schweren Verlauf vorzubeugen. Mithilfe der neuen Erkenntnisse hoffen die Forscher, ein solches Arzneimittel frühzeitig entwickeln zu können.