• Schon lange herrscht die Vermutung, dass das Körpergewicht und Corona miteinander in Beziehung stehen.
  • Eine Studie hat nun herausgefunden, ab welchem BMI die Wahrscheinlichkeit eines schweren Covid-19-Verlaufs ansteigt.
  • Auch das Sterberisiko wird durch das eigene Gewicht beeinflusst.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthrose, Fettleber und Diabetes: Die Liste der Negativfolgen von Übergewicht ist groß. Aber gehört Corona auch dazu? Schon seit längerem kursiert die Annahme, dass Adipositas Einfluss auf den Infektionsverlauf einer Erkrankung mit Covid-19 hat. Die Rede ist von schweren Krankheitsverläufen, Hospitalisierung und einer erhöhten Mortalität. In einer kürzlich angelegten Untersuchung aus Großbritannien konnte sogar statistisch gesehen ein Body-Mass-Index (BMI) festgelegt werden, ab dem das Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung linear ansteigt.

Corona-Studien: Schwerer Krankheitsverlauf durch Übergewicht

Bereits im August 2020 befassten sich Wissenschaftler mit dem Zusammenhang von Übergewicht und Corona. Damals wurden die Daten von fast 400.000 Erkrankten ausgewertet. Das Ergebnis zeigte, dass Corona-Patienten mit Adipositas mit mehr als doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit hospitalisiert werden mussten. Das Sterberisiko war dabei um 48 Prozent erhöht. 

Experten waren sich bisher dennoch unsicher, warum bei übergewichtigen Patienten das Risiko eines schweren Verlaufs so stark erhöht ist. Nun geht man davon aus, dass  Entzündungsreaktionen, die bei einer Fettleibigkeit auftreten, eine Rolle spielen könnten. Während einer schweren Corona-Infektion kommt es zu einer starken Belastung des Immunsystems, das zu Kreislaufschock und multiplem Organversagen führen kann.

Wenn man beachtet, dass Adipositas-Patienten auch öfter unter Herzinsuffizienz, Lungen- oder Krebserkrankungen leiden und allgemein ein schwächeres Körperabwehrsystem haben, scheint diese Relation nicht ungewöhnlich zu sein. Doch die neue Studie aus Großbritannien offenbart, dass die Gewichtsgrenze für einen schweren Krankheitsverlauf deutlich unter dem BMI von adipöse Menschen liegt.

Corona: Ab diesen BMI wird eine Infektion gefährlich

Im April 2021 haben Forscher aus Oxford erneut den Einfluss des Körpergewichts auf eine Corona-Infektion ins Auge gefasst. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Wissenschaftsmagazin The Lancet.

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Informationen von 6,9 Millionen Patien­ten aus 1.500 Hausarztpraxen in Großbritannien wurden ausgewertet. Bei jedem Patienten wurde mindestens eine BMI-Messung durchgeführt. 13.503 Menschen wurden aufgrund von Covid-19 in Krankenhäuser eingeliefert. 1.601 von ihnen mussten auf Intensivstationen behandelt werden. Insgesamt 5.479 Pa­tien­ten starben an oder mit Covid-19.

Weitere Auswertungen zeigten, dass bereits ab einem BMI von 23 das Risiko eines schweren Verlaufs linear ansteigt. Erst Menschen mit einem BMI von 25 gelten als übergewichtig, Personen mit einem BMI von mehr als 30 als adipös. Das Sterberisiko würde sich laut der Studie erst ab einem BMI von 28 signifikant erhöhen.

BMI: Das sagt die Zahl wirklich aus

Der Body-Mass-Index errechnet sich aus dem Gewicht, der Körpergröße und dem Alter. Er gilt als Richtwert zu Beurteilung des eigenen Körpergewichts. Bei der Bewertung des BMI sollten Sie allerdings vorsichtig sein. Forscher der UCLA herausgefunden, dass mehr als 54 Millionen US-Amerikaner anhand des BMI als "ungesund" eingestuft werden, obwohl sie es gar nicht sind. 

Wie sich der BMI errechnet, was er aussagt, wie man ihn zu beurteilen hat und ob er überhaupt sinnvoll ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

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aa

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