• Ernährungsweise könnte Corona-Infektionsrisiko mit beeinflussen
  • neue Corona-Studie beschäftigt sich mit dieser Thematik
  • Ergebnis überrascht
  • Doch: weitere Studien nötig

Welche Faktoren begünstigen das Risiko, an Covid-19 zu erkranken? Quasi seit Beginn der Pandemie untersuchen Wissenschaftler*innen auf der ganzen Welt, welche Personengruppen besonders gefährdet und welche weniger gefährdet sind. So zeigte erst kürzlich eine japanische Studie, warum Raucher seltener an Covid-19 erkranken als Nicht-Raucher

Covid-19-Infektion: Welchen Einfluss hat die Ernährung?

Auch die Ernährungsweise könnte einen Einfluss auf das individuelle Infektionsrisiko haben. Doch welche Ernährungsweise kann einer Covid-19-Erkrankung am ehesten vorbeugen? Genau darum ging es in einer in diesem Jahr im Fachjournal BMJ Nutrition, Prevention & Health  veröffentlichten eine Studie.

Für die Untersuchungen wurden 2884 Mitarbeitende im Gesundheitswesen in einem Online-Fragebogen zwischen Juli und September 2020 zu ihren Ernährungsweisen befragt. Dabei handelte es sich um Ärzt*innen und Krankenschwestern aus sechs Ländern, darunter auch Deutschland, die USA und Großbritannien. Alle Teilnehmenden betreuten Covid-19-Patienten und hatten ein dementsprechend erhöhtes Risiko, sich selbst zu infizieren.

Insgesamt erkrankten 568 der Studienteilnehmenden, 430 von ihnen zeigten kaum bis nur milde Symptome. Die anderen 138 Erkrankten zeigten mittelschwere Symptome, einen schweren Verlauf erlitt niemand. 2316 der Studienteilnehmenden infizierten sich im Befragungszeitraum nicht mit Covid-19 und dienten so als Kontrollgruppe.

Studienergebnisse: Teilnehmende mit pflanzenbasierter Ernährung erkranken seltener

Die Ergebnisse sind durchaus überraschend: Teilnehmende, die sich vegetarisch oder vegan ernährten, hatten ein 73 Prozent geringeres Risiko, eine mittelschwere bis schwere Covid-19-Erkrankung zu erleiden. Bei Teilnehmenden, die zwar auf Fleisch aber nicht auf Fisch verzichteten, wurde ein 59 Prozent geringeres Risiko ermittelt. Auch Proband*innen mit einer kohlenhydratarmen und proteinreichen Ernährungsweise kamen schlecht davon: Ihr Erkrankungsrisiko war viermal so hoch wie das derer, die sich pflanzenbasiert ernährten.

Allerdings betonen die Autoren der Studie, dass es sich bei der Studie nur um eine "Beobachtungsstudie" handelt. Bei den Ergebnissen handelte es sich um Korrelationen und nicht um kausale Zusammenhänge. Zudem waren die Teilnehmenden vorwiegend Männer, sodass die Ergebnisse womöglich nicht auf Frauen übertragbar sind.

Dennoch lässt sich sagen, dass eine pflanzenbasierte Ernährung mehr wichtige Nährstoffe, Mineralien und Vitamine für ein gesundes Immunsystem liefert. Fisch liefert dem Körper außerdem wichtiges Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren - also Stoffe, die für ihre entzündungshemmende Wirkung bekannt sind. 

Weitere Studien in der Zukunft nötig

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine gesunde Ernährung, die reich an nährstoffreichen Lebensmitteln ist, zum Schutz vor einem schweren Covid-19-Verlauf in Betracht gezogen werden kann", so die Autoren der Studie in einem Artikel der wissenschaftlichen Fachzeitschrift BMJ. Aufgrund der geringen Fallzahl in der Studie und weiterer Mängel müssen die Ergebnisse jedoch mit Vorsicht betrachtet werden. Dennoch sei eine qualitativ hochwertige Ernährung  "wichtig, um eine ausreichende Immunantwort aufzubauen, die wiederum die Anfälligkeit für Infektionen und deren Schwere beeinflussen kann."

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In Zukunft sollen weitere, besser konzipierte Studien zu dieser Thematik folgen. 

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