• Studie der Universität Oxford: Thrombosen-Risiko nach Covid-19-Erkrankung um das 8 bis 10-fache höher als nach Impfung 
  • 513.284 Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, nahmen an der Studie teil 
  • Patienten, die vor Corona-Infektion Herzprobleme hatten, haben ein besonders hohes Risiko 

Forscher des Department of Psychiatry  der Universität Oxford fanden heraus, dass das Risiko, eine Sinusvenenthrombose nach einer Covid-19-Erkrankung zu entwickeln, um das 8 bis 10-fache höher ist als nach einer Covid-19-Impfung oder einer Influenza. In ihrer Studie haben sie Patienten untersucht, die zwischen dem 20. Januar 2020 und dem 25. März 2021 an Covid-19 erkrankt sind. Alle Patienten, die davor an Covid-19 erkrankt sind, wurden von der Studie ausgeschlossen.  Insgesamt nahmen 513.284 Patienten teil. Zudem berücksichtigen die Forscher 172.742 Influenza-Fälle und 489.871 Personen, die bereits die erste Dosis einer der beiden mRNA-Impfstoffe Biontech oder Moderna erhalten haben. Auch die Inzidenz von Sinusthrombosen in der Allgemeinbevölkerung wurde berücksichtigt. Die Daten stammen aus einem "großen elektronischen Netzwerk für Gesundheitsakten", heißt es in der Publikation. 

Sinusvenenthrombose: Risiko nach Covid-19-Erkrankung viel höher als nach Impfung 

Um das relative Risiko einer Sinusvenenthrombose zwei Wochen nach einer Covid-19-Infektion  zu ermitteln, wurden die Thrombosefälle nach einer Covid-19-Erkrankung mit den Indexwerten,  nach einer Influenza oder nach der ersten Impfung des mRNA-Vakzins von Biontech oder Moderna, verglichen. Zudem wurden die Daten der Allgemeinbevölkerung berücksichtigt. 

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind, dass das Risiko an einer Sinusvenenthrombose zu erkranken, bei den Patienten am höchsten ist, die an Covid-19 erkrankt sind und vorher schon Herzprobleme hatten.  Im Vergleich zu Influenza oder nach einer Impfung mit einem mRNA-Vakzin ist das Risiko eine Thrombose zu entwickeln, viel höher. "Das sollte bei der Abwägung von Risiken und Nutzen einer Impfung berücksichtigt werden", sagte Studienleiter Prof. Dr. Paul J. Harrisson von der Universität Oxford dem Nachrichtensender CBS News

Die  Ergebnisse sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da bei den untersuchten Patienten keine demografischen Begebenheiten berücksichtigt wurden.  Zudem seien größere Stichproben nötig, um genauere Ergebnisse zu liefern. Dennoch ist das Signal, dass eine Covid-19-Erkrankung mit einer Sinusvenenthrombose verbunden ist, eindeutig und sollte im Auge behalten werden. 

Autoren der Studie  ziehen auch einen Vergleich mit Vektor-Impfstoff Astrazeneca 

Die Autoren ziehen zudem einen Vergleich mit der Häufigkeit von Sinusthrombosen nach einer Impfung mit dem Vektorimpfstoff Vaxzevria von Astrazeneca. Dazu beziehen sie sich auf die jüngste Schätzung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), wonach die Inzidenz bei 5 pro eine Million Menschen liege. Da die Daten aus unterschiedlichen Quellen stammen, ist ein direkter Vergleich nur bedingt möglich. 

Zudem will die  Europäische Arzneimittelagentur (EMA)  noch in dieser Woche ein Gutachten über mögliche Thrombosen durch den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson abgeben. Die Prüfung werde beschleunigt, teilte die Behörde mit. Bis zu der Entscheidung kann dieser Impfstoff uneingeschränkt eingesetzt werden. Die EMA hält weiterhin daran fest, dass die "Vorzüge des Impfstoffs, Covid-19 zu verhindern", höher zu bewerten seien als die Risiken und Nebenwirkungen. 

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