• Corona-Todeszahlen könnten vom Sonnenlicht abhängig sein
  • Eine neue Studie behauptet UVB-Strahlung beeinflusst COVID-19-Krankheitsverläufe
  • Vitamin D würde den SARS-CoV-2-Erreger nicht beeinflussen

Immer wieder kursieren Studien und Expertenmeinungen, die Vitamin D als Heilsbringer gegen das Coronavirus betiteln. "Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Vitamin D und Atemwegserkrankungen", heißt es in einem Interview mit Gesundheitsexperte Stefan Pilz. Das gesamte Gespräch finden Sie hier. Auf den ersten Blick scheint die neue Studie der University of Edinburgh in Schottland diese These auch zu stützen. Doch die Analyse der Forscher offenbarte schlussendlich doch einen anderen, bislang nicht bekannten Zusammenhang. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im British Journal of Dermatology.

COVID-19-Todeszahlen durch Sonnenlicht gesenkt: UVA-Wert ist entscheidend

Die Studie bezieht sich auf alle Todesfälle zwischen Januar und April 2021 in den USA. Berücksichtigt außerdem wurden die UV-Werte von 2474 Bezirken.

Die Auswertung zeigte, dass Gebiete mit hohen UVA-Werten deutlich geringere Corona-Todeszahlen aufwiesen, im Vergleich zu Bezirken mit niedriger UVA-Strahlung. Neben den Strahlenwerten wurden auch die bekannten Risikofaktoren für schwere COVID-19-Verläufe miteinbezogen. Dazu gehören beispielsweise Alter und das Infektionsniveau der lokalen Gebiete.

Das Ergebnis wurde mit Studien aus England und Italien abgeglichen. Auch dort zeigte sich derselbe Zusammenhang. Die Beziehung zwischen der COVID-19-Sterblichkeit, der Jahreszeit und dem Breitengrad sei ziemlich auffällig gewesen heißt es in der Analyse des Dermatologen Dr. Richard Weller. 

Corona: Vitamin D keinen Einfluss auf Krankheitsverläufe

Schon seit geraumer Zeit wird davon ausgegangen, dass sich ein ausgewogener Vitamin-D-Haushalt positiv auf eine Corona-Erkrankung auswirkt. Häufig heißt es, ausreichend Vitamin D würden den Krankheitsverlauf abschwächen.

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Genau diese Annahme würde durch die Studie widerlegt werden, da für die Vitamin-D-Produktion ausschließlich UVB-Strahlung benötigt wird. Eine mögliche Erklärung könne stattdessen das freigesetzte Stickstoffmonoxid sein. Es entsteht durch die Aufnahme von Sonnenlicht. Andere Laborstudien sollen in der Vergangenheit bereits gezeigt haben, dass Stickstoffmonoxid den Erreger SARS-CoV-2 daran hindert, sich zu vermehren.

Früher Forschungen hätten außerdem ergeben, dass viel Sonnenlicht mit niedrigerem Blutdruck und weniger Herzinfarkten verbunden sind. Die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems ist ebenfalls ausschlaggebend für den Verlauf einer Corona-Erkrankung. 

Neben der Strahlung wird auch immer wieder betont, dass sich Menschen bei gutem Wetter eher draußen treffen, wo das Ansteckungsrisiko geringer ist, als in geschlossenen Räumen.

Sonnenlicht gleich weniger Todesfälle: Wie aussagekräftig ist die Corona-Studie?

Die Forschenden betonen durchweg, dass es sich bei der Studie um eine reine Beobachtungsstudie handelt. Ob der Faktor Sonnenlicht wirklich ausschlaggebend für die Todeszahlen ist, bleibt offen. Dafür wären weitere Studien nötig, so die Wissenschaftler.

aa

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