• Corona-Pandemie: Virologe Hendrik Streeck warnt vor steigenden Infektionszahlen im Herbst
  • Der Wissenschaftler ist überzeugt: Es braucht ein anderes Verfahren als Tests, um die Zahlen zu bestimmen
  • Streeck gibt Tipps, wie das Osterfest auch in Pandemiezeiten sicher sein kann

Ostern steht vor der Tür und während die meisten gerade darüber nachdenken, wie sie die Feiertage verbringen, hat Virologe Hendrik Streeck schon eine Hiobsbotschaft für den Herbst. "Wir müssen damit rechnen, dass die Infektionszahlen wieder nach oben schnellen", warnte er am Dienstag in einem Interview mit dem Fernsehsender ntv. Spätestens im Oktober oder November, ist er überzeugt, wird es soweit sein.

Virologe Hendrik Streeck: Die nächste Coronawelle kommt

Aus diesem Grund sei es jetzt schon notwendig, die richtigen Schritte in die Wege zu leiten. "Wir haben jetzt wenige Monate Zeit uns darauf gut vorzubereiten", so Streeck. Was genau das bedeutet, erläutert er in dem Interview ebenfalls. Gerade am Prinzip, die Infektionszahlen über Tests zu ermitteln, übt er Kritik. Stattdessen brauche es laut Streeck etwas anderes, um gut durch die nächste Coronawelle im Herbst zu kommen.

"Wir haben schon mehrfach dafür plädiert, dass wir eine Sentinelstudie brauchen oder zumindest ein Abwassermonitoring, womit wir genau erfassen können, wie hoch eigentlich die Infektionszahlen wirklich sind", sagt er. Das sei besser, als die Bestimmung der Infektionszahlen vom Testen abhängig zu machen. Bei einer Sentinelstudie werden regelmäßig wiederkehrend epidemiologisch relevante Daten in der Bevölkerung erhoben. 

Doch so düster Streecks Prognose für den Herbst auch ausfallen mag - für die nächsten Wochen und Monate zeichnet er eher heitere Aussichten, was das Pandemiegeschehen betrifft. Angesichts der momentan wieder sinkenden Corona-Zahlen spricht er von einem "ziemlich guten Zeichen", da sich nun der saisonale Effekt andeute. Der Virologe rechnet damit, "dass wir wieder in eine ruhige Zeit hineinkommen werden, sowohl bei den Infektionszahlen als auch in den Krankenhäusern". In letzteren sei die Situation aktuell noch angespannt. Dass das so ist, liege aber vor allem daran, dass noch immer viele Beschäftigte selbst am Coronavirus erkrankt seien sowie am grundsätzlichen Personalmangel im Gesundheitsbereich.   

Trotz guter Aussichten für die nächste Zeit mahnt Streeck mit Blick auf die anstehenden Osterfeiertage dennoch zur Vorsicht. Man darf nicht vergessen, dass das Virus immer noch unter uns ist", betont er. Seine wichtigste Empfehlung für ein sicheres Osterfest lautete denn auch, "dass man sich impft". Schließlich schütze die Impfung sehr gut vor einem schweren Verlauf - "auch wenn man sich infizieren kann", so der Wissenschaftler.

Wer sich Sorgen um seine Lieben macht, der sollte sie besser auf einen Osterspaziergang treffen als in Innenräumen und mehr Abstand halten. Außerdem würde es - gerade im Kontakt mit älteren, kranken Menschen - helfen, sich vor dem Treffen in Selbstquarantäne zu begeben. So könne man "vermeiden, dass man sich kurz vorher noch angesteckt hat", erläutert Streeck.